„Dix im Stadtmuseum“. Ausgewählte Werke aus der Geraer Otto-Dix-Sammlung

Navi:/„Dix im Stadtmuseum“. Ausgewählte Werke aus der Geraer Otto-Dix-Sammlung

„Dix im Stadtmuseum“. Ausgewählte Werke aus der Geraer Otto-Dix-Sammlung

Von | 2016-01-18T16:28:21+00:00 18 Januar 2016|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

Interimspräsentation mit 60 ausgewählten Arbeiten von Dix ab 16. Januar im Stadtmuseum – Stadt Gera zeigt Werke mit dieser Schau während der Sanierung der Hochwasserschäden im Dix-Haus – Neun Kunstwerke aus dieser Präsentation gehen zu internationalen Ausstellungen ins Ausland

Zur Eröffnung der Interimsausstellung im Stadtmuseum „Dix im Stadtmuseum“, die ab morgen, Sonnabend, 16, Januar, für die Besucher geöffnet ist: (von rechts) Fachdienstleiter Presse, Marketing, Kultur und Sport Uwe Müller, der Vorsitzende des Fördervereines der Kunstsammlung Gera Ulrich Schütt, der Leiter des Stadtmuseums Matthias Wagner und der Leiter der Kunstsammlung Gera Holger Peter Saupe. Foto: Stadtverwaltung/Helga Walther

Zur Eröffnung der Interimsausstellung im Stadtmuseum „Dix im Stadtmuseum“, die ab morgen, Sonnabend, 16, Januar, für die Besucher geöffnet ist: (von rechts) Fachdienstleiter Presse, Marketing, Kultur und Sport Uwe Müller, der Vorsitzende des Fördervereines der Kunstsammlung Gera Ulrich Schütt, der Leiter des Stadtmuseums Matthias Wagner und der Leiter der Kunstsammlung Gera Holger Peter Saupe. Foto: Stadtverwaltung/Helga Walther

Unter dem Titel „Dix im Stadtmuseum“ ist ab morgen, Sonnabend, 16. Januar, im Sonderausstellungsbereich des Geraer Stadtmuseums die bereits angekündigte Interimspräsentation mit Werken des Künstlers Otto Dix zu sehen. Diese Ausstellung vereint 60 ausgewählte Arbeiten aus der Geraer Dix-Sammlung, darunter 23 Gemälde, 23 Zeichnungen und Aquarelle und 13 Druckgrafiken aus verschiedenen Schaffensphasen zu den Themen Porträt, Eros und Tod, Krieg und Gewalt, Allegorie und Landschaft, die die inhaltliche und stilistische Breite seiner Kunst aufzeigen, sowie die Totenmaske von Otto Dix.. Die Ausstellung wurde so konzipiert, dass die für das Otto-Dix-Haus in deutscher und englischer Sprache erstellte Audioguide-Führung ebenfalls genutzt werden kann. Die Ausstellung wird auch von der biografischen Dokumentation mit insgesamt 14 thematischen Bild- und Texttafeln aus dem historischen Dix-Haus begleitet, die einen Überblick zu Leben und Wirken des Malers in Beziehung zu seiner Heimatstadt vermittelt.
Die Gebäudesubstanz des Dix-Hauses wurde durch die Hochwasserereignisse 2013 vor allem im Erdgeschoss und Fußbodenbereich stark beeinträchtigt und muss saniert werden. Das Bauvorhaben ist planungsseitig und durch Fördermittel finanziell abgesichert und nun kann zügig mit den Bauarbeiten im Geburtshaus des Künstlers begonnen werden, damit das Haus zum 125. Geburtstag des Künstlers der Öffentlichkeit wieder zur Verfügung steht. Eine Präsentation der Geraer Dix-Sammlung und öffentliche Nutzung des Dix-Hauses ist aus konservatorischen Gründen in der Bauphase nicht möglich. Die Stadt Gera stellte sich die Aufgabe nach Wegen suchen, damit während dieser Zeit dennoch Werke von Dix in Gera gezeigt werden können.

„Ich bin der Kunstsammlung und dem Stadtmuseum Gera dankbar, dass sie Möglichkeiten gefunden haben, die kostbaren Werke des großen Künstlersohnes unserer Stadt auch während der Bauphase im Otto-Dix-Haus unter geeigneten konservatorischen Bedingungen für Bürger und Gäste der Stadt zu präsentieren. Mit der Ausstellung im Stadtmuseum holen wir Dix ins Zentrum der Stadt“, erklärte Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn.

