Theatertipps zum Wochenende

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Theatertipps zum Wochenende

Von | 2016-01-19T16:10:29+00:00 19 Januar 2016|Kategorien: Theater|Tags: , |
Theater Altenburg-Gera (BZ Handel und Dienstleistungen)

Theater Altenburg-Gera (BZ Handel und Dienstleistungen)

Das 4. Philharmonische Konzert erklingt am Freitag im Landestheater Altenburg und am Samstag noch einmal im Konzertsaal Gera. Beginn ist jeweils 19.30 Uhr. Bereits 18:45 Uhr lädt Konzertdramaturgin Lorina Mattern zur Einführung ein.
Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera unter Leitung von Generalmusikdirektor Laurent Wagner spielt zum 100. Geburtstag des französischen Ausnahmekomponisten Henri Dutilleux (1916-2013) dessen an Ravel erinnernde, mitreißende Ballettmusik Le Loup sowie das Cellokonzert Tout un monde lointain. Als Solist konnte Peter Bruns, einer der führenden deutschen Cellisten, gewonnen werden. Einen beliebten und mitreißenden Repertoireklassiker birgt die zweite Konzerthälfte mit Hector Berlioz’ (1803-1869) berühmter Symphonie fantastique.

Am Freitag um 19.30 Uhr und am Sonntag um 14.30 Uhr ist Gelegenheit „Kruso“ auf der Bühne im Großen Haus zu erleben. In Caro Thums Inszenierung der Theaterfassung von Petra Paschinger stammt jedes Wort aus dem preisgekrönten Roman des in Gera geborenen Lutz Seiler. ZurStory: Edgar Bendler (Manuel Kressin) schmeißt im Sommer 1989 sein Studium in Halle und fährt nach Hiddensee. Er sucht eine Unterkunft und nimmt das Angebot, als Saisonkraft im Ausflugslokal „Zum Klausner“ zu arbeiten gern an. Die körperlich anstrengende Arbeit beansprucht ihn ganz und hilft, Abstand von den Gründen seiner Flucht zu gewinnen. Auf dem Weg zur inneren Freiheit ist ihm Alexander Krusowitsch, genannt Kruso, Lehrer. Kruso hat als Kind seine Schwester bei einem Fluchtversuch über die Ostsee verloren. Seitdem bringt er Fluchtwillige für eine Zeit auf der Insel unter und versucht, sie von ihrem lebensgefährlichen Plan abzuhalten.
Zwischen Spülbecken und Erdreich werden Räume der Begegnung und der Freiheit geschaffen, die den Zuschauer auf eine geheimnisvolle Reise in die ganz eigene Welt der Insel mitnehmen. Doch der Fall der Mauer holt Kruso ein. In den Hauptrollen sind Bernhard Stengele als Kruso und Manuel Kressin als Edgar Bendler zu sehen.

Die TheaterFABRIK zeigt am Freitag und Samstag um 20 Uhr in der Tonhalle nochmals „Bei Rita“. Im Rahmen des Bundesprogramms „Demokratie leben!“ hat sich dafür ein außergewöhnliches Ensemble bestehend aus 7 Menschen aus Eritrea und 10 Menschen aus Ostthüringen zusammengefunden. „Bei Rita“ heißt eine Kneipe, die irgendwo in Europa an irgendeinem Hafen liegen könnte. TheaterFABRIK-Leiter Peter Przetak hat sich bewusst dafür entschieden, die Handlungszeit in die 30er Jahre des letzten Jahrhunderts zu verlegen. Das ermöglicht Regisseurin Nanna Przetak besser das aktuelle, politisch brisante Thema Flüchtlinge künstlerisch zu bearbeiten. Da die künstlerischen Wurzeln von Nanna Przetak im Tanz gründen, lag es nahe, den Ensemblegedanken mittels Bewegung zu initiieren. So wird sich der Zuschauer in einer Bar wieder finden und dort die ganze Bandbreite menschlicher Leidenschaften erleben können. „Bei Rita“ wird getanzt, gesungen, geliebt, diskutiert und um den Umstand gerungen, dass das beste Heilmittel für den Menschen immer noch der Mensch ist!

