CarminaBurana_web

Der Wetterbericht sagt heiße Sommernächte vorher und so geht die Spielzeit bei Theater&Philharmonie Thüringen langsam tatsächlich open air zu Ende. Carl Orffs berühmte Komposition „Carmina Burana“ erklingt  am 3. und 4. Juli zum Altstadtfest auf dem Markt Altenburg und  in Gera nochmals auf der Veoliabühne im Hofwiesenpark am 5. Juli (die erste Aufführung ist am 1.7.).  Beginn ist jeweils 21.00 Uhr. Karten sind an der Abendkasse bei den Zugängen zum Markt bzw. zum Hofwiesenpark noch erhältlich! Sollte es doch regnen, finden die Konzerte im Theater statt.
Mit rund 100 Sängern des Opernchores, des Philharmonischen Chores sowie des Kinderchores von Theather&Philharmonie Thüringen und dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera in großer Besetzung ist Carmina Burana einfach ein fulminantes Open-Air-Erlebnis. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Die Gesangssolisten sind Akiho Tsujii (Sopran), Mark Bowman-Hester (Tenor) und für den erkrankten Johannes Beck (Bariton) springt als Gast  Geani Brad ein. Die Einstudierung der Chöre übernahm Chordirektor Holger Krause.
Das ursprünglich für den 5. Juli geplante Schlosskonzert in Altenburg entfällt damit.
Carl Orff landete 1937 mit Carmina Burana den größten Erfolg seines Lebens. „O Fortuna!“ schmettert es in unseren Ohren. Die bombastischen Anfangstakte von Carl Orffs Carmina Burana gehen einem so schnell nicht aus dem Gedächtnis und gehören zu den beliebtesten Melodien der Chormusik. Nicht nur in zahlreichen Filmen kommt der effektvolle Fortuna-Chor immer wieder zum Einsatz, sondern ist vielen auch als Einzugsmusik von Henry Maske und anderen Boxern bekannt. Aber was folgt nach diesem geläufigen Einstieg?! Eine gute Stunde ebenso eindrückliche Musik, die schnell ins Ohr geht und sehr abwechslungsreich, teils in lyrischen Gesängen, teils in monumentalen Chören einzelne Szenen vertont; Szenen wie das Leben und das Glücksrad der Fortuna sie schreibt.
Die Texte, die Orff vertonte, stammen aus dem Mittelalter und wurden auf Latein oder Althochdeutsch von vagabundierenden Mönchen oder Studenten verfasst, Menschen, die zwar mittellos, aber des Lesens und Schreibens mächtig waren. Die Themen reichen vom wechselhaften Glück der Liebe bis hin zu Glücksspiel und wilden Gelagen; man begegnet einem sterbenden Schwan, einem schrecklich verliebten Jungen oder einem betrunkenen Abt. Umrahmt werden die einzelnen Bilder durch die mächtigen Chöre zu Ehren der Schicksalsgöttin Fortuna, die unablässig das Rad des Lebens dreht.
Die musikalische Umsetzung wird eindrucksvoll der mittelalterlichen Textgrundlage gerecht; mal derb, mal leidenschaftlich – und meist beides zusammen. Einfache Melodien und Formen, sowie tänzerische, treibende Rhythmen lassen das Mittelalter in einem modernen Kontext auferstehen – stilisiert, ohne Anspruch auf historische Korrektheit, aber assoziativ und unverkennbar.

Ein Abend, den man nicht verpassen sollte!
In Gera wird am Freitag um 19.30 Uhr und Samstag um 21.00 Uhr in die Bühne am Park eingeladen. Dort kann man eine unvergessliche „Sommernacht im Wintergarten“ erleben. Die Puppenspieler haben gemeinsam mit dem Regisseur und Puppengestalter Frank Soehnle einen Theaterabend der ganz besonderen Art geschaffen. Der Ort ist ein Ballhaus, das es so oder ähnlich einmal gegeben hat, es spielt eine Musik, die zwischen den  Zeiten zu schweben scheint.  Das Quartett „Freiraum Syndikat“ des Cellisten Lukas Dreyer, viele Jahre Solocellist des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera, spielt in ungewöhnlicher Besetzung eine ganz besondere Musik, die, inspiriert von Gesellschaftstanz und Ballhausmusik, dieses „Theater ohne Worte“ erweckt.
Drei Damen unbestimmten Alters in einem Ballsaal, der schon bessere Tage gesehen hat. Sie erinnern sich an ihr Leben, ihre Lieben, ihre Verluste und ihr Glück. Mit den Erinnerungen erwacht auch neuer Lebensmut, die Dinge verwandeln sich in einstige Partner, werden für einen Moment lebendig und die Frauen wieder jung. Am Tresen lehnt gelangweilt ein Kellner, bis auch er sich verändert durch den Blick der Damen. Es spielen Marcella von Jan, Lys Schubert, Sabine Schramm und Lutz Großmann.
Die skurril überzeichneten Figuren des Regisseurs Frank Soehnle, der mit Jan Hofmann auch für die Ausstattung zeichnet, sind u.a. von Otto Dix und der Neuen Sachlichkeit inspiriert. Sie entwickeln ein ganz überraschendes Eigenleben im Zusammenspiel von Spieler und Puppe, eine Magie, wie sie nur in dieser Theaterform möglich ist.
Im Anschluss an die Vorstellungen kann das inspirierte Publikum dann auch selbst in die Sommernacht hineintanzen, ganz romantisch unter den Bäumen auf der Terrasse des Theaterrestaurants „Szenario“.
Die Abendkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter www.tpthueringen.de

Im Hof der Tonhalle beginnt am Freitag, 3. Juli, um 16.30 Uhr open air  ein  Konzert für Demokratie und Toleranz mit Geraer Bands. Der Eintritt ist frei!