23. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur in Gera

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23. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur in Gera

Von | 2015-10-01T21:14:26+00:00 1 Oktober 2015|Kategorien: Allgemein|


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Eröffnung für Thüringen am 24. Oktober im Festsaal des Rathauses – Ausstellungen, Lesungen, Filme, Stadtführung und Konzerte gehören zum vielseitigen Programm in Gera

Die Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur werden am Samstag, 24. Oktober, 19 Uhr, im Festsaal des Geraer Rathauses eröffnet. Daran wollen neben weiteren Gästen aus Politik und Wirtschaft Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn, der Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow und der Botschafter des Staates Israel in Deutschland, Yakov Hadas-Handelsmann, teilnehmen. Sie sind auch Schirmherren des Projektes. Ein Konzert mit den Drei Kantoren bietet im Anschluss an die Eröffnung einen musikalischen Genuss mit israelischen Liedern, Piyutim, Liturgie und klassischem Chazzanut. Im Rahmen dieses Höhepunktes finden in Gera vom 19. Oktober bis 17. November viele Veranstaltungen statt, bei denen sich die verschiedensten Akteure, wie u.a. die Stadt Gera, der Interkulturelle Verein Gera, e.V., METROPOL Kino Gera, der Stadtjungendring Gera e.V., das Stadtmuseum, das Clubzentrum COMMA, die St. Trinitatis-Gemeinde Gera, Theater & Philharmonie Thüringen GmbH und der Verein Rechtspflege Kunst und Kultur Gera e.V., beteiligen. Die Kulturtage sind ein Projekt des Netzwerkes für jüdisches Leben in Thüringen.

„Ich freue mich, dass sich viele Partner unserer Stadt in die 23. Thüringer Tage der jüdisch-israelischen Kultur einbringen. Sie sind uns Anlass, der jüdischen Opfer des nationalsozialistischen Regimes zu gedenken und uns zugleich unserer Verantwortung und Verpflichtung in der Gegenwart und für die Zukunft bewusst zu machen. Ich wünsche allen Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltungen anregende Momente und vertiefte Einblicke in die reichen Schätze der jüdisch-israelischen Kultur“, so Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn.

Die Ausstellung „Die braune Falle“ findet von Montag, 19. Oktober, bis Freitag, 30. Oktober, im Clubzentrum COMMA statt. Ziel der Ausstellung ist es, über Rechtsextremismus nicht mit erhobenem Zeigefinger zu informieren, sondern Jugendliche einen Schritt näher herantreten und hinter die Fassaden blicken zu lassen. Der fiktive Aussteiger Mario S. erzählt seine persönliche Geschichte, die als roter Faden durch die Ausstellung führt. Der Besucher erhält so auf „Augenhöhe“ einen Einblick in die Strategien und Strukturen des Rechtsextremismus. Veranstalter sind die Stadt Gera und das Bundesamt für Verfassungsschutz. Öffnungszeiten: Zu allen Veranstaltungen und nach Absprache Interkultureller Verein, Telefon 0365 / 71 19 082.

Am Montag, 19. Oktober, 14 Uhr, wird im Foyer zum Rathaussaal, Kornmarkt 12, die Ausstellung „Shalom, Herr Levi – Jüdisches Leben heute“ mit Fotos von Roman Mordashev (Moskau) eröffnet. Die Arbeiten bestechen durch eine besondere Nähe zu seinen abgebildeten Protagonisten, unterwegs in Me’a Sche’arim, dem ältesten Stadtviertel Jerusalems außerhalb der Altstadt. Veranstalter sind die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Förderverein Kleine Synagoge Erfurt e.V. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag, 8 bis 18 Uhr, und nach Absprache.

