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Die schrecklichste Entscheidungssituation des biblischen Buches Ruth liegt lange vor der Geschichte, die wir alle kennen. Kurz bevor Ruth sagt: „Wo du hingehst, da will ich auch hingehen!“, haben die beiden Mädchen mit sích gerungen. Mit der Schwiegermutter, die sie offenbar herzlich liebhaben, mit in die Fremde gehen oder zurück in die Heimat, wo sie keine Familie mehr haben. So oder so ist es hart. Deswegen gehen die beiden Frauen auf William Blakes Bild beide so gebeugt. Ruth geht dann mit in die Fremde. Eine realistische Chance, ein einigermaßen gutes Leben zu leben, hat sie nicht mehr. Selbst die Schwiegermutter Naomi wieß nicht, ob sie noch einmal Boden und Ehre findet. Doch beim herbstlichen Ährenlesen geht dann alles gut aus.

Wir feiern am Sonnntag das Erntedankfest in Thieschitz, und alle, die zur Sommerkirche kommen, sind herzlich aufgefordert, Erntegaben mitzubringen, damit wir den Altar vor dem Gottesdienst schön schmücken können. Der Kirchenchor der Untermhäuser Gemeinde wird singen, und wir haben einen Gast. Einen Migranten aus Liebesgründen, der einer deutschen Frau nachreiste, die er in Kairo kennenlernte. So kam er aus Liebe nach Deutschland, aber die Frau, die er liebte, war verheiratet und für ihn unerreichbar. Für Osama ben Shahem ging die Geschichte böse aus. Wie es für Orpa in Moabit wurde, wissen wir auch nicht. Aber Ruth wurde die Großmutter des großen Königs David. Was gibt uns Mut, es mit der Fremdheit aufzunehmen, und was passiert, wenn es nicht gut ausgeht? Wofür danken wir dieses Jahr?
Hier können Sie unseren Flyer für die Sommerkirche 2018 „Fremde der Bibel“ aufklappen: http://www.marienkirche-gera.de/CMS/data/files/Flyer%20Fremde%20der%20Bibel%202018.pdf.