Mit knapp 12 Millionen Euro fördert das Thüringer Wirtschaftsministerium die Erschließung des neuen Industriegebiets „Cretzschwitz“ in Gera.

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergibt den Fördermittelbescheid über knapp 11,8 Millionen Euro an Gera OB Dr. Viola Hahn.(Stadtverwaltung/Monique Pucher)

Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee übergibt den Fördermittelbescheid über knapp 11,8 Millionen Euro an Gera OB Dr. Viola Hahn.(Stadtverwaltung/Monique Pucher)

Den Förderbescheid übergab Thüringens Wirtschaftsminister Wolfgang Tiefensee am 21. Dezember 2015 in Gera an Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. „Gera braucht neue Perspektiven für seine wirtschaftliche Entwicklung“, sagte Tiefensee. Die vorhandenen Gewerbeflächen im Stadtgebiet seien zu mehr als 90 Prozent ausgelastet – insbesondere größere zusammenhängende Flächen mit mehr als fünf Hektar stünden nicht mehr zur Verfügung. „Von der Großfläche versprechen wir uns einen neuen industriellen Schub für die gesamte Region.“ Das Vorhaben war als eines von thüringenweit acht Schlüsselprojekten in die „Thüringer Großflächeninitiative“ aufgenommen worden – und ist damit einer der Standorte, die der Freistaat mit hoher Priorität entwickelt.

Es sei wichtig, das Ostthüringer Oberzentrum mit seiner zentralen Lage in der Wachstumsregion zwischen Leipzig, Halle und Jena weiterzuentwickeln, sagte Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn: „Wir wollen unsere zentrale Lage im Drei-Länder-Eck Thüringen – Sachsen – Sachsen-Anhalt stärker nutzen. Ein Trumpf ist die unmittelbare Nähe zu den beiden Nord-Süd- und Ost-West-Autobahnen durch Europa, den wir mit neuen, attraktiven Flächenangeboten künftig noch besser ausspielen können. Damit verbessern wir unsere Position im Standortwettbewerb um Investitionen und Ansiedlungen deutlich.“

Die Gesamtkosten einschließlich Planungsleistungen der Erschließung summieren sich auf rund 13 Millionen Euro, davon trägt das Land knapp 11,8 Millionen Euro aus der Gemeinschaftsaufgabe „Verbesserung der regionalen Wirtschaftsstruktur“ (GRW). Mit der Industriegroßfläche werden im ersten Schritt ca. 42 Hektar Fläche erschlossen. Ziel ist die Vermarktung an größere Unternehmen mit einem Flächenbedarf von bis zu acht Hektar.

Das Erschließungsgebiet grenzt südlich an das bestehende Gewerbegebiet „Am Vogelherd“ an und ist über die Bundesstraße 2 an die Autobahn 4 angebunden. Die Entfernung zur Anschlussstelle Gera beträgt ca. neun Kilometer. Beide Areale befinden sich nördlich der eingemeindeten Ortslage Cretzschwitz und werden westlich von der Bundesstraße 2 tangiert.

Die Landesentwicklungsgesellschaft Thüringen mbH (LEG) ist für die Erschließung verantwortlich. Diese umfasst u.a. die Geländeregulierung und Baufeldfreimachung, den Straßenbau einschließlich Beleuchtung, die Errichtung eines Schmutzwasserkanals einschließlich Pumpwerk, einen Regenwasserkanal einschließlich Regenrückhaltebecken sowie die Wasserversorgung und Ausgleichsmaßnahmen.