Mutige Entscheidungen für Gera treffen

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Mutige Entscheidungen für Gera treffen

Von |2018-07-13T14:45:02+00:0013 Juli 2018|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

Im Rahmen einer außerordentlichen Stadtratssitzung ist Julian Vonarb am 5. Juli offiziell in das Amt als Oberbürgermeister der Stadt Gera eingeführt worden. Der stellvertretende Stadtratsvorsitzende Klaus Peter Creter vereidigte das Stadtoberhaupt und verlieh ihm die goldene Amtskette.
Zu den mehr als 200 Teilnehmern der Festveranstaltung gehörten neben den Ratsmitgliedern der Präsident des Landesverwaltungsamtes, Frank Roßner, das Geschäftsführende Vorstandsmitglied des Gemeinde- und Städtebundes Thüringen, Ralf Rusch, die Amtsvorgänger: Dr. Viola Hahn, Dr. Norbert Vornehm, Ralf Rauch und Horst Jäger, die Bürgermeister von Ronneburg und Bad Köstritz, Krimhild Leutloff und Dietrich Heiland, die Familie, Freunde und Wegbegleiter von Julian Vonarb sowie Mitarbeiter der Verwaltung. Die Redner der Fraktionen von DIE LINKE, Liberale Allianz, CDU, Bürgerschaft Gera, SPD und Bündnis 90/Grüne sicherten dem Oberbürgermeister konstruktive Zusammenarbeit zu. Die Musikschule „Heinrich Schütz“ Gera vertreten durch Tom Bergner und Florian Deutsch übernahm den musikalischen Rahmen.

Aus der Rede von Oberbürgermeister Julian Vonarb:

Ich freue mich sehr, dass so viele der Einladung gefolgt sind. Ich möchte mich an der Stelle bewusst auch schon einmal bei den Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern der Verwaltung für ihre Anstrengungen danken, den heutigen Abend in diesem Rahmen begehen zu können…. Sie sehen mir bitte nach, sollte ich gegebenenfalls nicht alle protokollarischen Regeln heute einhalten. An der Zuarbeit aus meiner Verwaltung liegt es nicht. Es liegt eher daran, dass ich anders bin, als Seiteneinsteiger aus der Wirtschaft von den Bürgerinnen und Bürgern der Stadt auch aus diesem Grund in dieses Amt gewählt wurde. Und das Anders-Sein werde ich mir nicht nehmen lassen.

Sehr geehrter Herr Frank Roßner, ich sehe als besonderes Zeichen, dass Sie, als Präsident des Landesverwaltungsamtes, unserer Einladung gefolgt sind…. Gerade auch schon Ihr Kommen zeigt mir, dass Sie in Ihrer besonderen Verantwortung hoffentlich und sehr wahrscheinlich den schwierigen, aber aus meiner Sicht nicht unmöglichen finanziellen Weg mit uns gemeinsam gehen werden.

Sehr geehrte Damen und Herren Ortsteilbürgermeister, … auch Ihnen allen ein herzliches Dankeschön für Ihr heutiges Kommen. Gerade für die Ortsteilbürgermeister wird mit mir gelten, dass ich auch Sie unterstützen werde, dass ein Ortsteil sich wie ein Ortsteil fühlen kann und nicht als Anhängsel der großen Stadt Gera. Neben den Ortsteilen ist mir auch unser Umland, unsere Nachbargemeinden und Kreise wichtig.

Besonders möchte ich heute auch unsere Jugend begrüßen: neben allen jungen Gästen des Abends, freue ich mich, dass die Vertreter des Stadtjugendrings beziehungsweise des Jugendrats heute da sind. Ihr seid die Zukunft unserer Stadt und wir werden oft im Dialog sein, um Themen, die zukunftsgerichtet sind, zusammen zu diskutieren.

Ich bin auch sehr stolz, dass meine gesamte Familie heute hier ist, das heißt meine Frau Jana und alle fünf Kinder. Ohne die Unterstützung meiner Frau, wäre mein Lebensweg der letzten Jahre, aber auch insbesondere für die nächsten mindestens 18 Jahre nicht möglich.
Mit Sicherheit, allein für den heutigen Abend mit einer Anreise von rund 600 Kilometern den weitesten Weg, hatten ein Bürgermeister a.D. mit einer Gesamtdienstzeit von 37 Dienstjahren mit seiner Frau Gemahlin. Ich bin stolz sagen zu können, dass es sich hierbei um meinen Vater Alfred mit meiner Mutter Edith Vonarb handelt. Ich bin stolz, von Euch grundlegende Werte mit auf meinen Lebensweg bekommen zu haben.
Ich danke all meinen Wählerinnen und Wählern für das Vertrauen, das sie mir geschenkt haben. Lassen Sie mich, lassen Sie uns die in den letzten Wochen entstandene Aufbruchsstimmung nutzen.

