Die 500-jährige „Kalte Eiche“ bei Gera-Ernsee – Titelbild des neuen „Dendrologischen Wanderführers“. Foto: Klaus Schultheiß


Führung auf dendrologischen Wanderpfaden am 30. April – Schau „Gehölze in Gera“ ist bis 13. November zu sehen

Anlässlich der Neuerscheinung des Dendrologischen Wanderführers „Bäume in Gera“ laden das Museum für Naturkunde Gera und die Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e. V. am Donnerstag, 28. April, 18 Uhr, in den Barocksaal des Schreiberschen Hauses ein. Mit der Präsentation der neuen Publikation wird an diesem Abend gleichzeitig die Kabinettausstellung „Bäume in Gera“ eröffnet, die bis zum 13. November zu sehen ist. Eine erste Führung auf dem dendrologischen Wanderpfad wird im Anschluss an die Saisoneröffnung des Botanischen Gartens am Samstag, 30. April, 10 Uhr, ab Turmhaus mit Ziel Küchengarten stattfinden.

Gera ist eine „grüne Stadt“ mit einem artenreichen Gehölzbestand in Park- und Gartenanlagen, Alleen und im Stadtwald an den westlichen Talhängen der Weißen Elster. Die von einer Arbeitsgruppe der Geraer Gehölzfreunde erarbeitete Publikation „Bäume in Gera – Dendrologischer Wanderführer“ ist ein Wegweiser zu diesen dendrologischen Besonderheiten und will Einheimischen und Besuchern die Schönheiten der Gehölze in der Stadt Gera nahe bringen. In ehrenamtlicher Tätigkeit erfolgte von der Arbeitsgruppe die Erfassung des Baumbestandes im Stadtgebiet einschließlich der wissenschaftlichen Artbestimmung, die Einarbeitung in ein Faltblatt in Gestalt eines Wanderführers und schließlich die Kennzeichnung von über 500 Bäumen mit Nummern. Damit wird die eindeutige botanische Bestimmung der Bäume anhand der Beschreibung im Faltblatt möglich. Zugleich wird Wissenswertes zu Ökologie, geschichtlichen Hintergründen und Besonderheiten der Gehölze vermittelt.

Besonderer Dank gilt für die Bereitstellung von Fördermitteln der Stiftung Naturschutz Thüringen e. V. für die finanzielle Unterstützung der Fa. Sanitäts- und Gesundheitshaus Carqueville GmbH Töppeln und der Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera e. V. Für die hervorragende grafische und drucktechnische Gestaltung des Flyers gebührt dem Grafiker Michael Stumm und dem Druckhaus Gera GmbH eine besondere Anerkennung.Im Vortragsteil werden von Klaus Schultheiß wichtige Stationen des im Faltblatt aufgezeigten Wanderweges durch die Stadt Gera und ihre Parkanlagen vorgestellt. Der neue Dendrologische Wanderführer kann an diesem Abend im Museum für Naturkunde für zwei Euro Schutzgebühr erworben werden, danach auch im Stadtmuseum, in der Gera-Information, im H35 und in Brendels Buchhandlung. Die Kabinettausstellung „Gehölze in Gera“ dokumentiert anhand originaler Sachzeugen, Baumscheiben, Hölzer, Zapfen und Früchte sowie Herbarbelege, diesen Naturschatz in der Stadt. Gera weist einen interessanten und ebenso artenreichen Gehölzbestand auf, weitaus mehr als die 185 Baumarten und -sorten, die im Wanderführer vorgestellt werden. Im Laufe der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung der Stadt entstanden neben dem Straßenbegleitgrün, das sich wie ein Netz durch verschiedene Stadtteile zieht, auch zahlreiche Park- und Grünanlagen: Küchengarten und Hofwiesenpark, aber auch Süd- und Ostfriedhof, in denen Bäume als markante Gestaltungselemente eingesetzt wurden. Villen mit parkähnlichen Gartenbereichen aus der 2. Hälfte des 19. Jahrhunderts spielen in Gera eine besondere Rolle.

An ehemals markante Geraer „Baumgestalten“ erinnern die gezeigten Baumscheiben von der gefällten Pyramideneiche vom Elsterufer in Gera-Untermhaus und von der markanten Robinie am Stadtmuseum. Durch ihre charakteristische Ausbildung von Holz und Rinde kann man in der Kabinettausstellung auch seltenere Baumarten wie Urweltmammutbaum oder Eibe kennenlernen. Besonders interessant ist ein Streifzug durch die Sammlung von Früchten und Fruchtständen von Bäumen, die von den Geraer Gehölzfreunden akribisch gesammelt wurden. Wer kennt die ungewöhnlichen Früchte von Amberbaum, Schwarznuss, Kaukasischer Flügelnuss oder Blauglockenbaum oder die Zapfen von Atlas-Zeder, Hemlocktanne oder Rumelischer Kiefer? Wer weiß Ahorn-Arten anhand ihrer Früchte zu unterscheiden? Die Ausstellung bietet botanisches Wissen, aber vor allem Anregung, auf dem neuen dendrologischen Wanderpfad durch Gera besondere Bäume zu entdecken. Nicht nur die 500jährige „Kalte Eiche“, von der wir einen Herbarbeleg verwahren, ist als Naturdenkmal geschützt, auch „Torstenson-Eiche“, „Prozesseiche“, „Lutherlinde“, „Puschkinplatz-Eiche“ und weitere. Besonderer Dank gilt Fiedlers Garten und Hobbyland GmbH für die Unterstützung mit attraktiven lebenden Gehölzen im Eingangsbereich. Die Kabinettausstellung „Gehölze in Gera“ ist bis 13. November 2016 im Museum für Naturkunde Mittwoch bis Sonntag und an Feiertagen von 12 bis 17 Uhr zu sehen:

Kontakt:
Museum für Naturkunde Gera
Nicolaiberg 3
07545 Gera
Tel: 0365 / 52003
E-Mail: museum.fuer.naturkunde@gera.de

Gesellschaft von Freunden der Naturwissenschaften in Gera
Leiter Sektion Gehölzkunde
Klaus Schultheiß
Tel: 0365 / 8005222
E-Mail: schultheiss-gera@web.de