Sonderausstellung „Glück Auf! – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“ öffnet am 8. April

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Sonderausstellung „Glück Auf! – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“ öffnet am 8. April

Von | 2016-04-07T15:56:22+00:00 7 April 2016|Kategorien: Ausstellung|Tags: , |

Baryt, Fundort: Uranerzlagerstätte Ronneburg, Bergbaubetrieb Schmirchau, 31 x 16 cm. Foto: Ulrich Fischer


 

Schau zeigt 110 Mineralstufen aus dem Besten von 14 Sammlungen – Besucher erwarten zahlreiche Informationen zum Uranerzbergbau der „Wismut“, Gesteinsvorkommen, bemerkenswerten Fossilienfunden und eine Literaturübersicht zu den Mineralen der Ronneburger Lagerstätte
Die neue Sonderausstellung „Glück Auf! – Mineralogische Kostbarkeiten der Uranerzlagerstätte Ronneburg“ präsentiert das Museum für Naturkunde Gera“ vom 8. April 2016 bis 29. Januar 2017 Im Mittelpunkt stehen dabei die spektakulären Mineralfunde der Uranerzlagerstätte Ronneburg im Osten Thüringens, die noch nie zuvor so umfassend gezeigt wurden. Die etwa 110 ausgestellten Mineralstufen wurden aus dem Besten von 14 Sammlungen ausgewählt. Darunter befinden sich neben Privatsammlern auch das Museum für Naturkunde Berlin, das Naturhistorische Museum Schloss Bertholdsburg Schleusingen, das Institut für Mineralogie der TU Bergakademie Freiberg und das Museum für Naturkunde Gera selbst.

Von 1950 bis 1990 wurde um die bei Gera gelegene Kleinstadt Ronneburg die mit Abstand größte Uranerzlagerstätte Europas durch die Sowjetische Aktiengesellschaft (SAG) Wismut bzw. ab 1953 die Sowjetisch-Deutsche Aktiengesellschaft (SDAG) Wismut abgebaut. Etwa 113.000 Tonnen Uran wurden gewonnen. Heute ist die Uranerzlagerstätte Ronneburg unter Sammlern wegen ihrer Fülle an prächtigen, aber auch sehr seltenen Mineralen weltbekannt. Der Umgang mit Mineralfunden war bei der „Wismut“ klar geregelt, die private Mitnahme und der Handel mit Mineralen waren verboten. Trotzdem gelangten auf „dunklen Wegen“ typische Minerale der Uranerzlagerstätte Ronneburg in bester Qualität in zahlreiche private Sammlungen von Bergleuten und Mineraliensammlern. Nach der deutschen Wiedervereinigung begann ab 1990 eine umfassendere Beschäftigung mit den Mineralfunden. Viele private Sammlungen gelangten an das Licht der Öffentlichkeit. Im Rahmen der umfangreichen Sanierungsmaßnahmen im Bergbaugebiet Ronneburg wurden zahlreiche bisher nicht entdeckte, seltene Minerale festgestellt. Aktuell sind von der Uranerzlagerstätte Ronneburg zirka 250 verschiedene Mineralarten bekannt, 1991 waren es hingegen erst 100 Mineralarten. Von zirka 5.000 bekannten Mineralarten sind 5 Prozent in Ronneburg vertreten. Für eine Lagerstätte mit einer Ausdehnung von zirka 30 Quadratkilometern ist das sehr viel.
In der Ausstellung ist eine umfangreiche Auswahl prächtigster Exemplare von „Ronneburger“ Mineralen zu sehen, für die das Fundgebiet unter Mineralogen international bekannt ist. Oft handelt es sich dabei um Minerale, die zwar weltweit recht häufig sind, aber aus Ronneburg in einer vergleichsweise außergewöhnlichen Qualität vorliegen. Dazu gehört das Mineral Wavellit. Die Größe und die besonders intensiv gelben, grünen und blauen Farbtöne der strahligen und kugeligen Kristallverwachsungen Ronneburger Wavellite verleihen dem Mineral von diesem Fundort Weltqualität. Ähnlich gute Exemplare kennen Fachleute erst wieder aus Arkansas / USA.
Äußerst formenreich und teilweise von beachtlicher Größe sind die ausgestellten Baryte, darunter auch mehrere Exemplare der einmalig 1981 auf der – 300-Meter-Sohle des Bergbaubetriebes Paitzdorf gefundenen kegelförmigen, kaffeebraunen Baryte. Ihre Form ist trotz der Häufigkeit des Minerals einmalig und unverwechselbar. Durch Größe, Form und Farbe ebenso herausragend sind die Baryt-Kristalle aus der 1983 auf der – 360-Meter-Sohle des Bergbaubetriebes Beerwalde entdeckten Baryt-Druse, bei deren illegaler Bergung ein Bergmann ums Leben kam. Erstmals sind neun Stücke aus diesem berüchtigten Kristallhohlraum zu sehen.
Zu den Mineralen der Lagerstätte gehört aber auch eine ganze Palette von höchst seltenen Arten, die meist erst während der Sanierung der Haldenflächen entdeckt wurden. Minerale wie Hummerit, Lyonsit und Rambergit kennt die Wissenschaft jeweils nur von wenigen Fundpunkten auf unserem Planeten. Sie alle wurden innerhalb Deutschlands ausschließlich in Ronneburg festgestellt. Zu den außergewöhnlichsten Entdeckungen gehört das nach seinem Fundort benannte Mineral Ronneburgit, dessen Erstbeschreibung 2001 erfolgte. Das höchst seltene Mineral wurde bisher an keinem anderen Ort der Erde erneut festgestellt.
Darüber hinaus erwarten die Besucher zahlreiche Informationen zum Uranerzbergbau der „Wismut“, Gesteinsvorkommen, bemerkenswerten Fossilienfunden und eine Literaturübersicht zu den Mineralen der Ronneburger Lagerstätte.
Ermöglicht wurde das aufwändige Projekt nicht nur durch die zahlreichen Leihgeber, sondern auch durch die finanzielle Förderung durch den Freistaat Thüringen und die großzügige finanzielle Unterstützung der Chemiewerk Bad Köstritz GmbH und der Köstritzer Schwarzbierbrauerei GmbH.
Die ersten öffentlichen Führungen finden am Sonntag, 17. April, und am Sonntag, 8. Mai, jeweils um 14 Uhr statt. Das Museum für Naturkunde Gera in der Nicolaiberg 3, Telefon 0365 / 5 20 03 ist Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr geöffnet.

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