Theatertipps zum Wochenende 17. – 19. 6.

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Theatertipps zum Wochenende 17. – 19. 6.

Von | 2016-06-15T20:29:13+00:00 15 Juni 2016|Kategorien: Theater|Tags: , |

Die beiden letzten Premieren der Spielzeit kommen an diesem Wochenende in Gera heraus: am Freitag 19.30 Uhr das Ballett „Anita Berber – Göttin der Nacht“ im Großen Haus und am Sonntag um 18.00 Uhr das Musical „Die letzten fünf Jahre“ in der Bühne am Park.
Ballettdirektorin Silvana Schröder ist es gelungen den international gefragten Choreographen Jiří Bubeníček zu verpflichten. Der ehemalige Erste Solist am Hamburger Staatsballett und am Ballett der Semperoper fand die Inspiration nicht nur im Leben der Tänzerin Anita Berber, sondern auch in der Entstehungsgeschichte um ihr berühmtes Bildnis von Otto Dix.
Eine Göttin der Nacht oder eine Femme fatale im Tanz auf dem Vulkan? Anita Berber (1899-1928) war drei Mal verheiratet, zwischenzeitlich mit einer Frau liiert, alkohol- und drogensüchtig, verkaufte ihren Körper und zog Skandale förmlich an. Doch vor allem personifizierte sie eines: den Drang ihrer Generation, einfach zu leben, ohne an die verlorene Zukunft zu denken. Berber war eine Frau voller Energie, die es mit der Unmoral genau nahm und gern verschwenderisch lebte. So wurde sie in den frühen Zwanziger Jahren zur Stil- und Tanz-Ikone, die sich nicht davor scheute, nackt vor ihr Publikum zu treten. Sie stand für die Erotisierung des Tanzes und initiierte zugleich in Männerhosen und Jackett eine neue Mode-Ära. Dafür wurde sie vom Publikum geliebt und von Künstlern bewundert.
1925 stand sie nackt für Otto Dix (1891-1969) Modell – jung, schön und berühmt –, doch der Maler brachte eine ganz andere Frau auf sein Gemälde: in einem roten Kleid, mit blutroten Lippen, eingefallenen Wangen, faltiger Haut, dunklen Augen und blassem Teint. Ein Wirklichkeit gewordenes Bildnis des Dorian Gray! Das Publikum sah eine energiegeladene Frau in ihr; Otto Dix eine schwache, und er malte sie älter als sie je wurde. Berbers exzessiver Lebenstanz, Sinnbild eines ganzen Jahrzehnts, endete abrupt, als sie nur drei Jahre später, im Alter von 29 Jahren, verstarb.
Jiří Bubeníček arbeitet mit seinem Zwillingsbruder Otto Bubeníček zusammen, der für Bühnenbild und Kostüme verantwortlich zeichnet. Die Musik schreibt der britische Komponist Simon Wills, der der deutschsprachigen Theaterwelt bereits durch eine Vielzahl von erfolgreichen Konzert- und Opernkompositionen bekannt ist, darunter die Oper The Secret Agent (Feldkirch Festival, 2006), das Orchesterstück The Island (Tonhalle-Orchester Zürich, 2009) und Empress of Blandings – a Charleston for Orchestra, eine musikalische Hommage an den beliebten englischen Schriftsteller P.G. Wodehouse (Norddeutscher Rundfunk, 2013). Es war vor allem dieses letzte Werk, das Jiří Bubeníček auf Wills aufmerksam machte, beweist der Komponist doch darin ein hervorragendes Gespür für Rhythmus und Klang der 20er Jahre – eben jene Welt der Anita Berber.
So entschloss sich Bubeníček Kontakt aufzunehmen: ob der Komponist Interesse an einer neuen, abendfüllenden Komposition für ein Ballett habe? Wills sagte zu und machte sich sogleich an die Arbeit. Im März 2016 wurde dem Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera die druckfrische Partitur übergeben. „Anita Berber – Göttin der Nacht“ ist somit eine Uraufführung im doppelten Sinne: Sie lädt zum Kennenlernen einer neuen, choreografischen Handschrift ebenso wie zum erstmaligen Hörerlebnis der Musik. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung von Takahiro Nagasaki.
Wer das Ballett in dieser Spielzeit sehen will, muss sich für einen der drei Termine an diesem Wochenende entscheiden: 17. und 18. Juni 19.30 Uhr oder 19. Juni 14.30 Uhr.
Karten sind noch erhältlich. Nach der Premiere ist das Publikum auf der Premierenfeier im Theaterrestaurant herzlich willkommen!