Ich weiß: das ist ein Vorschuss, ein Kredit. Denn allerspätestens seit heute erwarten Sie, dass ich meinen Worten Taten folgen lasse. … Meinen Wahlkampf habe ich als unabhängiger und überparteilicher Kandidat geführt und das war es, was die Menschen in unser Stadt überzeugt hat. Gera hat den Wunsch nach Veränderung, was man am Wahlergebnis sehen konnte. Ich sehe mich als Oberbürgermeister für alle Einwohnerinnen und Einwohner. Und ich will und werde auch in Zukunft die Sprache sprechen, die die Menschen verstehen. Vielleicht nicht immer gemäß dem vorgegebenen Protokoll, sondern so, dass man mich versteht. Sie erinnern sich, ich will anders sein.

Sehr geehrte Damen und Herren des Stadtrates,
Ich freue mich auf eine sachliche und faire Zusammenarbeit mit Ihnen und möchte mich bereits jetzt bedanken für die konstruktiven und offenen Gespräche die wir bisher geführt haben. Mein besonderer Dank geht an die Fraktionen der SPD und die Linken, die mir sehr wohlwollend die so wichtigen Türen nach Erfurt geöffnet haben – um auch schon im Vorfeld erste Termine bei der Landesregierung zu erhalten. Und das ist es, was wir in unsere Stadt brauchen. Zusammenarbeiten, fraktionsübergreifend zum Wohle der Stadt. Wir brauchen in Gera keine Opposition. Lassen Sie uns lieber gemeinsam mutige Entscheidungen für unsere Stadt treffen. Bei der Personalversammlung der Stadtverwaltung Gera habe ich unsere Verwaltung ermuntert, ihre Ermessenspielräume zum Wohle der Geraer auszunutzen und ich wünsche mir, dass Sie sich diesem anschließen. Außerdem habe ich meinen Mitarbeitern auch versprochen, mit ihnen über die so wichtige Abgrenzung der Aufgabenfelder zwischen Stadtrat und Verwaltung zu sprechen. Denn eine Verwaltung die Politik und ein Stadtrat der Verwaltung macht, kann aus meiner Sicht keinen Segen für Gera bringen.
In den ersten Gesprächen in Erfurt wurde mir eines sehr deutlich: wir müssen aufhören mit dem klein, klein – Stand heute scheitert es wohl nicht an der möglichen Unterstützung. Was ich in Erfurt und auch in den vielen Gesprächen hier gespürt habe woran es uns fehlt ist: Wo soll Gera in 5, in 10 oder in 15 Jahren stehen? In den letzten Jahren sind wir oft mit Einzelprojekten und Finanzierungswünschen nach Erfurt gekommen und leider hat man nie den Umfang im Ganzen erkennen können, das will ich ändern. Vernunft und Veränderung mit einem Plan, nennen wir ihn „Zukunft Gera“. Die Bürger unserer Stadt, die Verwaltung und ich wünschen uns, dass auch im bevorstehenden Wahlkampfjahr 2019 – Stadtratssitzungen und Inhalte keine Wahlkampfarena werden. Was sich aktuell in Berlin abspielt ist genau das, wovon die Wähler der Parteien genug haben. Sonst wäre ich heute nicht hier.

Sehr geehrte Damen und Herren,
Es stehen große Aufgaben vor uns, Digitalisierung, Überalterung, Innenstadtsterben, Migration und Arbeitskräftegewinnung sind hier nur beispielhaft genannt. Wir können die Uhr nicht anhalten, geschweige denn zurückdrehen. Wir werden und müssen mutige Entscheidungen treffen. Sie werden höchstwahrscheinlich auch einmal wehtun. Aber seien wir ehrlich zu uns selbst, wir wissen, dass Veränderungen auf uns zukommen werden. Die immer entscheidende Frage lautet stets: Nützt es unserer Stadt?
Sehr geehrte Damen und Herren, liebe Bürgerinnen und Bürger, meine lieben Gäste und Freunde, zum Schluss meiner Rede: Gera ist eine Stadt mit Tradition und Zukunft, mit einer stabil gewachsenen Wirtschaft, mit einer reichen Kultur- und Kunstszene, mit vielen Freizeit- und Sportangeboten und vor allem mit Tausenden ehrenamtlich engagierten Bürgerinnen und Bürgern. Das müssen wir nach außen kommunizieren: Je härter das Brot, desto dicker die Butter. Die Butter erst ist der Geschmacksträger! Und ich, ich werde meinen Beitrag dazu leisten.

Das sind wir im Sinne einer nachhaltigen, auch ökologischen langfristigen Entwicklung unseren Kindern und Enkelkindern schuldig.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR