Jedermann

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Jedermann

Von |2018-01-25T09:24:45+00:0025 Januar 2018|Kategorien: Theater|Tags: , |

An das Vorbild mittelalterlicher Mysterienspiele angelehnt, schuf Hugo von Hofmannsthal (1874-1929) eine Tragödie, die inzwischen zum Klassiker deutschsprachiger Dramatik avanciert ist. 1911 wurde das Stück unter der Regie von Max Reinhardt im Berliner Zirkus Schumann uraufgeführt. Seit 1920 ist Jedermann fester Bestandteil der Salzburger Festspiele, die von Reinhardt und Hofmannsthal begründet wurden. Jetzt inszeniert Frank Söhnle das Stück im Puppentheater Gera mit Marcella von Jan als Spielerin. Die Premiere ist am 3. Februar 2018 um 19.30 Uhr. Als neuer Ausstatter des Puppentheaters stellt sich mit dieser Inszenierung Udo Schneeweiß vor, der für Bühne, Puppenbau und Kostüme verantwortlich zeichnet. Als Cellist ist Matthias von Hintzenstern mit von der Partie.


Jedermann führt alles andere als ein gottgefälliges Leben. Obwohl er reich an Besitztümern ist, mag er den Bettlern nicht helfen und behandelt seine Schuldner mit unerbittlicher Strenge. Seine Frau betrügt er obendrein. Erst als eines Tages der Tod zu ihm kommt und ihn vor seinen Schöpfer führen möchte, bekommt es Jedermann mit der Angst vor der Hölle zu tun. Er erbittet vom Tod eine Frist von einer Stunde, um einen Menschen zu finden, der mit ihm vor Gott tritt, damit er doch noch in den Himmel kommt. Aber weder Freunde noch Familie erklären sich bereit, für Jedermann vor Gott zu bürgen. Auch sein Geld wird ihm für das Urteil seines Schöpfers nicht nützen. Der Verzweiflung nahe, begegnet Jedermann einer gebrechlichen, alten Frau, die sich als seine guten Taten vorstellt. Doch auch sie kann ihn nicht begleiten, weil sie zu schwach ist. Jetzt bleibt Jedermann nur noch der Glaube, um sich aus den Fängen des Teufels zu befreien.
Siebenundzwanzig Figuren zählt das Stück. Es zeichnet sich nicht nur durch seine große Personnage im Allgemeinen, sondern durch seine allegorischen Figuren im Besonderen aus. Der Tod, Gott, der Glaube, die Werke und Mammon treten als handelnde Personen auf.
Für die Inszenierung im Puppentheater wurde der Stoff zu einem außergewöhnlichen Soloabend bearbeitet.

Frank Soehnle ist Darsteller und Figurenspieler, Figurenbauer und Regisseur. In Stuttgart geboren gründete er u. a. 1991 das „figuren theater tübingen“ als freies Tourneetheater mit dem Schwerpunkt „visuelles Theater für Erwachsene“. Er ist Gastdozent an vielen nationalen und internationalen Kunsthochschulen. Gastspiele führten ihn nach Australien, Asien, Europa, Indien, Israel, Kanada, Mexiko, Russland und die USA.
Für das Puppentheater von Theater&Philharmonie Thüringen inszenierte er bereits „Sommernacht im Wintergarten“.



Udo Schneeweiß, geboren in Frankenberg/Sachsen, wuchs in Leipzig auf. Seit 1980 lebt er  in Erfurt. In Gotha ging er in die Kartographenlehre. Erste Schnitzarbeiten datieren 1979. 1987 nahm er eine Anstellung im Atelier am Puppentheater Waidspeicher Erfurt an. 1989/90 absolvierte er ein Praktikum bei dem Erfurter Holzbildhauermeister Joseph Englert.
Ab 1991 schuf er eigene Ausstattungen und Schnitzarbeiten: am Puppentheater Waidspeicher Erfurt, PT Meiningen, für die Biennale für Musiktheater München, PT Halle, PT Chemnitz, PT Bautzen, PT Gera, Theater der Jungen Welt Leipzig, Globus Theater Leipzig, PT Volkmar Funke, Figurentheater Tübingen, Koproduktionen mit dem DNT Weimar und Landestheater Rudolstadt.
Von 2000 bis 2011 war er Atelierleiter am Theater Waidspeicher Erfurt, ab 2013 Werkstattleiter am Puppentheater Bautzen und seit dieser Spielzeit ist er als Ausstatter und Puppenbauer bei Theater&Philharmonie Thüringen engagiert.

Weitere Vorstellungen:

Sa 10.02.2018 / 19:30 Uhr

So 11.02.2018 / 14:30 Uhr

13.02. 18 Uhr

14.02. 09.00 Uhr

11.5. 19.30 Uhr

Karten an der Theaterkasse, telefonische Reservierungen unter 0365-8279105

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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