Theatertipps zum langen Wochenende 28. bis 31. Okt.

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Theatertipps zum langen Wochenende 28. bis 31. Okt.

Von | 2016-10-29T06:46:02+00:00 29 Oktober 2016|Kategorien: Theater|

Die erste Opernpremiere dieser Spielzeit in Gera wird am Freitag, 28. Oktober, um 19.30 Uhr Carl Maria von Webers „Der Freischütz“ sein. Regie führt Bruno Berger-Gorski. Der Wahlwiener inszenierte bereits auf vier Kontinenten mehr als 90 Musiktheaterwerke und entwickelt eine interessante Sicht auf das Werk, das seit seiner Uraufführung 1821 als Inbegriff der deutschen romantischen Oper gilt.
Die Musikalische Leitung hat GMD Laurent Wagner. Bühnenbild und Kostüme entwirft Knut Hetzer.
In den Partien: Chao Deng/Andrii Chakov (Ottokar), Johannes Beck (Cuno) Anne Preuß (Agathe), Akiho Tsujii (Ännchen), Kai Wefer (Caspar), Hans-Georg Priese (Max), Ulrich Burdack (Eremit/Samiel), Alexander Voigt( Kilian) u.a. Der Opernchor singt in der Einstudierung von Holger Krause.
Nur ein einziger Probeschuss trennt den Jägerburschen Max von seinem großen Glück: Wenn ihm dieser perfekt gelingt, wird ihm vom Erbförster Cuno die Hand seiner geliebten Agathe gewährt. Obwohl Max ein guter Schütze ist, scheint ihn sein Können gerade jetzt zu verlassen. Um den Teufelskreis aus Angst und Versagen zu durchbrechen, sucht er sich Hilfe bei dem Jäger Caspar. Der rät ihm, des Nachts in der Wolfsschlucht beim schwarzen Jäger Samiel sieben Freikugeln zu gießen. Doch der Pakt mit dem Teufel will ein bitteres Ende nehmen.
Der Wald als Handlungsraum ist zugleich ein Ort fröhlichen Jagdtreibens und geheimnisvoller, bedrohlicher Mächte. So bewegt sich die Musik zwischen volkstümlicher Heiterkeit und dämonischer Finsternis. Melodien wie „Der Jungfernkranz“ und der „Jägerchor“ waren zu Webers Zeit Gassenhauer und haben sich bis heute ihre Popularität bewahrt.
Anschließend ist das Publikum herzlich willkommen auf der Premierenfeier im Theaterrestaurant Szenario. Die 2. Vorstellung ist gleich am Reformationstag, 31. Oktober, um 14.30 Uhr. Karten sind noch erhältlich.

Letzte Gelegenheit die außergewöhnliche Inszenierung des Puppentheaters „Die große Reise“ zu sehen, ist am Samstag, um 19.30 Uhr. Im Wechsel von Erlebnis- und Reflexionsebenen – zwischen Wirklichkeit und Fiktion –  erzählen die Darsteller Marcella von Jan, Lys Schubert, Sabine Schramm und Lutz Großmann mit den faszinierenden Mitteln des Puppentheaters Jorge Semprúns bewegende Geschichte: er wurde aus Frankreich ins KZ Buchenwald deportiert. Die tagelange Reise im Waggon bietet die Möglichkeit einer Projektionsfläche für die vielfältigen persönlichen Erlebnisse vor und nach Buchenwald, die der Zuschauer durch ein Wechselspiel von Vor-und Rückblenden unmittelbar mitverfolgt. Das Publikum besteigt einen Waggon und bekommt die Zugfahrt imaginiert.

