Im 9. und letzten Philharmonischen Konzert der Saison am 24. und 25. Juni im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera und am 26. Juni im Landestheater Altenburg  trifft das Philharmonische Orchester auf vier unbestrittene Stars der Jazz-Szene. Thilo Wolf ist einer der gefragtesten Jazzpianisten, -komponisten sowie Big Band Leader und bekannt für stilübergreifende Projekte. Seit 1992 gestaltet und moderiert er mit seiner Big Band die Sendung Swing it im Bayrischen Fernsehen, die mehrfach mit Preisen ausgezeichnet wurde. Ein weiterer Spezialist für Schnittpunkte von Musikstilen ist der Saxophonist und Klarinettist Norbert Nagel. Er ist als einer der ganz wenigen Saxophonisten gleichermaßen bei den renommiertesten Big Bands, wie der HR oder WDR Big Band, als auch bei den bedeutendsten Orchestern, wie den Berliner oder Münchner Philharmonikern, gefragt. Mit Markus Schieferdecker und Paul Höchstädter, die auch in zahlreichen Formationen deutschlandweit spielen, bilden sie das Thilo Wolf Jazz-Quartett.
Auf unterhaltsame und humorvolle Weise wird hier bewiesen, dass Klassik und Jazz keinesfalls Gegensätze sind, sondern sich gut ergänzen und auch, dass so manche althergebrachte Komposition doch swingen kann. Natürlich stehen die beiden Komponisten auf dem Programm, die mit als erstes den Jazz konzertsaalfähig machten: George Gershwin und Leonard Bernstein. Zwischen Orchesterwerken von den Amerikanern Aaron Copland (Appalachian Spring Suite) und Leonard Bernstein (Drei Tänze aus „On the Town“) sowie Arrangements für beide Ensembles, wird das Quartett auch solo die Spielfreude des Jazz bezeugen. Als besonderer Höhepunkt präsentiert Thilo Wolf seine Uraufführung Mr. Eulenspiegel, die er speziell für die explosive Besetzung dieses Konzertabends komponiert hat. Klassiker und Ohrwürmer wie Duke Ellingtons “In A Sentimental Mood”, Benny Goodmans “Sing Sing Sing” und George Gershwins legendäres “Summertime”  runden das Programm ab.

Der Dirigent ist  Alexander Kalajdzic, seit Spielzeitbeginn 2010/11 Generalmusikdirektor  des Theaters Bielefeld und der Bielefelder Philharmoniker.
Geboren in Zagreb, Kroatien, begann er seine musikalische Ausbildung mit sechs Jahren und gab ab dem achten Lebensjahr regelmäßig Konzerte als Pianist. Er gewann mehrere Preise bei Bundeswettbewerben und setzte anschließend sein Studium an der Musikhochschule in Wien fort, wo er die Dirigierklasse von Karl Österreicher mit Auszeichnung absolvierte. Darüber hinaus studierte er Klavier, Viola und Korrepetition. Schon während des Studiums dirigierte er Symphoniekonzerte mit den Zagreber Philharmonikern sowie dem Orchester des Kroatischen Rundfunks.
Sein beruflicher Weg führte ihn nach Krefeld-Mönchengladbach, wo er als Korrepetitor mit Dirigierverpflichtung erste Theatererfahrungen sammelte. Danach war er als Kapellmeister in München, als erster Dirigent des Nationaltheaters Weimar und von 2008 – 2010 als 1. Kapellmeister am Nationaltheater Mannheim tätig, wo er sich ein großes Repertoire erarbeiten konnte. Er gastierte u.a. in den USA, Mexiko, Südafrika, Italien, Frankreich, in der Schweiz und in Tschechien.
So führte er fast das gesamte Orchesterwerk von Ravel und Debussy mehrmals auf. Auch war er lange Zeit als Liedbegleiter und Kammermusiker aktiv und hatte bis vor kurzem einen Lehrstuhl für Orchestererziehung in Zagreb inne.

