Grün, luftig, lebendig und außergewöhnlich stellen sich „KuK an!“-Besucher Geras Neue Mitte vor

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Grün, luftig, lebendig und außergewöhnlich stellen sich „KuK an!“-Besucher Geras Neue Mitte vor

Von | 2016-06-16T16:06:49+00:00 16 Juni 2016|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

Über 500 „KuK an!“-Besucher geben klares Meinungsbild – Umfrage fließt in Entwicklungsrahmen ein – weitere Bürgerbeteiligung geplant

Die Ergebnisse der Bürgerumfrage zur Ausstellung „KuK an! – Wie soll Geras Neue Mitte aussehen“ liegen vor. Der 20-seitige Bericht zeigt die wichtigsten Wünsche für die große Freifläche zwischen Stadtmuseum und De-Smit-Straße:

1. Besonders gefragt sind viel Grün, großzügige Freiräume und Wasserelemente.
2. Gastronomie kombiniert mit Möglichkeiten zum Erholen und Bummeln, Kultur und Aktivitäten für alle Generationen können sich die Umfrageteilnehmer besonders gut in „Geras Neuer Mitte“ vorstellen.
3. Unerwünscht sind zubetonierte Flächen, verbaute Plätze und plattenbauähnliche Gebäude. Dafür gefallen außergewöhnliche Architektur, Lauben- und Arkadengänge und innerstädtische Hingucker.

Dies fasst knapp zusammen, was über 520 der 3500 Ausstellungsbesucher schriftlich auf vier Fragen geantwortet hatten. Dabei lautete Frage 1: Welches Zukunfts¬sze¬na¬rio für „Geras Neue Mitte“ spricht Sie besonders an? 28 Szenarien standen zur Auswahl von jungen Planern und Architekten aus ganz Europa sowie 3 Studenten der FH Erfurt und einem Geraer Architekten.

Am beliebtesten ist das Szenario: „Citylines, Storylines“. Dieses sieht eine sehr große grüne Freizeitfläche vor, kombiniert mit Wohnen und Gewerbe, mit einer großen Freitreppe und öffentlich zugänglichem Wasser. Die Arbeit will die Natur stärken, sieht einen Verein als Koordinator aller Aktivitäten auf der Fläche vor und würde die Freiraumgestaltung über Investoren finanzieren wollen.

Auf der Beliebheitsskala folgt die „Kolonisie¬rung der Stadtmitte“. Diese Europan-Preisträgerarbeit will durch Zwischennutzungen die endgültige Nutzung vorbereiten. Sie zeigt kleinteilige Bebauung, mehrere öffentliche Plätze, Container-Werkstätten, Gärten, eine Kinobühne und Platz für Kultur und Biergarten. Grün, Wohnen und Gewerbe sowie ein Hotel mit Restaurant und ein Jugendzentrum mit Sportpark könnten nachfrageorientiert entstehen.

Die drittbeliebteste Arbeit ist: „Reth!nk Gera“. Sie sieht ein belebtes Ensemble im Süden der Fläche und ruhigeres Wohnen im Norden vor. Das gesamte Gebiet durchzieht ein Boulevard mit Läden, Gastronomie, einem Hotel. Plätze entstehen vor dem KuK und rund um die Platane vor der Bibliothek. Auch hier koordiniert eine Entwicklungsgesellschaft mit Bürgern die weitere Entwicklung, auch die Investorensuche.

Ebenso auf Zustimmung stieß die Arbeit „Eine Goldene Mitte für Gera“. Die Autoren schlagen vor, die Fläche zunächst mit Gold-Elementen zu aktivieren und die Bürger zu Zwischennutzungen zu motivieren. Für eine Auftaktphase sind unter anderem Sonnenblumenfelder vorgesehen, später viele Nutzungen angefangen beim Literarischen Salon im Freien um die Platane vor der Bibliothek bis hin zum Mehrgenerationenwohnen.

Als fünftbeliebteste Arbeit folgt „GERA Connected Urbis“ (Vernetzte Stadt). In einer kleinteiligen städtebaulichen Struktur ist ein Stadtteilbüro zum Management, als Bürgerkoordinator und als Betreiber und Entwickler digitaler Netzwerke für Geras Neue Mitte vorgesehen.

Interesse fanden weitere Entwürfe, bei denen Bürger Entwicklungen steuern, oder die Elemente enthalten wie einen Wasserturm, ein Wismut-Kunstmuseum, eine große Terrasse vor dem KuK, Gastronomie vor allem in Form von Cafés. Die beliebtesten Arbeiten in ihrer Gesamtwirkung stehen auch für eine schrittweise Flächenentwicklung und eine gewisse Besonderheit oder Außergewöhnliches in Architektur und Gestaltung. Damit bestätigten die Bürger weitgehend das Votum der Europan-Wettbewerbs-Jury, ergänzten es um zwei Publikumslieblinge.

Frage 2 der Bürgerumfrage wollte wissen: Welche Elemente der Entwürfe finden Sie passend für „Geras Neue Mitte“?
Am häufigsten wünschen sich die Geraer Grün, Freiräume zum Ausspannen und Verweilen, kombiniert mit Wasser, wobei besonders häufig die Arbeit „Das ist Gera“ als Anhaltspunkt diente: Zentrales Element ist ein großer Stadtgarten, umrahmt von Arkaden. Am zweithäufigsten gaben die Umfrageteilnehmer als passende Elemente an: Gastronomie, Gewerbe, ein Hotel. Am dritthäufigsten sprachen sich die Teilnehmer nicht für, sondern gegen etwas aus: Die Fläche soll nicht zubetoniert, nicht zugebaut werden, es soll nicht zu viel und nicht zu hoch gebaut werden, die Architektur soll vielfältig und nicht plattenbauartig sein. Auf die weiteren Plätze der beliebtesten Elemente kommen ein Treffpunkt für alle Generationen mit Kunst, Kultur, Spielplätzen, Stadtmöbeln, ein besserer Fußgängerweg über die Breitscheidstraße sowie reduzierter oder verlangsamter Individualverkehr in der Breitscheidstraße.