Zu einem KINDERSOMMERFEST wird am Samstag, 18. Juni, von 10.00 Uhr bis 15.00 Uhr ins Puppentheater am Gustav-Hennig-Platz eingeladen. Das Ensemble des Puppentheaters lädt zu einem Fest ein, bei dem nicht nur Familien auf ihre Kosten kommen. Bei einem Mittagsimbiss oder Kaffee und Kuchen gibt es die Möglichkeit, mit Künstlern und Mitarbeitern des Theaters ins Gespräch zu kommen. Auf die Kleinen warten zudem Spiele und Überraschungen mit den Theaterpädagogen. Als Highlight werden drei Puppentheaterinszenierungen für Kinder ab 4 Jahren gespielt, die mit ihren kunstfertigen Figuren und humorvollen wie einfühlsamen Erzählweisen nicht nur Kinderherzen höher schlagen lassen.
Zum Kindersommerfest gibt es einen günstigen Sonderpreis von 2,-€ für Kinder und 5,-€ für Erwachsene. Damit sind der Eintritt und der Besuch einer Vorstellung möglich. Für jede weitere Vorstellung sind nochmals 2,- bzw. 5,-€ zu entrichten.
10:30 Uhr Der kleine gelbe Hund
Eines Morgens ist er einfach da und winselt: Ein kleiner, heimatloser Hund sitzt vor der Haustür der Malerin Mona. Die beschließt, dass der Hund ein wenig bei ihr bleiben darf. Doch ehe sie es sich versieht, stellt der Racker Monas Alltag auf den Kopf.
Es spielt: Sabine Schramm
11:30 Uhr Rapunzel
Die Inszenierung des Grimm-Klassikers ist längst selbst zu einer Legende geworden: Schon seit 1987 lässt das Marionetten-Rapunzel sein langes Haar immer wieder aufs Neue herab.
Es spielt: Marcella von Jan
14:00 Uhr Rotkäppchen
Eines der bekanntesten Märchen der Brüder Grimm
In der Fassung von Caren Pfeil lernen die jüngsten Zuschauer ein selbstbewusstes Rotkäppchen kennen, das mutig seine eigenen Wege geht und den Wald erkundet.
Es spielt: Lys Schubert

„Ohne Musik wär’ alles nichts“ sagte einst Mozart. Und die Musik wäre ohne sein Quintett für Klarinette und Streicher um ein wahres Meisterwerk ärmer. Er komponierte das Werk für seinen Freund, den bekannten und beliebten Klarinettisten Anton Stadler. In dem Klarinettenquintett kann der Klarinettist den runden, klaren Klang seines Instrumentes zur vollen Entfaltung bringen. Neben den Streichern bekommt er eine ganz neue Dimension, die man auf diese Weise nur selten zu hören bekommt. Die aus der Besetzung resultierenden Klangfarben veranlassten Mozart zu dem heiteren, mit sanfter Trauer vermischten Charakter, der das Werk so abwechslungsreich und unterhaltsam macht. Lassen Sie sich mit den Werken Mozarts im 243. Foyerkonzert am Sonntag, 19. Juni, um 11:00 Uhr in zauberhafte Klangwelten entführen! Außerdem steht Mozarts Konzert Nr. 12 für Klavier und Streichquartett auf dem Programm. Durch wunderschöne, einfache aber abwechslungsreiche Melodiebögen überträgt der Komponist die Stimmung der Musik auf den Hörer und macht so das Konzert auch für Ungeübte zu einem Klangerlebnis.
Es musizieren: Takahiro Nagasaki (Klavier),·Hendrik Schnöke (Klarinette)·, Markus Pinquart und Egbert Funda (Violine), Robert Hartung (Viola)·und Nico Treutler (Violoncello). Der große Zuspruch beim Vorverkauf hat zur Entscheidung geführt, das Foyerkonzert in den Konzertsaal zu verlegen.

Zum Ende der Spielzeit und Ausklang in den Sommer bringt Theater&Philharmonie Thüringen das Musical „Die letzten fünf Jahre“ in der Bühne am Park heraus. Premiere ist am Sonntag, 19. Juni, um 18:00 Uhr. Anschließend ist das Publikum auf der Premierenfeier in der Theaterkantine herzlich willkommen. Karten sind noch erhältlich!
Die musikalische Leitung hat Thomas Wicklein. In der Inszenierung von Felix Eckerle singen und spielen Claudia Müller-Kretschmer als Gast (Catherine Hiatt) und Alexander Voigt (Jamie Wellersteen). Claudia Müller-Kretschmar kennt das Publikum in Gera kennt bereits aus den Musicalproduktionen „Babytalk“, „Woodstock“, „Fame“ und „Les Miserables“. Bühnenbild und Kostüme entwirft Hilke Förster.
Für sein 2001 in Chicago uraufgeführtes Musical wählte Jason Robert Brown (*1970) eine ungewöhnliche Dramaturgie. Jamie und Catherine erzählen jeweils ihre Perspektive ihrer Geschichte: Jamie macht dies chronologisch vom ersten Kennenlernen bis zum Ende der Ehe – Catherine rückwärts, von der Trennung bis zum ersten Rendezvous. Daraus bezieht das Musical seinen besonderen Reiz. Browns teils lyrisch-sehnsuchtsvolle, teils jazzige Musik, die die Gemütszustände der beiden Protagonisten stets treffend ausleuchtet, nimmt Anleihen bei Swing, Gospel, Folk-Rock und Blues.
Der junge, erfolgreiche Schriftsteller Jamie Wellersteen und die nicht ganz so erfolgreiche, ebenfalls junge Sängerin Catherine Hiatt lernen sich kennen, verlieben sich ineinander, nehmen eine gemeinsame Wohnung, heiraten und teilen Alltag, Konto und Bett. Doch das gemeinsame Glück währt nicht allzu lange: Zu unterschiedlich sind ihre Interessen und Leidenschaften,  zu egoistisch sind beide, zu unterschiedlich verlaufen ihre Karrieren, zu schnell erkaltet ihre Liebe. Und so bleibt nach fünf Jahren und zahlreichen Missverständnissen und Verletzungen nur die Trennung.
Ob erste Liebeserklärung, sommerliches Picknick, Geburtstagsfete, Hochzeit, Weihnachten, Silvesterparty, Jamies Aufstieg zum Bestsellerautor, Catherines Mühen beim Casting – nachvollziehbar und unterhaltsam zugleich werden Lebenssituationen des Paares gleichermaßen berührend wie unterhaltsam dargestellt.

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