Geras Internetredakteurin Monique Pucher und Thomas Heimstädt, Geschäftsführer der polidia GmbH, sind schon auf die Entscheidung der Jury gespannt. Foto: Stadtverwaltung, Archiv


Heute (Mittwoch, 8. Juni) wird im Berliner Admiralspalast eine angespannte Stimmung herrschen. 172 Vertreter von Agenturen, Unternehmen und Organisationen warten dann auf die Verkündung der Gewinner des Deutschen Preises für Onlinekommunikation. Unter ihnen sind auch die polidia GmbH aus Berlin, das Referat Kommunikation der Stadt Wolfsburg sowie die Stadt Gera. Gemeinsam betreuen sie die Internetplattform *bringt.zusammen.de, mit der sie in der Kategorie Krisenkommunikation und Issues Management nominiert sind.

Die Internetseite www.gera.bringt-zusammen.de ist im Dezember 2015 online gegangen und wurde rege genutzt. Knapp 60 Angebote haben Bürger bisher eingestellt, nahezu alle wurden auch an die registrierten Organisationen vermittelt. Das Prinzip ist ganz simpel. Möchte jemand seine Hilfe in der Flüchtlingsarbeit anbieten oder Sachen spenden, die nicht mehr benötigt werden, kann er oder sie dieses mit wenigen Klicks auf der Seite tun. Die registrierten Organisationen erhalten dann eine E-Mail, wenn das Angebot mit ihrem Bedarf übereinstimmt. Auf ganz unkomplizierte Weise kann dann Kontakt aufgenommen werden und die Hilfe wird zielgerichtet und passgenau vermittelt.

Entwickelt wurde die Plattform ehrenamtlich von den Mitarbeitern der polidia GmbH. Auch die Stadt Wolfsburg nutzt die Flüchtlingshilfehomepage seit dem vergangenen Jahr und hat so schon zahlreiche Hilfsangebote erfolgreich vermittelt. Im März schickten Gera, Wolfsburg und die polidia GmbH schließlich ihre gemeinschaftliche Bewerbung zum Deutschen Preis für Onlinekommunikation ab. Mehr als 700 Bewerbungen – und damit ein neuer Rekord – gingen insgesamt ein. „Wir hatten nicht wirklich damit gerechnet, auf die Shortlist, also unter die besten Fünf, in unserer Kategorie zu kommen, freuen uns nun aber umso mehr“, sagt Uwe Müller, Fachdienstleiter Presse, Marketing, Kultur und Sport. Doch ehe die Preise verliehen werden, müssen Thomas Heimstädt, Geschäftsführer der polidia GmbH, Florian Reupke vom Referat Kommunikation der Stadt Wolfsburg und Monique Pucher, Internetredakteurin der Stadtverwaltung Gera, die Internetplattform noch vor der Jury präsentieren. Am Mittwoch, 8. Juni, haben sie im Berliner Quadriga-Forum acht Minuten Zeit, die Juroren von ihrem Projekt zu überzeugen. „Wir haben uns viele Gedanken gemacht und Ideen gesammelt, damit wir bei der Jury im Gedächtnis bleiben“, verrät Monique Pucher. Im Anschluss heißt es dann Daumen drücken und zittern bis zur Gala am Abend im Admiralspalast.

Ebenfalls in der Kategorie Krisenkommunikation und Issues Management nominiert sind Currenta, ÖBB, Ogilvy und der Rhein-Main-Verkehrsverbund. Currenta kommentierte und begleitete im vergangenen Jahr eine Großschadenslage im Chemiepark Krefeld-Uerdingen, die Österreichische Bundesbahn konzipierte im vergangenen Jahr innerhalb kürzester Zeit die Kampagne „Menschlichkeit fährt Bahn“, um bei den Kunden um Verständnis in der Flüchtlingskrise zu werben. Ogilvy entwickelte die Seite ichbinstefanie.ch. Damit warb ein Account Manager einer Werbeagentur um Verständnis bei Kollegen und Kunden für seine Geschlechtsumwandlung. In Frankfurt lautete schließlich das Motto: Ärmel hochkrempeln für Frankfurt Rhein-Main. Damit wurde eine vierwöchige Sperrung des S-Bahntunnels begleitet, um die Bürger über Umleitungen und Ersatzverkehr zu informieren.

„Die Konkurrenz ist sehr stark, aber ich denke dennoch, dass wir mit *bringt-zusammen.de eine echte Chance haben, denn unsere Seite ist nicht nur dafür konzipiert, bei einmaligen Ereignissen zu unterstützen, sondern auch in der alltäglichen ehrenamtlichen Arbeit“, meint Thomas Heimstädt. In jedem Fall wird es für die Beteiligten ein aufregender Tag in Berlin. Ob Gera den Preis gewonnen hat, erfahren Sie nächsten Donnerstag unter www.gera.de