Das Puppentheaterensemble nimmt das Marionettentheater „Das Märchen vom Zaren Saltan“ wieder auf. Volkmar Funke entwickelte die Bühnenfassung für seine Inszenierung nach dem Poem des großen russischen Dichters Alexander Puschkin (1799 bis 1837). Die Bühne, eine zauberhafte Theaterapparatur nach barockem Vorbild, und die Marionetten schuf Jan Hofmann. Für die musikalische Einrichtung zeichnet Olav Kröger verantwortlich. Es spielen Marcella von Jan, Lys Schubert und Lutz Großmann.
Am Samstag, 23. Januar, um 19.30 Uhr, steht das Märchen in der Reihe „Puppenspielkunst für Erwachsene“ mit anschließendem Gespräch mit den Künstlern auf dem Spielplan im Haus am Gustav-Hennig-Platz. Eine Familienvorstellung ist am Sonntag, 24. Januar, 10 Uhr. Der Theaterbesuch wird mit Kindern ab 5 Jahren empfohlen.
Zur Handlung des Märchens: Drei Mädchen sitzen zusammen und überlegen, wie sich ihr Leben verändern würde, wenn der Zar sie heiratete. Die erste will ein rauschendes Fest ausrichten, die zweite Leinen weben. Als die Jüngste sagt, sie wolle dem Zaren einen heldenhaften Sohn schenken, öffnet sich die Tür: Zar Saltan hat das Gespräch belauscht und nimmt jenes Mädchen zu seiner Frau, während die beiden anderen am Hofe kochen und spinnen sollen.
Als Zar Saltan in den Krieg zieht und seine schwangere Frau zurücklässt, wittern die beiden neidischen Schwestern ihre Chance. Durch eine Intrige lassen sie den Hof glauben, der Zar wünsche Frau und Kind den Tod. Beide werden im Meer versenkt und alles scheint verloren. Doch der Sohn, mittlerweile herangewachsen zu einem jungen Mann, beschwört den Ozean, der sie an Land spült. Und dann gibt es noch einen Schwan, der eigentlich eine wunderschöne verwunschene Prinzessin ist.

Die Ballettdirektorin des Thüringer Staatsballetts Silvana Schröder hat DEKKADANCERS eingeladen, am Sonntag, 24. Januar, um 19:30 Uhr in der Bühne am Park zu gastieren. Die Projektkompagnie aus Prag zeigt einen dreiteiligen Ballettabend, der „Illegal Goodies – 20 Dekkagramms of Dance“ überschrieben ist.
Das erste Stück „Black Clouds don´t cry“ stammt von dem gebürtigen Prager Jiří Pokorný, der bei namhaften Kompagnien wie der Laterna Magica, dem NDT Netherlands Dance Theatre und der Kidd Pivot Frankfurt Company von Crystal Pite getanzt hat.
„Black clouds don´t cry“ bewegte bei seiner Premiere 2013 das Prager Publikum in der Nová scéna (Neue Bühne) zu Standing Ovations.
Der Mittelteil des Abends besteht aus dem Duett „First snow“ (Choreografie: Pechar), dem Männerduett „Delicate arrival“ (Choreografie: Vinklat / Pechar) und dem Pas de quattre „A bit of soul“ (Choreografie: Vinklat). Zwei Choreografien davon stammen aus dem nagelneuen Programm, das erst am 28.12.2015 in der Nová scéna in Prag Premiere feiert.
Zum Abschluss präsentieren die DEKKADANCERS mit „JAKSTOHOVEN – How to get out of (sh)it“ (Choreografie: Konvalinka / Rychetský) einen humorvollen Tanz-Sketch über Promis und Sportler, mit dem der Abend amüsant und leicht ausklingt.
DEKKADANCERS wurde 2009 von den beiden ehemaligen Tänzern und Choreografen des Balletts des Prager Nationaltheaters Tom Rychetský und Viktor Konvalinka zusammen mit dem Fotografen Pavel Hejný als Projektkompagnie gegründet.
Seit 2015 wird die Projektkompagnie von Štěpán Pechar, Ondřej Vinklát und Marek Svobodník neben ihrer Tätigkeit als Tänzer und Choreografen am Nationaltheater Prag, geleitet. Künstlerisch arbeiten sie weiterhin eng mit den beiden Gründern Viktor Konvalinka und Pavel Hejný zusammen.
Mit Marek Svobodník lernt das Publikum übrigens den Bruder des in Gera als „Menschensohn“ gefeierten Tänzers Martin Svobodnik kennen, der 2010 ans Ballett der Oper Leipzig wechselte und inzwischen in seiner Heimatstadt Brno tanzt.
Bei den an den jeweiligen Projekten beteiligten Tänzerinnen und Tänzern handelt es sich hauptsächlich um Solistinnen und Solisten des Balletts des Nationaltheaters Prag.
Das mittlerweile überaus vielseitige Programm der DEKKADANCERS bereichert nicht nur das Prager Tanzspektrum, sondern darüber hinaus auch das kulturelle Leben der Hauptstadt generell. Ihre oft auch humorvollen Vorstellungen bilden dabei mitunter einen wunderbaren Kontrast zum Ballett des Prager Nationaltheaters.
Die DEKKADANCERS treten in bedeutenden Spielstätten auf, wie z.B. Nová scéna (Neue Bühne) des Nationaltheaters in Prag oder dem Prager Ständetheater (Estates Theatre), einem der ältesten Theater Europas. Sie haben es geschafft, sich als eine der interessantesten zeitgenössischen Tanzkompagnien in der Tschechischen Republik zu etablieren.