Theatertipps zum langen Wochenende

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Theatertipps zum langen Wochenende

Von |2017-11-03T20:21:43+00:0025 Oktober 2017|Kategorien: Theater|Tags: , |

Mit „Menschen im Hotel“ und deren Schicksalen macht das Schauspielensemble am Freitag um 19.30 Uhr und am Samstag um 14.30 Uhr im Großen Haus Gera bekannt. Als Schauspiel-Symphonie konzipiert, begleiten Mitglieder des Philharmonischen Orchesters Altenburg-Gera die Inszenierung von Schauspieldirektor Manuel Kressin nach dem Roman von Vicki Baum aus dem Jahr 1929. Die musikalische Leitung hat Olav Kröger. Im Berliner Grand Hotel herrscht ein Kommen und Gehen. Die unterschiedlichsten Leute übernachten hier, treffen aufeinander und gehen wieder auseinander. Da ist die Primaballerina Grusinskaya (Vanessa Rose) – einst groß und umjubelt, die erkennen muss, dass sie ihr Zenit als Tänzerin überschritten ist und damit nicht klar kommt. Ihr begegnet Baron Gaigern (Danijel Gavrilovic), der es eigentlich nur auf ihre Perlen abgesehen hat … Unterdessen trifft der todkranke Buchhalter Kringelein (Thomas Zinke) auf den morphiumsüchtigen Dauermieter Dr. Otternschlag (Bruno Beeke). Der eine hungernd danach, die große Welt noch zu erleben, der andere des Daseins überdrüssig. Dem Unternehmer Preysing (Thorsten Dara) schwimmen unterdessen die Felle weg und er sucht Trost in den Armen der Sekretärin auf Zeit, Fräulein Flamm (Nolundi Tschudi)…. Bis sich durch einen Unglücksfall – oder war es Mord? – die Situation ändert.

Das Puppentheater zeigt Ulrich Hubs Stück „An der Arche um Acht“ am Samstag, 28. Oktober, um 19.30 Uhr in der Reihe Puppenspielkunst für Erwachsene und nochmals am Sonntag, 29. Oktober, um 15 Uhr in der Bühne am Park Ger. Die Inszenierung macht Erwachsenen genauso viel Spaß wie den jungen Zuschauern ab 8 Jahren, geht es doch um nichts Geringeres als Gott und die Welt. Es spielen Marcella von Jan (Erster Pinguin), Sabine Schramm (Zweiter Pinguin), Lutz Großmann (Dritter Pinguin)und Lys Schubert (Weiße Taube).
Die drei Pinguine sind die allerdicksten Freunde. Natürlich streiten sie auch manchmal. Zugegeben, sie streiten und prügeln sich eigentlich ziemlich oft: Der eine wirft dem anderen vor, dass er stinkt. Der nächste erklärt, der zweite Pinguin könne nicht zählen und alle miteinander diskutieren sie, ob dieser Gott, der alles hören und sehen können soll, wirklich existiert. Da kommt die weiße Taube und berichtet, dass Gott beschlossen habe, noch einmal neu anzufangen und die Sintflut schicken werde, um alles Leben auf der Erde zu zerstören. Lediglich zwei Tickets für die rettende Arche Noah kann die Taube jeder Tierart übergeben. Auch die Pinguine bekommen zwei. Doch in der Not halten die Freunde trotz aller Streitereien fest zusammen. Kurzerhand wird der dritte Pinguin an Bord geschmuggelt. Doch schon bald droht das Versteckspiel aufgedeckt zu werden.


In dem Stück „An der Arche um Acht“ wird gleichermaßen mit Witz und Tiefgang über die Existenz einer überirdischen Macht, moralische Gebote und Verbote sowie die Angemessenheit von Strafen philosophiert. Darüber hinaus erzählt das Stück die Geschichte von ganz besonderen Freunden, die keiner trennen kann.

