Schauspiel in Altenburg und Gera
Caro Thums Inszenierung von Theodor Fontanes 1896 erschienenem Roman „Effi Briest“ ist am 1. Weihnachtsfeiertag im Großen Haus Gera und am 2. Weihnachtsfeiertag im Landestheater Altenburg, jeweils 19.30 Uhr zu sehen. Anne Diemer verkörpert die Titelrolle. Konzentriert erzählt die Regisseurin die tragische Lebensgeschichte dieser Frau und lässt den Zuschauer fühlen, wie schnell es auch heute noch gehen kann, dass jemand ins Aus gerät …
Effi ist eine junge Frau aus für die gesellschaftlichen Umstände ihrer Zeit recht liberalen Verhältnissen. Sie ist voller Lebensfreude und Sinnlichkeit. Diese verliert sie schnell als sie, vom Ehrgeiz ihrer Mutter angespornt, den deutlich älteren Baron von Innstetten heiratet. Instetten widmet seine Zeit seiner politischen Karriere und kaum seiner jungen Ehefrau. Aus Langerweile, Einsamkeit und Sehnsucht nach Zärtlichkeit beginnt Effi eine Affäre mit Major von Crampas, die endet, als das Ehepaar die Provinz verlassen und nach Berlin ziehen kann. Als Innstetten Jahre später die längst vergangene Liebschaft seiner Frau entdeckt, muss Effi für den Ehebruch büßen: Sie wird von ihrem Mann verlassen, von ihrer Familie verstoßen und von der Gesellschaft mit Ausgrenzung bestraft. Als ihre Eltern schließlich einlenken, hat Effi längst ihren Lebenswillen verloren …

Musiktheater in Altenburg und Gera
„Der Rosenkavalier“ von Richard Strauss steht zum letzten Mal am 25. Dezember, bereits 17 Uhr, auf dem Spielplan des Landestheaters Altenburg. Die Inszenierung  des jungen Regisseurs Maximilian von Mayenburg hat nicht nur voll den Nerv des Publikums getroffen, sondern konnte auch die Fachleute von seinem Können überzeugen. In der Jahres-Kritikerumfrage von „Opernwelt“ und „Deutsche Bühne“ erfährt er mehrfach Nennungen als herausragender „Nachwuchskünstler“. Auch das Ensemble überzeugt musikalisch wie darstellerisch rundum. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner.
Nach ihrer Liebesnacht werden die Marschallin Fürstin Werdenberg (Anne Preuß) und ihr junger Liebhaber Octavian (Christel Loetzsch) vom Baron Ochs von Lerchenau (Tobias Pfülb) überrascht. Octavian entgeht seiner Entdeckung nur, indem er sich als Zofe verkleidet. Der Baron erbittet von der Marschallin einen Kavalier, der seiner zukünftigen Frau Sophie (Akiho Tsujii) zur Verlobung eine silberne Rose überreichen soll. Die Marschallin schlägt Octavian vor, der vom Baron unerkannt bleibt und gleichzeitig als „Mariandl“ erotischen Eindruck auf ihn macht. Als Rosenkavalier begegnet Octavian Sophie. Diese gesteht ihm, dass sie den Baron nicht heiraten möchte. Als Octavian dies gegenüber dem Baron äußert, kommt es zum Duell …
Die Figuren der Oper sind in einem konkreten Lebensumfeld verankert. Der Librettist Hugo von Hofmannsthal sprach von der Absicht, ein halb imaginäres, halb reales Wien von 1740 entstehen zu lassen, eine Stadt mit ihren Ständen, ihrem Zeremoniell, ihren nach den Ständen verschiedenen Sprechweisen. Die Zeit, deren Erfahrung die Marschallin so beschäftigt, wird im Rosenkavalier thematisiert. Strauss’ Musik trägt dies kongenial. Der Walzer, der große Teile der Partitur durchwebt, ist im maria-theresianischen Wien natürlich fehl am Platz. Indem Strauss die Anspielungen in seinen Stil integrierte, verschmolz er Geschichtliches mit Gegenwärtigem und nahm so die Brechungen auf, die auch das Libretto prägen: eine imaginative Beschwörung vergangener und vergehender Zeit.
Karten sind noch erhältlich.
Guiseppe Verdis „Rigoletto“ wird am26. Dezember, um 19.30 Uhr im Großen Haus Gera aufgeführt. Die Vorstellung ist fast ausverkauft. Interessenten können nur auf zurückgegebene Karten hoffen. Das Libretto der Oper basiert auf Victor Hugos Drama „Der König amüsiert sich“. Seit der Uraufführung 1851 bis heute zählt „Rigoletto“ weltweit zu den meistgespielten Opern. Generalintendant Kay Kuntze inszenierte das Meisterwerk in der Ausstattung von Duncan Hayler. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. In der Titelpartie ist Michael Mrosek zu erleben.
Am Sonntag, 27. Dezember und nochmals am Montag, 28. Dezember, jeweils um 19.30 Uhr, ist Musical-Time in Altenburg: „Jekyll & Hyde“ nach der bekannten Novelle von Robert Louis Stevenson steht wieder auf dem Spielplan des Landestheaters. Der Arzt Dr. Henry Jekyll ist überzeugt, ein Mittel entwickelt zu haben, mit dem er das Böse vom Guten im Menschen trennen kann. Um es auszuprobieren, testet Jekyll es heimlich an sich selbst – und erschafft so Hyde. Hyde ist das Böse an sich: Er mordet und vergreift sich an der Prostituierten Lucy. Mit der Zeit wird die Rückverwandlung in Jekyll wird immer schwieriger …. Mitreißende Musik und rasante Tänze begleiten die schauerliche Handlung und tragen so zu prickelnder Unterhaltung bei. Duncan Hayler hat für die Inszenierung von Kay Kuntze eine faszinierende Ausstattung geschaffen, die vom Labor über imposante Stationen bis in die Unterwelt führt.

