Burlesque

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Burlesque

Von |2017-10-13T16:43:27+00:0013 Oktober 2017|Kategorien: Theater|Tags: , |

Eine klassisch-jazzige Matinee für Violoncello und Klavier erwartet die Besucher des 254. Foyerkonzerts am Sonntag, 29. Oktober 2017, um 11:00 Uhr im Konzertsaalfoyer der Bühnen der Stadt Gera. Auf dem Programm, das die Pianistin Aska Carmen Saito und der Cellist Nico Treutler Burlesque überschrieben haben, stehen Werke von Ludwig van Beethoven, Sergei Prokofjew und Nikolai Kapustin.

Was in Italien als salopp komische Vorstellung begann, entwickelte sich in London und bald darauf in allen großen Metropolen der Welt zur beliebten Bühnenshow. In der „Burlesque“ wurde dem einfachen Volk einiges geboten: gefeierte Komiker, Glitzer, Glamour und als Höhepunkt der Show traten leichte Mädchen in Hosen auf – ein geradezu grotesker und skandalöser Anblick am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Dass die Musiker Nico Treutler (Violoncello) und Aska Carmen Saito (Klavier) vermutlich beide in Hosen auftreten werden, wird heute keine Skandale mehr erregen. Die Musik, die sie spielen werden, kann aber als Hommage an diese aufregende Zeit verstanden werden. So verbindet z. B. die Musik von Nikolai Kapustin (*1937) auf kunstvolle Weise virtuose Jazzelemente mit klassischen Formen. Und auch Sergei Prokofjew (1891-1953) repräsentiert diese Epoche mit seinem vielschichtigen Kompositionsstil, der sich aus vier Grundelementen zusammensetzt: einem Interesse für historisierende Elemente kombiniert mit der Begeisterung für eine gewagte Harmonik, einem Gespür für mitreißende Rhythmik sowie Momenten ausdrucksstarker Lyrik. Was aber hat das eher aufreizende Genre der Burlesque mit Ludwig van Beethoven zu tun? Hinweise darauf findet man wohl am besten bei Erich Kästner in seinem Gedicht Nachtgesang des Kammervirtuosen: „Du meine neunte letzte Sinfonie! / Wenn du das Hemd anhast mit rosa Streifen… / Komm wie ein Cello zwischen meine Knie, / Und lass mich zart in deine Seiten greifen.“
Vielleicht muss man aber auch einfach selbst die ästhetisch-sinnlichen Klänge von Cello und Klavier hören, um Kästners Erfahrung nachvollziehen zu können. Die Möglichkeit dazu besteht am Sonntag, 29. Oktober 2017 um 11:00 Uhr im Konzertsaalfoyer der Bühnen der Stadt Gera.

Karten sind an der Theaterkasse erhältlich, Telefon 0365-8279105.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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