Eine klassisch-jazzige Matinee für Violoncello und Klavier erwartet die Besucher des 254. Foyerkonzerts am Sonntag, 29. Oktober, um 11:00 Uhr im Konzertsaalfoyer der Bühnen der Stadt. Auf dem Programm, das die Pianistin Aska Carmen Saito und der Cellist Nico Treutler Burlesque überschrieben haben, stehen Werke von Ludwig van Beethoven, Sergei Prokofjew und Nikolai Kapustin. Was in Italien als salopp komische Vorstellung begann, entwickelte sich in London und bald darauf in allen großen Metropolen der Welt zur beliebten Bühnenshow. In der „Burlesque“ wurde dem einfachen Volk einiges geboten: gefeierte Komiker, Glitzer, Glamour und als Höhepunkt der Show traten leichte Mädchen in Hosen auf – ein geradezu grotesker und skandalöser Anblick am Ende des 19. und Anfang des 20. Jahrhunderts. Dass die Musiker Nico Treutler (Violoncello) und Aska Carmen Saito (Klavier) vermutlich beide in Hosen auftreten werden, wird heute keine Skandale mehr erregen. Die Musik, die sie spielen werden, kann aber als Hommage an diese aufregende Zeit verstanden werden. So verbindet z. B. die Musik von Nikolai Kapustin (*1937) auf kunstvolle Weise virtuose Jazzelemente mit klassischen Formen. Und auch Sergei Prokofjew (1891-1953) repräsentiert diese Epoche mit seinem vielschichtigen Kompositionsstil, der sich aus vier Grundelementen zusammensetzt: einem Interesse für historisierende Elemente kombiniert mit der Begeisterung für eine gewagte Harmonik, einem Gespür für mitreißende Rhythmik sowie Momenten ausdrucksstarker Lyrik. Was aber hat das eher aufreizende Genre der Burlesque mit Ludwig van Beethoven zu tun? Hinweise darauf findet man wohl am besten bei Erich Kästner in seinem Gedicht Nachtgesang des Kammervirtuosen: „Du meine neunte letzte Sinfonie! / Wenn du das Hemd anhast mit rosa Streifen… / Komm wie ein Cello zwischen meine Knie, / Und lass mich zart in deine Seiten greifen.“ Vielleicht muss man aber auch einfach selbst die ästhetisch-sinnlichen Klänge von Cello und Klavier hören, um Kästners Erfahrung nachvollziehen zu können. Die Möglichkeit dazu besteht am Sonntag im Konzertsaalfoyer.
Noch dreimal steht das Musical „Jekyll & Hyde“ auf dem Spielplan an den Bühnen der Stadt Gera. Dann ist Kay Kuntzes erfolgreiche Inszenierung, die seit November 2014 im Repertoire war, hier abgespielt. Interessenten sollten die Gelegenheit am 29. Oktober oder 5. November jeweils 18 Uhr nutzen; denn die allerletzte Vorstellung am 14. Dezember um 19.30 Uhr ist so gut wie ausverkauft. Theater&Philharmonie Thüringen hat die Ausstattung nach Entwürfen von Duncan Hayler ans Mecklenburgische Staatstheater Schwerin verkauft. Dort wird am 16. Februar 2018 Premiere sein. Sehen Sie jetzt nochmals in Gera Hardy Brachmann als Gast vom Staatstheater Cottbus in der Rolle des Dr. Henry Jekyll mit seinem riskanten Experiment, das Böse und das Gute im Menschen trennen zu wollen. Überzeugt vom Erfolg seines Mittels und zum Beweis von dessen Wirkung, testet er es heimlich an sich selbst. Die Droge verwandelt Dr. Jekyll in Mr. Edward Hyde. Hyde ist unberechenbar: Er mordet und vergreift sich an der Prostituierten Lucy. Letztendlich kann Jekyll sich nicht mehr gegen Hyde durchsetzen …
Mit und über Luther sprechen möchte das Schauspielensemble in einem speziellen Projekt zum Reformationsjahr. „Unduldsame Gespräche – Luthers Lust und Leidenschaft“ nennt Schauspieldirektor Manuel Kressin die von ihm zusammen mit Dramaturgin Svea Haugwitz als mobile Produktion für den Kirchenraum konzipierte szenische Lesung. Die Premiere ist am Montag, 30. Oktober, 19.30 Uhr in der Salvatorkirche Gera. Für diesen Auftakt ist der Eintritt frei!
Die szenische Lesung mit den Schauspielern Ines Buchmann, Bruno Beeke und Thomas C. Zinke, die von Schauspielkapellmeister Olav Kröger live an der Orgel begleitet wird, reflektiert sowohl Denken und Reden Luthers, als auch das Sprechen über den Menschen, der die christliche Kirche in ihren Grundfesten erschüttert hat.
Am Reformationstag, 31. Oktober, ist „Lutherwegwandern mit Theater“ angesagt. Veranstalter ist die „Grünwerkstatt Stadtwald erleben“. Zum Wandern ist jedermann willkommen, der mit anderen diesen Tag auf dem Geraer Lutherweg verbringen und sich mit der Reformation auseinandersetzen möchte. Ziel aller Touren sind die Waldhausbrücke und das Reformationskreuz im Stadtwald. Schauspieler und Musiker von Theater&Philharmonie Thüringen sind mit ihren Beiträgen mit von der Partie.

Die für den 31. Oktober um 18 Uhr geplante Aufführung der Verdi-Oper „Rigoletto“ im Großen Haus der Bühnen der Stadt entfällt. Interessenten seien auf die letzte Vorstellung am Samstag, 13. Januar, um 19.30 Uhr an gleicher Stelle verwiesen.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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