Im Großen Haus gibt am Samstag, 29. Oktober, ab 19.30 Uhr Maria Callas eine Meisterklasse, an der das Publikum teilnehmen darf. Terrence McNallys Komödie „Meisterklasse“ spielt eine Lehrstunde für junge Sänger in all ihren Facetten nach.
Annette Büschelberger besticht mit ihrer Schauspielkunst in der Rolle der Maria Callas geradezu. Die Schauspielerin kehrt als Gast in dieser Inszenierung von Kay Kuntze auf die Bühne in Ostthüringen zurück. Die Callas (1923-1977), diva divina oder diva assoluta genannt, eroberte als Violetta, Medea, Norma oder Tosca von der Metropolitan Opera bis zur Mailänder Scala die großen Bühnen der Welt. In diesem Stück wird sie erlebbar als verletzte und verletzliche Frau, aber auch als selbstbezogene, eitle und despotische Künstlerin, die in der MEISTERKLASSE noch einmal ihre großen Triumphe auf der Bühne durchlebt, ihre Kindheit im Schatten ihrer schöneren Schwester, ihre Beziehung zu Aristoteles Onassis und den Konkurrenzkampf mit weniger talentierten, aber hübscheren Rivalinnen. Ihre lebenslange Suche nach Liebe und Bewunderung kulminiert in einem Appell für die Wahrhaftigkeit der Kunst.
Nachdem Maria Callas ihre beispiellose Karriere 1965 in London beendet hatte, gab sie immer wieder Meisterklassen an der New Yorker Juilliard School. Ihr pädagogisches Anliegen war es, den Schülern gesangliche Perfektion zu vermitteln. Wer nicht bereit sei, alles zu geben, habe auf der Bühne nichts verloren, so ihr Credo.
Die Teilnehmer der Meisterklasse in dieser Inszenierung sind Anne Preuß aus dem Musiktheaterensemble und Emma Moore und Paul Kroeger aus dem Thüringer Opernstudio.·Thomas Wicklein hat die musikalische Leitung und ist in der Rolle des Repetitors am Klavier zu erleben. Es erklingt Musik von Vincenzo Bellini, Giacomo Puccini und Giuseppe Verdi. Als Bühnenarbeiter tritt der Leiter der Bühnentechnik René Prautsch auf.

Wenn Sie noch immer nicht wissen was es mit „Zwei Männern ganz nackt“ auf sich hat, müssen Sie am Sonntag, 30. Oktober, um 18.00 Uhr in die Bühne am Park gehen. Dort wird die französische Komödie von Sébastien Thiéry (*1970) aufgeführt. Regie führte Schauspieldirektor Bernhard Stengele.
Der etablierte Anwalt Alain Kramer (Bruno Beeke) ist schockiert, als er in seiner Wohnung erwacht und neben sich im Bett seinen Kollegen Nicolas Prioux (Ulrich Milde) vorfindet – ebenfalls nackt. Beide können sich an nichts erinnern. Wie sind die beiden Männer in diese Situation geraten, die sie sich nicht erklären können? Alains Frau Cathérine (Christiane Nothofer) zieht den einzig logischen Schluss: Ihr Mann ist schwul und hat sie betrogen. Alain unternimmt deshalb allerlei abwegige Versuche seine Frau davon zu überzeugen, dass er heterosexuell ist. Doch bald entdeckt er weitere Gedächtnislücken und gerät vor seiner Frau und sich selbst in immer größere Erklärungsnot….. Der Abend hat Tempo und Witz, aber nicht für alles eine Lösung!

