Gera Märchenmarkt wird um eine Attraktion reicher: Rentierschlitten an Weihnachtsmann übergeben

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Gera Märchenmarkt wird um eine Attraktion reicher: Rentierschlitten an Weihnachtsmann übergeben

Von | 2016-11-30T06:44:16+00:00 9 November 2016|Kategorien: Allgemein|Tags: , |

Was für eine Freude beim Geraer Märchenmarktweihnachtsmann: Jetzt wurde auch er endlich mal beschenkt! Er darf sich über einen eigenen Rentierschlitten freuen. Zu verdanken hat er dies Bernd Holzmüller. Mit auf dem Foto Claudia Rieß, die den Schlitten farblich gestaltete.(Stadtverwaltung/Steffen Weiß)


Normalerweise ist es ja so, dass der Weihnachtsmann die Geschenke verteilt. Kaum einer kommt auf die Idee, den Weihnachtsmann zu fragen, was er sich denn wünscht. Bernd Holzmüller hat es getan.

Aber der Reihe nach. Die beiden Brüder Bernd Holzmüller und Sven Burghart sind bei den Besuchern des Geraer Märchenmarktes bekannt. Jahr für Jahr sind sie dort mit einem eigenen Stand, der Janos Baumkuchenstriezelei, vertreten. Das heißt, dass sie sich bis zum Heiligabend um die Gaumenfreuden der Märchenmarktbesucher kümmern. Das eigene Weihnachtsfest vorzubereiten, bleibt da kaum Zeit. Und so fragte Bernd Holzmüller den Märchenmarktweihnachtsmann voriges Jahr, ob er nicht die Bescherung in seiner Familie übernehmen könne. Und er hat es getan.

Bernd Holzmüller war derart angetan, dass er spontan den Weihnachtsmann fragte, was er sich denn wünsche. Einen Schlitten! Nein, nicht so einen kleinen Schlitten für die Rodelpartie durch die weiße Pracht. Einen richtigen, einen Rentierschlitten, wie es sich für einen Weihnachtsmann gehört!Die beiden Brüder haben den Wunsch ernstgenommen und gleich mit Nachforschungen begonnen, woher man so etwas bekomme. Fündiggeworden sind sie letztlich in Schleswig-Holstein: Ein vor sich hin gammelnder Scheunenfund, geschätzte 130 Jahre alt, etwas heruntergekommen, mit zig Farbschichten übereinander. Als die Brüder dem Weihnachtsmann schon mal Fotos von diesem abgewrackten Bauernschlitten zeigten, schlug er vor lauter Schreck die Hände über dem Kopf zusammen: „Um Gottes Willen! Das wird doch nie was!“.

Und ob das was wird! Davon konnte sich der Weihnachtsmann heute (09.11.2016) persönlich überzeugen. Würde er sein Geschenk erst Heiligabend bekommen, dann wäre das nämlich zu spät. So gab es die Bescherung für den Rauschebart schon jetzt.

Für die Restauration haben sich die beiden Brüder Fachleute mit ins Boot geholt. Die Tischlerarbeiten hat Marco Hörat übernommen, lackiert wurde er von Claudia Rieß und frisch aufgepolstert von Thomas Will. Und die beiden Brüder haben alles finanziert, so um die 5000 Euro. Wobei „lackiert“ schon ein viel zu einfacher Ausdruck dafür wäre, was tatsächlich geschehen ist. Claudia Rieß hat mit einem sogenannten Schlepppinsel gearbeitet. Die alte Handwerkstechnik kam früher vor allem an Fahrzeugen zum Einsatz. Im „normalen“ Leben ist Rieß Arzthelferin. Malen ist für sie der Ausgleich zum Berufsalltag. In den Schlitten hat sie fast 100 Stunden investiert. Um überhaupt erst einmal den richtigen Farbton zu finden, hat sie sich extra die Mütze vom Weihnachtsmann geben lassen. Bei der Materialberatung setzte sie auf die Fachkompetenz von Farben Kessler. Nicht minder aufwändig waren die sonstigen Restaurationsaufgaben. Komplettiert wurden die neuen Polster mit einem von Albert Line gestickten Schriftzug Märchenmarkt Gera.

Und nun? Kommt der Weihnachtsmann dann täglich mit dem Rentierschlitten zum Märchenmarkt? Das würde ja schon erst mal Schnee voraus setzen. Voll funktionstüchtig ist der Schlitten, Schneetage gab es in den vergangenen Jahren allerdings nur selten. Und dann gibt es noch etwas, was dem Märchenmarktweihnachtsmann derzeit noch fehlt: die Rentiere. Also wird der Rentierschlitten als neue Attraktion auf dem Märchenmarkt installiert. Da die Bühne mit dem riesigen Sessel und dem Rauschebart selbst schon gut ausgefüllt ist, schließlich sollen auch noch Kinder zur Weihnachtsmannsprechstunde darauf passen, kommt der Schlitten neben die Bühne. Und die fehlenden Rentiere? „Die haben wir uns für nächstes Jahr vorgenommen“, stellt Märchenmarktorganisatorin Claudia Grams in Aussicht.