Der Film von Ute Reinhöfer „Mehr als eine Wahrheit – Fremdes Israel“ wird am Montag, 26. Oktober, 19 Uhr, im Kommunikationszentrum der Sparklasse Gera-Greiz in der Schloßstraße 24 aufgeführt. Anschließend findet ein Gespräch mit Ute Reinhöfer statt. Der Dokumentarfilm von Ilona Ziok „Fritz Bauer – Tod auf Raten“ läuft am Mittwoch, 28. Oktober, 18 Uhr, im Stadtmuseum. Auch hier besteht im Anschluss die Möglichkeit zum Gedankenaustausch. Der Spielfilm „Mein Herz tanzt“ (Israel/Deutschland/Frankreich) steht am Donnerstag, 29. Oktober, 18.30 Uhr, Sonntag, 1. November, 14 Uhr, Dienstag, 3. November, 11 Uhr, Mittwoch, 4. November, 11 Uhr und 18.30 Uhr, im METROPOL Kino in der Leipziger Straße 24 auf dem Programm. Es ist die Geschichte von Eyad, der als bislang erster und einziger Palästinenser an einer Elite-Schule in Jerusalem angenommen wird.

Ein Gespräch zum Thema „Jüdisches Leben heute in Deutschland“ mit der Vorsitzenden der Jüdischen Gemeinde Chemnitz Dr. Ruth Röcher findet am Sonntag, 1. November, 15 Uhr, im Interkulturellen Verein Gera e.V., Petzoldstraße 10, statt. Eine Ringlesung mit anschließendem Gespräch mit Rabbi Zsolt Balla aus Leipzig zum „Zyklus des Unsichtbaren, Das Kind von Noah“ von Éric Emmanuel Schmitt, gelesen von der Leiterin des Puppentheaters Gera Sabine Schramm, findet am Montag, 2. November, 18 Uhr, im Festsaal des Rathauses statt. Eine Stadtführung unter dem Titel „Steine und Namen. Jüdisches Leben in Gera“ mit Gästeführer Günter Domkowsky beginnt am Freitag, 6. November, 15 Uhr, am Stadtmuseum. Die Führung wird mit dem Dokumentarfilm „Zug der Erinnerung“ und einer Möglichkeit zu einem anschließenden Gespräch abgeschlossen. Ein Konzert mit dem Leipziger Synagogalchor unter dem Titel „Klänge aus Synagoge und Shtetl“ erklingt am Sonntag, 8. November, 18 Uhr, in der St. Trinitatiskirche in der Talstraße 30.

Die Gedenkveranstaltung für die Opfer der Reichspogromnacht findet am Montag, 9. November, 16.30 Uhr, am Denkmal für die ehemalige Synagoge in der Schülerstraße statt. Ein Ökumenischer Erinnerungsgottesdienst schließt sich 17 Uhr in der St. Trinitatiskirche in der Talstraße 30 an.

Eine szenische Lesung mit anschließendem Gespräch zu „Die Ermittlung“ von Peter Weiss ist für Montag, 9. November, 19.30 Uhr, im Justizzentrum Gera, Alter Schwurgerichtssaal des Landesgerichtes, geplant. Die Lesung erfolgt durch Mitglieder des Schauspielensembles der Theater & Philharmonie Thüringen GmbH. Die öffentliche Übergabe und TV-Präsentation der Gedenkschrift für Werner Simsohn erfolgt am Donnerstag, 12. November, 10 Uhr, in einer Straßenbahn in den Geraer Verkehrsbetrieben, Zoitzbergstraße 3. Die Gedenkschrift können künftig die Fahrgäste als Power-Point im Triebwagen 202 täglich ansehen. Der Triebwagen wurde 2010 auf den Namen Werner Simsohn getauft. Musik aus Israel und Iran unter dem Titel „Sistanagila“ wird am Samstag, 14. November, 18 Uhr, in der St. Trinitatiskirche in der Talstraße 30 geboten. Aus ihrem Begleitbuch zur Ausstellung „Shalom, Herr Levi“ lesen Uwe Heimowski und Andreas Martz am Dienstag, 17. November, 19.30 Uhr, in der Stadt- und Regionalbibliothek am Puschkinplatz 7. Mehr zu den jüdisch-israelischen Kulturtagen in Thüringen unter www.juedische-kulturtage-thueringen.de.