Rutheneum feiert 410. Gründungsjubiläum

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Rutheneum feiert 410. Gründungsjubiläum

Von |2018-03-09T13:35:13+00:009 März 2018|Kategorien: Allgemein|Tags: , |

Am 12. März wird Jubiläum mit zahlreichen Veranstaltungen begangen – Bauarbeiten am Campus gehen zügig voran

Das Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 in Gera wird am 12. März 410 Jahre alt. Die Stadt Gera und das Gymnasium würdigen dieses Ereignis mit zahlreichen Veranstaltungen. „Das Rutheneum zählt zu den traditionsreichsten humanistischen Gymnasien in Deutschland. Gegenwärtig bauen wir – für jedermann sichtbar – am Campus Rutheneum. Damit verwirklichen wir den ersten erfolgreichen Einwohnerantrag in Thüringen. Das zeigt: Was die Menschen in unserer Stadt bewegt, nehme ich sehr ernst und setze es um. Mein Dank gilt insbesondere dem Förderverein des Gymnasiums, dem Lehrerkollegium und den Schülern sowie allen Unterstützern, die den Campus buchstäblich ‚Flügel verliehen‘ haben“, betont Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. Sie betont im gleichen Atemzug, dass es ihr Ziel ist, an allen Geraer Schulen zeitgemäße Lern- und Lehrbedingungen zu schaffen.

Am 12. März, präsentieren Chöre des Rutheneums zwischen 12 und 18 Uhr im Schulhaus am Johannisplatz öffentliche Kostproben ihres Könnens, darunter Ausschnitte aus dem Programm, das der Konzertchor gerade in Italien aufgeführt hat. Das Modell des neuen Campus kann den ganzen Tag über im Atrium der Schule besichtigt werden. Die offizielle Eröffnung des 410. Gründungsjubiläums findet um 14 Uhr statt. 14.30 startet eine Baustellenführung durch den neuen Campus für das Lehrerkollegium, 16.30 Uhr für interessierte Bürgerinnen und Bürger; Treffpunkt ist jeweils am ehemaligen reußischen Regierungsgebäude, das gegenwärtig saniert wird. Von 15 Uhr bis 16.30 Uhr probt der Mädchenchor im Raum 16. Ab 16 Uhr können die Gäste im Atrium Musik erleben. Ebenfalls 15 Uhr wird im Stadtmuseum die Studioausstellung „Zwischen Badertor und Campus – Ansichten rund ums Gymnasium Rutheneum aus 410 Jahren“ eröffnet. Die Ausstellung ist vom 14. März bis 21. Mai für die Besucher zu sehen.


An seinem 410. Geburtstag steht das Geraer Gymnasium Rutheneum vor tiefgreifenden baulichen Veränderungen. Grund genug für das Stadtmuseum, mit einer Ausstellung einen Blick auf die Baugeschichte des Gymnasiums und seines Umfeldes zu werfen: Historische Gemälde, Zeichnungen, Pläne und Fotos zeigen die bewegte Geschichte des Johannisplatzes vom 17. Jahrhundert bis hin zu den aktuellen Bauvorhaben.

Wer Gerscher ist und am Rutheneum sein Abi absolvierte, der ist noch heute stolz auf seine Schule, die tief verwurzelt ist in der Historie der Stadt. Hier, mitten in der Stadt, entsteht neben dem historischen Gebäude derzeit ein moderner geschichtsträchtiger Campus für das Rutheneum. Baumaschinen und Handwerker bestimmen täglich im reußischen Regierungsgebäude nebenan, bald Teil des neuen Campus, das Geschehen. Und noch weiter südlich ist die Baugrube für die Turnhalle Stadtzentrum zu besichtigen. Mit Phantasie kann man die modernen Freianlagen und einen Neubau erahnen. Zwischen Burg- und Reichsstraße wird ein dreizügiges modernes Gymnasium errichtet. Dazu gehören das Gebäude des historischen Goethegymnasiums am Johannisplatz 6, das in die Jahre gekommene, 1720-1722 errichtete, ehemalige reußische Regierungsgebäude (Burgstraße 2, 4) ergänzt durch einen Neubau und Außenanlagen. Und die im Bau befindliche Turnhalle Stadtzentrum. Wenn der Komplex fertig ist, soll der bisher am Nicolaiberg untergebrachte Schulteil an diesen Standort verlagert werden.

