Naturkundemuseum.180621

Gute BIlanz für 2015: Auch 2015 konnten durch viele ehrenamtliche Helfer, engagierte Naturfreunde und großzügige Sponsoren zahlreiche Projekte realisiert werden. Dazu zählt auch die Anschaffung einer hochwertigen Mikroskop-Anlage für das Kinderkabinett „Schwalbennest“ im Wert von ca. ca. 6300 Euro. OB Dr. Viola Hahn bei der Übergabe. Foto: Stadtverwaltung

Allein 4.200 Vorschul- und Schülergruppen interessierten sich für die thematischen Veranstaltungen – Viele interessante Angebote und Ausstellungen für 2016 im Plan

Eine gute Bilanz für das Jahr 2015 zieht mit zirka 11.200 Besuchern zieht das Museum für Naturkunde Gera. Mit einem konstanten Anteil von etwa einem Drittel, in diesem Jahr zirka 4.200 Besuchern, gehören traditionsgemäß die Vorschul- und Schülergruppen dazu, die im Rahmen museumspädagogischer Veranstaltungen mit großem Interesse Ausstellungen und Führungen sowie speziell auf Kinder zugeschnittene thematische Veranstaltungen besuchten. In diesem Jahr waren es etwa 210 Vorschul- und Schülergruppen aus Gera, mehreren Landkreisen in Thüringen und aus Sachsen. Ein Renner waren während der Ferien Veranstaltungen zum Igel und zu den „Eroberern“ unter den Tieren und Pflanzen. Im Rahmen des Unterrichts spielten gerade zu Jahresende Lehrveranstaltungen zu Stand- und Zugvögeln und zum Überwintern einheimischer Tierarten eine große Rolle. Beliebt waren auch die öffentlichen Ferien- und Sonderveranstaltungen im Rahmen von Führungen, die sowohl Einzelbesucher als auch Gruppen in das Schreibersche Haus lockten. Ein besonderes Echo fand die während der Sommerferien mehrfach angebotene Veranstaltung „Nachts im Museum“. Jeweils ab 22 Uhr bis Mitternacht ging es für die Besucher der ausverkauften Veranstaltungen in die geheimsten Winkel des Schreiberschen Hauses bis unter den Dachboden. Das MDR-Fernsehen berichtete darüber sogar im Thüringen Journal.

Das Thema der großen Jahres-Sonderausstellung „Biologische Invasionen“ ist von weltweiter Brisanz. Verschleppte Tiere und Pflanzen etablieren sich in fremden Regionen und verdrängen dort heimische Arten, führen zu wirtschaftlichen Schäden und Krankheiten. Die Folgen sind weltweit zu erleben. In der Schau werden noch bis 7. Februar 2016 invasive Arten mit ihren Auswirkungen auf die Ökosysteme vorgestellt und Möglichkeiten eines Managements aufgezeigt. In Kabinettausstellungen präsentierte das Museum 2015 prächtige Achate aus Sachsen, Jubiläums-Ostereier, schwarze Minerale und herausragende Sammlungsstücke, die nach ausführlicher Recherche in der neu erschienenen Naturwissenschaftlichen Reihe Nr. 39 publiziert wurden. So belegt der seltene Fund eines Fischotters bei Gera die Rückkehr der streng geschützten Art auch in unser Gebiet, nachdem sie in Thüringen seit 1975 als ausgestorben galt. Zahlreiche weitere Themen rund um die Sammlungen und die historischen Gebäude Schreibersches Haus und Turmhaus des Botanischen Gartens werden in der noch aktuellen Schau vorgestellt.

