Klaus Brodale, Leiter des Stadtarchive zeigt Reinhard Keßler, Leiter der BStU-Außenstelle Gera einige Fotos zum Thema „Gera wird mobil“, die auch zum Tag der Archive zu sehen sein werden. (Stadtverwaltung/Monique Pucher)


 

Stadtarchiv unter dem Titel „Gera wird mobil“ mit Vortrag und Ausstellung über die Entwicklung im Verkehrs-und Nachrichtenwesen vom 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts – BStU-Außenstelle beleuchtet „Mobilität im Wandel“ mit Archivführungen, Film zur virtuellen Rekonstruktion zerrissener Stasiunterlagen, Vortrag „Tramper im Visier der Stasi“

Gera beteiligt sich gemeinsam mit anderen deutschen Städten am bundesweiten Tag der Archive am Sonnabend, 5. März, unter dem Motto „Mobilität im Wandel“. Dazu aufgerufen hat der Verband deutscher Archivare. Das Stadtarchiv Gera in der Gagarinstraße 99 und der Bundesbeauftragte für die Stasiunterlagen, Außenstelle Gera, in Gera in der Hermann-Drechsler-Straße 1 stellten dazu vor der Presse ihr gemeinsames Programm vor. „Ziel ist es, an diesem Tag die jeweiligen Archive mit ihrem Anliegen vorzustellen, das archivalische Erbe als Kulturgut für die Erforschung der Vergangenheit und für das Verständnis der Gegenwart zu bewahren und aufzubereiten. Es soll noch stärker in das Bewusstsein der Bürgerinnen und Bürger rücken“, erklärt Klaus Brodale, Leiter des Stadtarchivs. Der kommissarische Leiter der BStU-Außenstelle Gera, Reinhard Keßler, ergänzt: „Wir möchten Einblicke in die entschlüsselte Macht der untergegangenen Geraer Geheimpolizei geben, erklären, wie eine Diktatur funktionierte und was sie ermöglichte. Gerade der Tag der Archive eignet sich dafür besonders.“ In Gera halten an diesem Tag beide Archive mit Veranstaltungen ihre Pforten am 5. März geöffnet.

Unter dem Titel „Gera wird mobil“ gibt es im Stadtarchiv in der Gagarinstraße 99 am Samstag, 5. März, 9 Uhr und 11.30 Uhr; einen Vortrag und eine Kabinettausstellung über die Entwicklungen im Verkehrs-und Nachrichtenwesen vom 19. bis Mitte des 20. Jahrhunderts. Vom Landfuhrmann zu modernen und schnellen Eisenbahnverbindungen, vom Postillion zur Telekommunikation oder von den ersten Ballonflügen zur Anbindung an den Luftverkehr – in den neuen und innovativen Möglichkeiten des Verkehrs- und Nachrichtenwesens wurden ab der Mitte des 19. Jahrhunderts die rasanten Veränderungen augenscheinlich. Über deren Auswirkungen auf die Verwaltung, das öffentliche Leben und den Alltag der Menschen in der Stadt Gera sind in den Beständen des Stadtarchives Gera viele Quellen überliefert. Die Besucherinnen und Besucher können aussagekräftige Originaldokumente, Fotos und gedruckte Quellen in Form einer Kabinettausstellung sehen, die mit weiterführenden Informationen erläutert werden. Verknüpft werden damit Informationen über Recherche- und Nutzungsmöglichkeiten im Geraer Stadtarchiv und eine Führung durch die Magazine.

Auch die Stasi-Unterlagen-Behörde in Gera hält am 5. März in der Zeit von 10 bis 17 Uhr eine breite Veranstaltungspalette bereit. Jeweils 10.30 und 13.30 Uhr werden in einem Kurzvortrag die Unterschiede zwischen einem BStU-Archiv und einem klassischen Archiv erläutert. Das diesjährige Motto ‚Mobilität im Wandel‘ wird von der BStU-Außenstelle Gera am Beispiel von Trampern, die ins Visier der Stasi gerieten, beleuchtet. Dazu sind 12.30 und 15.30 Uhr Vorträge unter dem Titel ‚Tramper im Visier der Stasi‘ zu hören. An diesem Tag steht das Archiv selbst im Mittelpunkt. 11 Uhr sowie 14 Uhr erhalten Besucher Informationen und Einblicke in die Hinterlassenschaften der ehemaligen Stasi-Bezirksverwaltung Gera. Ganztägig können interessierte Besucher im Lesecafé Muster-Stasiakten lesen. In einer Endlosschleife läuft ein Film über die virtuelle Rekonstruktion von Stasi-Unterlagen. Die Sonderausstellung „Postgeheimnis? Die Stasi und die Cottbuser Briefe“ beleuchtet das Thema Postgeheimnis und Staatssicherheit.

Auch an diesem Tag ist es möglich, einen Antrag auf persönliche Akteneinsicht zu stellen. Dazu sollte ein gültiges Personaldokument mitgebracht werden.

Der Eintritt zu den Veranstaltungen ist frei.