Frage 3 lautete: Was möchten Sie selbst in „Geras Neuer Mitte“ tun?
Hier bestätigen die Umfrageteilnehmer ihre Antworten auf die Fragen 1 und 2: Sie würden die Grünflächen und Wasserelemente zum Verweilen, Bummeln und als Treffpunkt selbst nutzen. Sie möchten Cafés, Biergärten, Läden, Sitz- und Spielplätze besuchen sowie Kultur, Kunst und Literatur erleben.

Frage 4 bat um „Weitere Anregungen und Hinweise“: Auch hier gehören die häufigsten Hinweise den Wünschen für viel Grün, Wasser, Kultur und Treffpunktqualität – und weniger Bebauung. Die Umfrageteilnehmer regen an, bei allen Plänen auch Machbarkeit, Finanzierbarkeit, Nachhaltigkeit und Umwelt-freundlichkeit zu sichern.

12 wesentliche Bürgeranliegen ermittelt
Aus den Antworten der Geraer leitete die „Arbeitsgruppe Bürgerumfrage“ als Essenz „12 wesentliche Bürgeranliegen für Geras Neue Mitte“ ab (siehe Anlage). Diese Bürgeranliegen fließen zusammen mit weiteren Planungsgrundlagen in den Entwicklungsrahmen, der bis zum Herbst für Geras Neue Mitte entsteht. „Die Bürgeranliegen spielen eine wichtige Rolle für unsere weitere Arbeit. Sie ergänzen die Fachmeinungen und weitere Beiträge, die auch dem Entwicklungsrahmen dienen. Darum danke ich im Namen der Stadt Gera herzlich allen Umfrageteilnehmern für ihre Mitarbeit. Dank ihnen haben wir ein Meinungsbild der Geraer zur Neuen Mitte“, so Claudia Baumgartner, Geras Dezernentin für Bau und Umwelt.

„Die Geraer haben uns gezeigt, woran ihnen an Geras Neuer Mitte liegt. Mein herzlicher Dank gilt auch der Umfrage-Auswertungsgruppe, die nach dem Vier-Augen-Prinzip aus Vertretern von ‚Ja für Gera‘ und Stadt Gera zusammen¬gesetzt war. Und ich danke nochmals allen, die ‚KuK an!‘ von der Vorbereitung bis zur Durchführung überhaupt ermöglichten“, ergänzt Volker Tauchert, Vereinschef von „Ja – für Gera“ e.V. Der Verein arbeitet mit der Stadt Gera partnerschaftlich an „Geras Neuer Mitte“, ein Kandidat der Internationalen Bauausstellung (IBA) Thüringen 2023. Er dankte mit Claudia Baumgartner auch der IBA Thüringen und dem Thüringer Bauministerium, die die Geraer Beteiligung am Architekturwettbewerb Europan 13 und damit auch „KuK an!“ überhaupt ermöglichten. Ohne Europan hätte Geras Neue Mitte weder diese Öffentlichkeit bekommen noch diese wertvollen Ergebnisse der Umfrage und der Bürgergespräche, so Baumgartner und Tauchert.

Die Umfrage-Auswertungsgruppe mit Martin Greipel, Heinz Klotz, Thomas Laubert, Matthias Röder, Olaf Schneider, Jörg Ziemer und Catrin Heinrich gab für die weitere Arbeit an „Geras Neuer Mitte“ folgende Empfehlung: Die Geraer sollten weiterhin nach ihrer Meinung zu den Planungen gefragt werden. Nur so können Alternativen diskutiert, Übereinstimmungen und Konflikte deutlich werden. Der Ergebnisbericht mit den 12 wesentlichen Bürgeranliegen zur Umfrage „KuK an! – Wie soll Geras Neue Mitte aussehen?“ steht im Internet unter: www.gera.de/iba.

Entwicklungsrahmen als nächster Schritt
Sobald die Finanzierung des weiteren Planungsprozesses gesichert ist, erarbeiten die Stadt Gera und der Verein „Ja – für Gera“ bis zum Herbst den Entwicklungsrahmen. Er enthält den Fahrplan und die Aufgabenstellung für die weiteren Planungsschritte. Dazu gehören die Parzellierung der Fläche, die Gestaltung der öffentlichen Räume, die Verkehrslösung, die Zwischen¬nutzungen, die Ansprache von Investoren, sowie die Prozesssteuerung mit der Bürgerbeteiligung. Vor der Umsetzung wird der Entwicklungsrahmen mit den Bürgern und dem Stadtrat diskutiert.

Mit dem Entwicklungsrahmen kann Geras Neue Mitte zugleich den Status eines IBA-Projektes erlangen. „Die intensive Mitarbeit an Geras Neuer Mitte seitens der Architekten und Bürger, der Stadtverwaltung und dem Verein Ja – für Gera steht für eine neuartige, zukunftsträchtige Stadtentwicklung, die über Gera hinausstrahlt“, so Marta Doehler-Behzadi, Geschäftsführerin der IBA Thüringen.

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