Auch 2015 konnten durch viele ehrenamtliche Helfer, engagierte Naturfreunde und großzügige Sponsoren zahlreiche Projekte realisiert werden. Dazu zählt auch die Anschaffung einer hochwertigen Mikroskop-Anlage für das Kinderkabinett „Schwalbennest“ im Wert von ca. ca. 6300 Euro. Auch ein dazugehöriger neuer Flachbildfernseher wurde so erworben. Außerdem konnten durch externe Mittel technische und inhaltliche Umgestaltungen in der Dauerausstellung umgesetzt werden, in einigen Räumlichkeiten wurde die Beleuchtung mit LED-Lampen umgerüstet der fossile Schädel des Pohlitzer Wollhaarnashorns konnte einer konservatorischen Behandlung unterzogen werden.

Im Museum für Naturkunde mit Botanischem Garten wurde 2015 vielfältige ehrenamtliche Arbeit in nahezu allen musealen Bereichen geleistet. Ein besonderer Dank richtet sich auch an die Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera und die Geraer Mineralien- und Fossilienfreunde, deren umfangreiche Unterstützung nicht wegzudenken ist.
Die Sammlungen konnten durch eine Vielzahl hochwertiger Objekte erweitert werden. Ein interessantes lebensnahes Modell eines Feuersalamanders, dem Lurch des Jahres 2016, oder der größte bekannte Rest eines versteinerten Seeigels aus dem Stadtgebiet von Gera gelangten durch Schenkung in das Museum.

Für das Jahr 2016 haben schon jetzt die Vorbereitungen für den „11. Ostereiermarkt Gera“ begonnen. Vom 4. März bis 3. April präsentieren geschickte Ostereiergestalter ihre außergewöhnlichen Ei-Kreationen. Am 5. und 6. März können diese bei den „Ostereiermarkt-Tagen“ sogar direkt von den Künstlern erworben werden. Ab April 2016 plant das Museum die Sonderausstellung „Glück auf – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“ mit der Vorstellung einer noch nie da gewesenen Fülle an prächtigen Mineral-Klassikern. Das Bergbaugebiet im Ronneburg lieferte über 245 verschiedene Mineralarten. Einige von ihnen sind wegen ihrer Größe und Ausbildung weltbekannt und in vielen Sammlungen vertreten, obwohl ihr Aufsammeln währen der Bergbauphase streng verboten war. Erst nach der Wiedervereinigung Deutschlands wurde der bis heute weltweilt einmalige Ronneburgit entdeckt. Die Kabinettausstellung „Bäume in Gera“ präsentiert mit vielen interessanten botanischen Objekten ab Ende April den neuen dendrologischen Wanderführer durch Gera – in Zusammenarbeit mit den Gehölzfreunden in der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e. V. Vorbereitet wird Heft 40 der Naturwissenschaftlichen Reihe als Themenheft zum „Frießnitzer See – Struth“, einem herausragenden Naturschutzgebiet mit seinem wertvollen Artenbestand, besonders zur Vogelwelt.

Der Botanische Garten war mit den Veranstaltungen der Grünen Schule, Kakteenausstellung, Liebhaberpflanzenbörse und Erntefest wieder beliebter außerschulischer Lernort und Ausflugsziel für ca. 8.000 Besucher. Davon allein waren mehr als 1200 Schüler und Erwachsene Teilnehmer an ca. 80 Unterrichtsveranstaltungen beim Bestimmen von Pflanzen, Tümpeln am Teich, Ausprobieren von Heil- und Gewürzkräutern, beim Backen oder in der Schokoladenwerkstatt. Beliebt sind die Grüne Schule am Abend mit zahlreichen praktischen Themen von Bärlauch über Waldmeister, Melisse bis Beinwell, ebenso die regelmäßigen Kräuterführungen. Auch in der Saison 2016 sollen die traditionellen Veranstaltungen fortgesetzt werden. Zur Saisoneröffnung am 30. April 2016 startet hier die 1. Exkursion der Geraer Gehölzfreunde auf dem neuen dendrologischen Wanderpfad. Vor allem aber ist die Grüne Oase mit ihren ca. 10.000 Pflanzenarten eine lebendige Ergänzung zur landschaftsökologischen Ausstellung im Museum für Naturkunde und ein beliebtes Ziel im Frühjahr und Sommer.