Thilo Wolf, geb. 1967, arbeitet als Pianist, Komponist und Arrangeur und leitet seine eigenen Formationen „Thilo Wolf Big Band“ und „Thilo Wolf Jazz-Quartett“.
Seine Liebe gilt dem pulsierenden, swingenden Jazz, er öffnet sich aber auch Stil-übergreifenden Projekten. Klassik und Jazz vereinte er in den gemeinsamen Konzerten mit seinem Quartett und dem (klassischen) Berliner Saxophon Ensemble oder der Festival-Tournee „Klassik & Jazz“ mit dem Windsbacher Knabenchor. In der Zusammenarbeit mit der Skibbe Band oder dem Sänger Max Mutzke vereint er Big Band Sound mit Rock, Pop und Soul Musik.
Mit seinen Formationen konzertiert Thilo Wolf in Deutschland, Österreich, der Schweiz, China und England, in Konzerthäusern wie den Philharmonien in München oder Dortmund, aber auch auf zahlreichen Jazzfestivals wie Burghausen, Oberkochen, Erding oder dem Augsburger Jazzsommer. Die Crossoverprojekte führten zu Konzerten bei Klassikfestivals wie z. B. dem Internationalen Beethoven Fest in Bonn, den Gluck-Opern-Festspielen in Nürnberg oder dem Kurt Weill Fest in Dessau.
Thilo Wolf lernte neben Klavier weitere Instrumente wie Kontrabass und Schlagzeug und erhielt als Jugendlicher zahlreiche Auszeichnungen, darunter Förderpreise seiner Heimatstadt Fürth (1986), des Theatervereins Fürth (1982) oder den ersten Preis beim „Forum junger deutscher Komponisten für Orchestermusik“ (1984). Zudem war er Preisträger (1983) und Stipendiat (1988-1992) der „Nürnberger Nachrichten“. Im Juni 2012 wurde er von der Metropolregion Nürnberg zum Künstler des Monats Juni gewählt. Seine musikalische Ausbildung erhielt er ausschließlich bei namhaften Privatlehrern wie z. B. Charly Antolini (Schlagzeug) und ‚nebenbei‘ erwarb er noch ein Diplom mit Prädikat in Betriebswirtschaft an der Uni Erlangen-Nürnberg. Weitere Preise sind der „Louis-Armstrong-Gedächtnis-Preis“ (2004) sowie der „Große Kulturpreis der Stadt Fürth“ (2004).
Der große Traum war bereits früh die Gründung einer eigenen Big Band. Mit 16 Jahren schreibt er sein erstes Big Band Arrangement und 1992, mit 25 Jahren, erfüllte sich dieser Traum dank des Bayerischen Rundfunks, der ihm die bis heute immer noch ausgestrahlte TV-Sendung „SWING IT!“ erstmalig widmete. Die Sendereihe wurde von Swinging Hamburg e.V. 2002 zur „Besten Jazzsendung des Jahres“ prämiert. 2012 feierte Thilo Wolf mit seiner Big Band und zahlreichen Gästen das 20jährige Bestehen. Das Bayerische Fernsehen widmete Thilo Wolf zum Jubiläum ein halbstündiges Portrait und sendete den Live-Mitschnitt des Jubiläumskonzertes.
Thilo Wolf versteht sich nicht als Jazz-Purist. Neben seinen eigenen Projekten schreibt und produziert er zahlreiche CD- und Musikaufnahmen für Film, Fernsehen und Hörfunk, für Künstler wie Bill Ramsey, Al Martino oder Angelika Milster und für Orchester wie die RIAS Big Band, HR Big Band, die New York Strings, das Babelsberger Filmorchester oder das Münchner Rundfunkorchester.
Seit 2007 ist Thilo Wolf regelmäßig als musikalischer Leiter bei Produktionen des Theaters Fürth tätig („Petticoat & Schickedance“ und „The Last Five Years“). Als Komponist schrieb er zwei Musicals „Bahn frei“ (Fürther Stadttheater, 2010) und „Tod im Turm“ (Theater Lüneburg, 2012).
Seine CD-Produktionen und Konzerte führten zur Zusammenarbeit mit mehrfachen Grammy-Preisträgern wie Diane Schuur oder den New York Voices sowie mit John Pizzarelli, Randy Brecker, James Morrison und vielen anderen. Er produzierte CDs in New York, München und Berlin und veröffentlichte insgesamt über 20 davon mit einer Gesamtauflage von mehr als einer Viertelmillion Exemplare.

Das Thilo Wolf Jazz-Quartett bietet authentischen, intelligenten, fein strukturierten Swing, mitreißend gespielt und harmonisch aufeinander aufgebaut. Selbst komponierte Titel, wie „April Feelings“ geben Einblick in die Virtuosität, das handwerkliche Können und die Spielleidenschaft dieses Quartetts. Die ausgewogene Mischung aus dem American-Songbook und Eigenkompositionen von Thilo Wolf bieten dem Publikum swingend-treibenden, wie auch spannend-einfühlsamen Jazz, dem nie die Leidenschaft und die Spielfreude abhandenkommt.

Konzertbeginn ist jeweils 19.30 Uhr. 18.45 Uhr laden Konzertdramaturgin Lorina Mattern und der Dirigent zur Einführung ein.
Telefonische Kartenreservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter www.tpthueringen.de