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Derbe Chansons mit koketten Klavierspielereien

… ein Mixtape voller kaputter Chansons, interpretiert von einer Krautrock-All-Star-Band, in der Christiane Rösinger und die Gummibärenbande mitspielen. Die klugen Texte kreisen vor allem um die Liebe, thematisieren auch mal Körbchengrößen, Spermageschmack, Schamhaare, Pariser, vollgekackte Hosen und eben auch: Pisse …
(Jurek Skrobala, Spiegel Online)

Wir haben Glück, dass in einer Zeit, in der alles Gestörte, Neurotische entweder zu riesigen Funmonstern aufgeblasen oder unter den Teppich gekehrt wird, plötzlich diese beiden Songwriterinnen um die Ecke gekommen sind.

Als 2015 das Debüt von Daniela Reis und Fritzi Ernst alias Schnipo Schranke herauskam, war man irgendwie irritiert bis begeistert, dass die beiden so derbe Sachen zu so entzückenden Melodien singen. Sie haben nicht locker gelassen und weiter getextet und komponiert. Auch um klar zu machen, dass die wirklich derben Sachen nichts mit „Pimmel“ oder „Pisse“ singen zu tun haben, sondern mit Liebe, Tod, Vergangenheit, zum Beispiel.

„Singer/Songwriter“ im deutschen Kontext …!?
Da haben die meisten von uns Männer mit Bart und Hut vor Augen, die Stadien füllen, in dem sie sentimental von Heimat oder Früher singen. Aber Früher und Heimat sind nicht sentimental und Liebe ist nicht dieses Schmusegefühl.

Heimat sind auch die Schatten der Vergangenheit und Liebe ist auch einsam auf dem Baum sitzen und warten, bis du endlich mal lüftest. Fassungslos dem Tod ins Gesicht schauen. Von all dem handeln die Songs von Schnipo Schranke. Dass man durch Pipi, Sperma und Eiter reiten muss, es geht ums Sich-Aushalten-Müssen, ums Eingeliefertwerden, um Dope, auf Tour sein, down sein, eine von den Geilen sein.

… und dabei sind die Songs auch immer wieder schrecklich lustig.

Tickets und weitere Infos gibt es unter http://www.songtage-gera.de/programm/kuenstler-2017/schnipo-schranke/