Gera und Altenburg
Camille Saint-Saëns (1835-1921) berühmten „Karneval der Tiere“ hat Theater&Philharmonie Thüringen auf das Programm des  Familienkonzertes am Sonntag, 30. Oktober, gesetzt. Um 11:00 Uhr beginnt die Aufführung im Konzertsaal der Bühnen der Stadt Gera und um 16:00 Uhr im Landestheater Altenburg. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera musiziert unter der Leitung von Takahiro Nagasaki Die Moderatorin übernimmt Musikdramaturgin Laura Knoll.
Camille Saint-Saëns hat seine 1886 komponierte Suite ursprünglich für ein Hauskonzert konzeptioniert und selbst auch nur einmal in diesem Rahmen gehört. Der Komponist hat jedoch die Veröffentlichung des Werkes verboten, so dass es erst nach seinem Tod im Druck erschien. Heute ist die „Grande fantaisie zoologique“ auf allen großen Konzertsälen zuhause und lockt mit ihren farbenreichen und mitreißenden Melodien zahlreiche Zuhörer an.
Mit dem „Karneval der Tiere“ thematisiert Camille Saint-Saëns die Vielfalt der Tierwelt. Dabei gelingt es ihm mit einer eher kleinen, kammermusikalischen Orchesterbesetzung aus elf Musikern, die Geräusche und Rufe von nicht weniger als dreizehn Tieren zu vertonen und zu imitieren. Eröffnet wird das Stück mit dem Einzug der Tiere auf den Festplatz und dem königlichen Marsch der Löwen. Doch der majestätische Eindruck bleibt nicht lange bestehen, weil die Hühner und Hähne gleich in aufgeregtes Gegacker verfallen. Dies erschreckt wiederum die Esel, die aufgeregt durch die Menge stürmen. In dieser Nummer fällt eine Besonderheit der Komposition auf: Camille Saint-Saëns lässt gleich zwei Pianisten an zwei Klavieren wie wild in die Tasten greifen und virtuose Läufe spielen.
Als Gegensatz zu diesem Durcheinander kommen nun die ruhigeren Tiere zu Wort: Zuerst die Schildkröten, dann die Elefanten, die heute zum Karneval sogar Walzer tanzen können! Der Elan der Elefanten stachelt wiederum die Kängurus an, die begeistert durch die Gegend hüpfen. Doch nicht nur die Landbewohner sind heute gut aufgelegt, auch die Einwohner des Aquariums zeigen sich von ihrer besten Seite. Gemeinsam mit einem feinen Klangspiel der Streicher untermalt das helle Passagengeglitzer der Klaviere die schwerelos dahingleitenden Fische. Neben den Tieren des Zoos haben sich auch die Lebewesen des Waldes auf den Weg gemacht, um bei dem Fest teilzunehmen. Die Füchse sind gekommen, ebenso wie der Kuckuck und andere Vögel. Die Klarinette imitiert die Rufe des Kuckucks, während die Violinen sowie die Flöte das virtuose Gezwitscher der Vögel nachahmen.
Auf dem Fest treiben aber auch so manche Kreaturen ihr Unwesen, die gar nicht so einfach als Tiere bezeichnet werden können. Sowohl die Pianisten als auch die Fossilien werden gesichtet! Aber in dieser Nacht wird keiner ausgeschlossen, sondern alle feiern lustig zusammen. Am Ende bequemt sich sogar der stolze Schwan zu einem kurzen Besuch und lässt sein weißes Gefieder im silbernen Mondlicht schimmern. Seine musikalische Entsprechung findet er in der sehnsuchtsvollen Melodie des Cellos, die nun wohl auch den letzten Zuhörer von der Magie dieser Nacht überzeugt. Mit einem großen Finale endet der Karneval, und alle Tiere ziehen wieder zurück in ihre Höhlen, Hütten und Nester.
Camille Saint-Saëns „Karneval der Tiere“ ist wahrscheinlich sein erfolgreichstes Stück, weil es kleine und große Konzertbesucher gleichermaßen erfreut. Für letztere kann der Reiz des ursprünglich als Gelegenheitsarbeit geplanten Werkes in der witzigen Charakterisierungskunst des Komponisten mit ihren zahlreichen ironischen Anspielungen auf andere bekannte Stücke liegen. Theater&Philharmonie Thüringen lädt auf jeden Fall die ganze Familie dazu ein, mit den Musikern und den Tieren von Camille Saint-Saëns einen bunten und vergnüglichen Karneval schon vorab der Faschingssaison im Konzertsaal zu erleben!