Ziehen gemeinsam im COMMA die Fäden: die Mitarbeiter des Fachdienstes Presse, Marketing, Kultur und Sport der Stadt Thomas Schmidt-Schaller, Claudia Grams und Frank Wegener. Foto: Stadtverwaltung/Monique Pucher.


Stadt übernahm im April 2015 nach fast dreijähriger Unterbrechung von der Volkssolidarität e.V. das Haus – Erfolgreicher Kurs für COMMA auf dem Weg

Das COMMA, eine der ältesten Spielstätten Geras, wird wieder seit zirka einem Jahr in Verantwortung der Stadt Gera betrieben und erfreut sich nach wie vor sehr großer Beliebtheit. Die Heinrichstraße 47 ist eine Adresse, die vielen Gerschen geläufig ist. Vielleicht in Erinnerung an unvergessliche Abende, vielleicht in Vorfreude auf bevorstehende Veranstaltungen. In jedem Fall ist das Comma ein Haus, in dem schon viele große Namen die Bühne betreten haben. Die neue Gastronomie und ein gut gefüllter Kalender versprechen Höhepunkte für die kommende Spielzeit.

Das Gebäude in der Heinrichstraße 47 wird im Jahr 2017 bereits 180 Jahre alt. Ein Blick zurück: Damals wurde es als Gesellschaftshaus der Öffentlichen Gesellschaft für Künstler und Handwerker erbaut. Feste, Bälle und Konzerte für die gehobene Gesellschaft wurden im Rahmen der so genannten „Bürgererholung“ in Hülle und Fülle dort abgehalten. Über die Jahre erfuhr das Haus mehrere Umbauten und wurde zu unterschiedlichsten Zwecken genutzt. 1990 ging es an die Stadt zurück und wurde als kulturelle Begegnungsstätte und als Heimstatt des sich eben gegründeten „Behindertenverband“ e.V. eröffnet. In den folgenden Jahren machte sich das Comma mit einem breiten Angebot einen deutschlandweit bekannten Namen: Kabarett, Lesungen, Liederabende, Konzerte, Kinderveranstaltungen, Tanzabende, Talkrunden, gehörten ebenso zum Angebot wie Veranstaltungen verschiedenster Vereine, Organisationen und Einrichtungen. Es wurde DIE genre- und altersübergreifende soziokulturelle Einrichtung der Stadt und hatte somit einen festen Platz in der Kulturlandschaft Geras. Ab März 2012 übernahm die Volkssolidarität das Comma. Sie gab es nach knapp drei Jahren an die Stadt Gera zurück.

Die Mitarbeiter des Bereichs Veranstaltungen der Stadt standen damit vor einem Neuanfang. Zunächst mussten alte Kontakte wieder aufgefrischt werden. Neben den vielen technischen Voraussetzungen in den Büros, wie z.B. Computer und Telefon, wurde die Licht- und Tonanalage auf Vordermann gebracht. Ein neuer Betreiber für die Gastronomie musste ebenso gefunden werden. Dann stand dem Spielbetrieb im Haus nichts mehr im Wege. Mit viel Engagement und auch durch die Unterstützung zahlreicher Geraer Firmen gelang der Neustart. Im letzten Quartal des Jahres 2015 fanden bereits viele Veranstaltungen statt. Die Mitarbeiter sind immer darauf bedacht, eine gesunde Mischung aus allen Veranstaltungsbereichen zu finden. Die Symbiose aus großem Haus, dem KuK, und kleinem Haus, dem Comma, bewährt sich dabei immer mehr. Vereine, Einrichtungen, Agenturen und Künstler melden täglich reges Interesse an. „Die Stadt bekennt sich zum Comma und ich bin froh, dass dem Haus wieder neues Leben eingehaucht wurde. Ich danke allen Beteiligten für ihren Fleiß, ihre Einsatzbereitschaft und das große Engagement. Den Besuchern wünsche ich viel Spaß bei den Veranstaltungen“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn.In diesem Jahr ist der Kalender schon gut gefüllt. Die Akquise der Mitarbeiter hat sich gelohnt. Ähnlich wie zu Beginn der Comma-Zeiten treten heute wieder Künstler auf, deren Karriere entweder noch am Anfang steht oder die es bevorzugen, Konzerte oder Lesungen in kleinerem Rahmen zu geben. Die heute bekannten Comedians Cindy aus Marzahn, Mario Barth, Olaf Schubert oder Sascha Grammel standen vor vielen Jahren schon auf der Bühne in der Heinrichstraße. Damals war ihr Name wohl nur glühenden Anhängern bekannt, heute füllen sie deutschlandweit riesige Hallen. Fester Bestandteil sind auch Vorführungen des Filmclubs Comma e.V., Dia-Shows, Kinderveranstaltungen, Informationsabende zu verschiedenen aktuellen Themen, Veranstaltungen mit dem Songtage-Team um Dake-Event Leipzig, Buchlesungen, Kabarett und Comedy und natürlich Konzerte. Auch die beliebten Yesterday-Abende, die es bereits seit Anfang der 90er-Jahre gibt, finden mehrmals jährlich statt. „Das Comma ist eine Bereicherung für die Stadt, denn wir haben damit nicht nur den großen Saal im KuK zur Verfügung, sondern auch kleinere Räume. Das schafft eine fast schon intime Atmosphäre, die viele Künstler schätzen“, weiß Thomas Schmidt-Schaller, der gemeinsam mit Claudia Grams und Frank Wegener die Fäden im Comma zieht.

Der Kalender für die nächsten Wochen, Monate und sogar Jahre ist bereits jetzt mit reichlichen Höhepunkten gespickt. Von Mitte Juli bis Mitte August locken jeden Freitag die Sommerfilmtage in den Comma-Garten, weiterhin folgen u.a. Ray Wilson, Purple Schulz, Eric Fish oder Ohrenfeindt. Nächstes Jahr stehen schon u.a. Wolf Maahn, Joachim Witt, Uwe Steimle, Die Nacht der Travestie, Dr. Mark Benecke, Wladimir Kaminer, Ute Freudenberg, Comedians wie „Die Echse“ und „Der Tod“ und ein Konzert der Band „Subway to Sally“ im Kalender. Dank der sehr gut laufenden Gastronomie finden auch Hochzeiten oder Abschlussbälle in der Heinrichstraße statt.