Am 2015 gebauten Reformationskreuz trafen sich alle Wanderer, hier luden die Kirchen zur Andacht ein und die Vereine zu Speis, Trank und zum Verweilen. (Stadt Gera/Catrin Heinrich)


Gera hat seit dem Reformationstag einen „Luther-Rundwanderweg“. Diesen legte die Grünwerkstatt „Stadtwald erleben“ an – eine Arbeitsgemeinschaft aus Förderverein Geraer Stadtwaldbrücken, Ökumenischer Kirchbauverein Gera, OTEGAU, Stadt Gera und Privatpersonen. Der 20 Kilometer lange Weg will Gera vor allem für Wanderfreunde attraktiver machen. Die Runde entstand, indem an zwei Stellen des sich durch Gera schlängelnden Lutherweges ein Verbindungsweg angeschlossen wurde. Dieser schließt die Runde wie eine „Spange“. Die Verbindung ist ca. 3,4 Kilometer lang und verläuft von Collis nach Zwötzen. Für den Namen hatte die Grünwerkstatt um Namenvorschläge gebeten. Aus allen Vorschlägen kristallisierte sich vor „Junker-Jörg-Weg“ der Name heraus: „Katharinas Spange“. Wie Geras Fachdienstleiter Umwelt, Konrad Nickschick, erklärte, bezieht sich der Name auf Luthers Frau: Katharina von Bora.

Zur Wegeeröffnung am Reformationstag in Collis begrüßte sehr herzlich Geras Dezernentin für Bau und Umwelt über 100 Geraer, die sich schon um 9 Uhr mit dem Busshuttle ab Heinrichstraße oder individuell nach Collis aufgemacht hatten. Besonderen Dank sprach Claudia Baumgartner an Wolfang Tiefensee aus, den Thüringer Minister für Wirtschaft, Wissenschaft und Digitale Gesellschaft. Mit der Bitte um weitere Unterstützung und Werbung für Gera überreichte sie ihm die neuen Lutherweg-Gera-Flyer sowie Markierungs-„L“-Schilder. Er unterstütze Gera, so Tiefensee. Er sei immer gern in Gera und dankte der Grünwerkstatt für „Herzblut und Kraft, Zeit und Geld“ für das Projekt. Der Rundweg nütze zum Reformationsjubiläum dem Tourismus. Für diese Anerkennung, auch des bürgerschaftlichen Engagements, dankte ihm wiederum Heinrich-Dieter Hischer, der Vorsitzende des Fördervereins Stadtwaldbrücken Gera: „Ihr Kommen heute macht uns Mut, weiterzumachen“, so Hischer. Ihm schloss sich Horst Richter an mit einer Bitte als Vorstandsmitglied des Ökumenischen Kirchbauvereins: Er überreichte dem Minister eine Weinflasche mit dem Slogan: „Viele Hände für Gera“ und übermittelte: „Wir brauchen auch Ihre Hände“.

Nachdem alle gemeinsam die Bänder des Luther- und des Katharina-Weges symbolisch zum Rundweg verknüpft hatten, begann die Wanderung über die Lasur bis nach Zwötzen. Pfarrer Mathias Hock sprach dafür ein Geleit zu Hoffnung, Frieden und Liebe. An der Zwötzener Kirche schlossen sich weitere Mitwanderer um Pfarrer Roland Geipel an. Zu etwa Hundertfünfzigst ging es nach Debschwitz, in den Stadtwald hinauf zum Fuchsturm und dann weiter zum Reformationskreuz an der Waldhausbrücke. Dort kamen aus der Innenstadt weitere rund 80 Wanderer an. Pastorin Ulrike Schwarz und ein Mitglied der Grünwerkstatt waren ab der Salvatorkirche über den innerstädtischen Lutherwegabschnitt in den Stadtwald gelaufen. Die kleine „Sternchenwanderung“ machte Station an Lutherweg-Infotafeln, von denen 12 in Gera zur städtischen Geschichte und zur Reformationszeit informieren.

Im Stadtwald versorgten die Vereine mit Speis und Trank und Kinderbasteln alle Ankommenden, auch die vielen Individualwanderer. Um 13 Uhr gestalteten Superintendent Andreas Görbert, Pfarrer Mathias Hock und Pastor Thomas Härtel die Ökumenische Andacht des Arbeitskreises Christlicher Kirchen Gera. Der Posaunenchor der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Gera umrahmte musikalisch.