Gera hat eine besondere Beziehung zu Otto Dix, der mittlerweile zu den weltbekannten deutschen Künstlerpersönlichkeiten des 20. Jahrhunderts zählt. Dix wurde 1891 in dem heute zu Gera gehörenden Stadtteil Untermhaus geboren. Nach seiner Dekorationsmalerlehre in Gera ging er zum Studium an die Dresdner Kunstgewerbeschule, wurde Soldat im I. Weltkrieg, studierte danach nochmals an der Dresdner Kunstakademie und avancierte später in den großstädtischen Metropolen, Düsseldorf und Berlin zum „berühmt – berüchtigten“ Künstler. Die Stadt Gera hat Dix 1966 die Ehrenbürgerwürde verliehen und richtete 1991 im Geburtshaus des Malers ein monografisches Künstlermuseum ein, in denen das Herzstück der kommunalen Kunstbestände, die Geraer Dix-Sammlung ihr Domizil fand.

Die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Thema Krieg gehört zu den zentralen Themen im Oeuvre von Dix. Dem Künstler stand als Frontsoldat im Ersten Weltkrieg die Realität des modernen Infernos unmittelbar vor Augen und er hat wie kein anderer, die grausige Wirklichkeit des Krieges, von Chaos, Zerstörung, Gewalt und Tod dargestellt. In der Ausstellung ist beispielsweise eine Auswahl an gezeichneten Feldpostkarten des Künstlers zu sehen, die während des Krieges entstanden und die Verarbeitung des Erlebten unmittelbar belegen. Die Ausstellung kann mit hervorragenden Bildnissen ebenso verdeutlichen, dass die Porträtkunst einen breiten Raum im Schaffen von Dix einnimmt und aus der Sicht des Künstlers zu den „reizvollsten und schwersten Arbeiten für einen Maler“ gehört. Als großer Menschenschilderer verweisen seine Porträts schonungslos auf die Abgründe und inneren Zerwürfnisse menschlicher Charaktere. Mit unerbittlichem Realismus richtete Dix in seiner Kunst den Blick aber auch auf die Erscheinungen der Zeit, die sozialen Randexistenzen der Großstadt, auf ausgemergelte Proleten, Kriegskrüppel und Arbeitslose, sowie in das zwielichtige Milieu der Huren, Prostituierten und Lebemänner.

Die Präsentation kann in der derzeitigen Form sieben Wochen gezeigt werden und wird danach modifiziert, damit Leihgaben für die Ausleihe konservatorisch aufbereitet werden können. Die Kunstsammlung Gera wird in diesem Jahr wichtige internationale Ausstellungsprojekte in Mexiko (Monterrey und Mexiko City) sowie in Frankreich (Colmar) mit bedeutenden Leihgaben wie z.B. dem „Selbstbildnis als Raucher“ (1913) und dem großformatigen Gemälde „Der Heilige Christophorus“ (1939) sowie den „Schlittschuhläufern auf dem Bodensee“ (1941) unterstützen, die im Stadtmuseum noch zu sehen sein werden. Insgesamt sind neun Werke in dieser Ausstellung zu sehen, die dann im Ausland gezeigt werden.
„Mittlerweile liegen schon wieder neue Anfragen aus Brüssel und Linz vor. Die Kunstsammlung Gera erweist sich gern als kooperativer Partner, wenn die konservatorischen und sicherheitstechnischen Bedingungen für die hochkarätigen Leihgaben erfüllt werden und das Ausstellungskonzept inhaltlich der würdigen Darstellung des Künstlers und der Verbreitung seines künstlerischen Schaffens dient, dann ziehen wir eine Leihgabe in Betracht“, so Holger Peter Saupe, Leiter der Kunstsammlung.

Aus Anlass des 125. Geburtsages von Otto Dix am 2. Dezember hat die Kunstsammlung zwei Ausstellungen geplant. „Otto Dix: Zeichenkunst mit Silberstift“ wird Porträt-, Akt- und Landschaftsdarstellungen in dieser altmeisterlichen Zeichentechnik vorstellen und damit ein bislang noch nicht umfassend beachtetes Kapitel beleuchten. Und im Otto-Dix-Haus wird man sich den Skizzen, Zeichnungen, Pastellen und Gemälden mit Motiven seiner heimatlichen Umgebung widmen.

Die Ausstellung im Stadtmuseum ist barrierefrei zu erreichen.

Ausstellung Stadtmuseum Gera
Museumsplatz 1
07545 Gera
Telefon 0365 -8381470
Öffnungszeiten Mittwoch bis Sonntag und Feiertage 12 bis17 Uhr.