Puppentheater in Gera und Altenburg
Im Haus am Gustav-Henning-Platz in Gera spielt Lys Schubert am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag um 10.00 Uhr das Märchen „Rotkäppchen“ für Kinder ab 4 Jahre. Allerdings sind beide Vorstellungen im Foyer fast ausverkauft. Marcella von Jan spielt im Theater unterm Dach in Altenburg am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag um 10 Uhr das Märchen „Rapunzel“. Auch dafür gibt es kaum noch Karten.
Am Sonntag, 27. Dezember um 10 Uhr steht „Ein Schaf fürs Leben“, die neue Inszenierung des Puppentheaters, für Kinder ab 4 Jahre und die ganze Familie in Gera auf dem Spielplan. Auf Grund der großen Nachfrage gibt es um 15.00 Uhr eine Zusatzvorstellung. Für diese beiden Aufführungen im Puppentheatersaal sind noch Karten erhältlich.
Die Inszenierung von Stefan Wey in der Bearbeitung von Manuel Kressin entstand nach dem gleichnamigen Kinderbuch von Maritgen Matter und Anke Faust. „Ein Schaf fürs Leben ist ein Buch, das in sensibler Form den Konflikt zwischen Instinktverhalten einerseits und ethisch-moralisch motivierten Verhalten andererseits thematisiert“, konstatierte die Jury für den Kinderbuchpreis des Landes Nordrhein-Westfalen 2004. Außerdem scheint die Geschichte direkt aus dem Leben gegriffen, wie sich gerade an der durch die Presse gehende Freundschaft zwischen einem Tiger und einer Ziege im ZOO von Wladiwostok zeigt.
Hungrig ist Wolf, als er nachts in den Schafstall kommt. Er findet ein einsames Schaf vor – scheinbar leichte Beute. Doch das Tier ist so froh, endlich Besuch zu haben, dass es laut und wild drauf los plappert. Wolf irritiert das. Es wird damit doch wohl nicht den Bauern aufwecken? Dann wäre es um ihn geschehen! Unter einem Vorwand lockt er Schaf aus seinem Stall. Gemeinsam wollen sie einen Ausflug machen, nach „Erfahrungen“, einer Stadt, wo man viel erleben kann. So stapfen denn beide durch den Schnee, das fröhliche Schaf und der hungrige Wolf. Doch lange kann Wolf seine schlechte Laune nicht aufrecht halten – bei einer rasanten Rodelrutschpartie mit dem Schlitten hat auch er ausgesprochen viel Spaß. Vielleicht könnten Schaf und Wolf sogar Freunde werden? Wenn da nicht dieses ständige Magenknurren wäre! Doch noch bevor sich Wolf entscheiden kann, ob er Schaf nun wirklich essen mag oder nicht, schwebt sein eigenes Leben in Gefahr und das Schaf muss seinen Mut unter Beweis stellen …
Lys Schubert übernimmt die Figur Schaf und Marcella von Jan den Wolf.

Ausverkauft sind die Aufführungen des Balletts „Cinderella“ am 1. und 2. Weihnachtsfeiertag, jeweils 16 Uhr in der Bühne am Park. Interessenten können nur auf nicht abgeholte Reservierungen hoffen.

Die Theaterkasse öffnet jeweils eine Stunde vor Vorstellungsbeginn in der jeweiligen Spielstätte. Telefonische Reservierungen unter 0365-8279105 oder 03447-585177, online buchen unter www.tpthueringen.de