„Dem Campus Flügel verleihen, diesem Motto hat sich der Förderverein des Rutheneums verschrieben. Gemeinsam haben wir den Campus vorangebracht. Mit dem erfolgreichen Einwohnerantrag haben Bürgerinnen und Bürger die Weichen für den Campus gestellt. Alle Versuche von bestimmten Personen, den Campus gegen andere Schulen auszuspielen, sind zum Scheitern verurteilt. Der Campus ist auf gutem Wege. Ich danke allen Beteiligten und Helfern sowie den Förderern beim Land dafür“, freut sich Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn. „Zum 410. Jubiläum des Rutheneums schreitet der Bau- und Sanierungsprozess sichtbar voran. Ich gratuliere Schülern und Lehrern zu diesem Höhepunkt in diesem Jahr, wünsche viele schulische Erfolge und gutes Gelingen für Bauarbeiter und Planer bei der Arbeit am Campus.“


Das Vorhaben wird in vier Teilprojekten mit einem Gesamtvolumen von zirka 19 Millionen Euro aufgegliedert. Dazu gehören Sicherung des Reußischen Regierungsgebäudes (3,108 Millionen Euro), Sanierung des Reußischen Regierungsgebäudes (3.978 Millionen Euro), Neubau des Schulgebäudes (9.385 Millionen Euro) und Freianlagen (2.634 Millionen Euro). Die Förderung erfolgt für die Sicherung des Reußischen Regierungsgebäudes aus dem Zukunftsinvestitionsprogramm (ZIP), Bundesprogramm „Nationale Projekte des Städtebaus“. Der Baubeginn erfolgte im März 2017, der Abschluss für die Sicherung ist für Juni 2018 geplant. Für das Teilprojekt Neubau Schulgebäude ist Baubeginn im 2. Quartal 2018 geplant, der Abschluss ist für Ende 2019 vorgesehen. Die Freiflächen sollen Ende 2019 fertig werden. Zum Teilprojekt Sanierung Reußisches Regierungsgebäude erfolgt jetzt die Fertigstellung der Genehmigungsplanung, Fertigstellung soll Ende 2019 sein. Die Sporthalle Stadtzentrum vervollständigt das städtebauliche Ensemble. Baustart war am 16. Oktober 2017. Zurzeit erfolgen Tiefbauarbeiten, der Baubeginn für die Rohbauarbeiten war im Januar 2018. Alles in allem ist das ein gewaltiges Projekt für das 410 Jahre alte Rutheneum und die Stadt Gera.

Mit dem Gymnasium Rutheneum seit 1608 verbinden sich Tradition und Fortschritt. Als Heinrich Posthumus (1572-1635) 1595 die Regierungsgeschäfte übernahm, verfügte er bereits über Pläne für die künftige Struktur seines Landes. Grundsteinlegung für das Gymnasium war am 8. April 1605. Zeitgleich wurden die Lehrinhalte der betont lutherisch-protestantischen Einrichtung entworfen. Mit dem Erlass eines Gründungsbriefes durch Heinrich Posthumus am 12. März 1608 und der anschließenden feierlichen Eröffnung am 6. Mai desselben Jahres konnte der Lehrbetrieb erfolgreich aufgenommen werden. Bereits im Jahr nach der Einweihung hatte das Haus 364 Schüler. Geblieben vom Gründungsgeist von Heinrich Posthumus ist unter anderem die Pflege der musischen Traditionen. Das Geraer Rutheneum wurde zu einem der angesehensten mitteldeutschen Bildungsstätten. Die derzeit stattfindende städtebauliche Errichtung des Campus Rutheneum im Herzen Geras stellt eine Parallele zum historischen Kollegienhofensemble der Posthumuszeit dar.

„Die Schüler und Lehrer des Rutheneums sind sehr glücklich, dass das Projekt Campus Rutheneum nun endlich umgesetzt wird und ein gemeinsamer Schulstandort Johannisplatz/Burgstraße in greifbare Nähe rückt. Für knapp 600 Schüler werden nicht nur moderne Lernbedingungen geschaffen, auch für die 70 Kolleginnen und Kollegen verbessern sich die Arbeitsbedingungen enorm“, so die amtierende Schulleiterin Silva Wallstabe. Das Goethegymnasium/Rutheneum seit 1608 ist ein musisch und sprachlich orientiertes Gymnasium. Drei verschiedene Fremdsprachen gehören zur Schulausbildung. Fünf verschiedene Fremdsprachen werden angeboten. Darüber hinaus besteht auch die Möglichkeit, eine der Musikspezialklassen zu besuchen. Auswärtige Schüler können im Internat wohnen. Der Konzertchor wurde am 20. Juni 2013 von Oberbürgermeisterin Dr. Viola Hahn zum ersten Botschafter der Stadt Gera ernannt. Unter der Leitung von Christian Frank erreichte der Konzertchor mehrere Goldene und Silberne Diplome sowie Erste Preise und Sonderauszeichnungen bei nationalen und internationalen Wettbewerben. Kürzlich fand eine Konzertreise des Chors nach Italien statt. Er gab viele Konzerte im Ausland. Der Konzertchor gewann im März 2015 in der New Yorker Carnegie Hall Gold beim New York Choral Festival.
Eine Aufführung Requiem von Mozart steht übrigens am 22. März, 19.30 Uhr, im Geraer Konzertsaal im Theater auf dem Programm. Zum Schuljahresabschluss sind ein Konzert in der Salvatorkirche und ein Schulfest vorgesehen. Am 3. November soll ein „Pennetreffen“ im Kultur- und Kongresszentrum stattfinden.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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