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MUSIKALISCHE ERFAHRUNGSBERICHTE ERWACHSENGEWORDENER

Zwei Selbstmorde, eine Bluttat, ein Beziehungsende mit gemeinsamem Kleinkind, Pegida-Demos und ein paar alte Jungs, denen das Heraufbeschwören der Jugend beim Kneipenabend nicht mehr so recht gelingen will. „Jetzt ist alles entgleist“ – Keiner weiß so recht wohin, aber alle wollen irgendwie weg.

Die Lieder der Band bergen aus Dresden handeln vom scheinbar endlosen Prozess des Erwachsenwerdens, von fragilen Konstrukten, wie dem gemeinsamen Heim, Beziehung und Kleinfamilie, die in „Klötze“ allesamt wie ein Kartenhaus in sich zusammenfallen. Anderswo erschrickt man vor

der eigenen Gesetztheit, vor der Beiläufigkeit der Beobachtung der Langweiligkeit des eigenen Lebens, wie wenn sich der Erzähler in „Zeiten für Kerle“ selbst reflektiert: „Ich habe die Hände schon fast betulich vorm Bauch und höre Geschichten, für die man Vorwissen braucht.“

Man kann ihre Musik Folkpop nennen, man dürfe, so die Band, aber auch Schlager dazu sagen. bergen ist inzwischen so etwas wie ein klapperiges Vier-Mann-Geru?st, das abends ganz ehrbar in einem Kellerraum im Osten Dresdens probt. Die Gänge stinken ein bisschen nach Urin und Bier und gleich obendrüber hämmern verärgerte Kosmetikerinnen ans Heizungsrohr, wenn sie mal ein bisschen zu viel Schwung aufnehmen. Live wie auch auf ihrem Album wird jenes Gerüst an allen Ecken und Enden verziert – durch die vielschichtigen

Backing Vocals von Cornelia Mothes, eine traurige Trompete von Gründungsmitglied Sten Friedrich, der mittlerweile in Hamburg lebt, und den Multi-Instrumentalisten Ludwig Bauer.

Das, was im Keller hemdsärmelig und hölzern klingt, das nach Halt sucht und das eigene Steif- und Erwachsenwerden erschrocken bis ironisch verklausuliert, schwingt sich dann tatsächlich wie ein stolzer Adler in die Höhe, auf „dass es roh die Seele auf zum Himmel zieht.“

EINTRITT FREI!

Weitere Infos außerdem unter http://www.songtage-gera.de/programm/kuenstler-2016/bergen/