Theatertipps zum Wochenende / 13. – 15. April

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Theatertipps zum Wochenende / 13. – 15. April

Von |2018-04-11T18:23:24+00:0011 April 2018|Kategorien: Theater|Tags: , |

Theater&Philharmonie Thüringen bringt mit „Oedipe“ die einzige Oper des genialen Rumänen George Enescu auf die Bühne. Die mit Spannung erwartete Premiere in der Regie von Generalintendant Kay Kuntze und in der Ausstattung von Duncan Hayler ist am Freitag, 13. April, um 19.30 Uhr im Großen Haus Gera. Die musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner. Für die Titelpartie wurde der Franzose Sébastien Soulès engagiert.
Atmosphärisch dicht und farbenprächtig erzählt Enescu einen großen Menschenmythos: die Geschichte des Ödipus von der Geburt bis zum Tod. Dieses 1936 in Paris uraufgeführte Meisterwerk geriet in den Schatten des II. Weltkriegs und wurde seither nur sehr selten aufgeführt, sodass ihm bis heute der verdiente Sprung ins Repertoire verwehrt blieb.
Die monumentale Komposition des Rumänen George Enescu (1881-1955) basiert auf den antiken Dramen Oedipus Tyrannos und Oedipus auf Kolonos von Sophokles, geht jedoch recht frei mit den Vorlagen um. Ödipus ist der Enthüllungskrimi in der griechischen Mythologie: Ein Orakel verkündet, dass der Sohn des Lajos seinen Vater töten und seine Mutter heiraten wird. Die entsetzten Eltern lassen den Neugeborenen aussetzen. Er wird von einem Hirten gerettet und nach Korinth gebracht, wo er als Sohn des Königs aufwächst. Als Ödipus das Orakel von Delphi aufsucht, wird auch ihm das Schicksal geweissagt, den Vater zu töten und die Mutter zu ehelichen. Um dem zu entgehen, flieht er von seinen vermeintlichen Eltern aus Korinth und trifft dabei auf seinen leiblichen Vater Lajos, den er nach einem heftigen Streit im Kampf tötet. Er befreit Theben von der grausamen Sphinx und heiratet die Witwe des Lajos, seine Mutter, mit der er vier Kinder zeugt. Anzeichen verdichten sich, dass sich der einstige Orakelspruch erfüllt haben könnte. Unerbittlich forscht Ödipus nach der Wahrheit. Als er die Zusammenhänge begreift, sticht er sich die Augen aus. Mit seiner Tochter Antigone begibt er sich auf eine lange Wanderschaft…
Die Inszenierung wird mit Mitteln aus dem THEATERPREIS DES BUNDES realisiert.
Für die wissenschaftliche Beratung wurde der Archäologe Prof. Dr. Ulrich Sinn gewonnen. Es spielt das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera.
In den weiteren Partien: Jokaste Béela Müller · Kreon Johannes Beck · Tiresias Kai Wefer · Hohepriester/ Phorbas/ Wächter Ulrich Burdack · Hirte Frank Ernst  · Laios Timo Rößner · Sphinx/ Merope Christel Loetzsch · Theseus Alejandro Lárraga Schleske · Antigone Miriam Zubieta · eine Thebanische Frau Pihla Terttunen (Mitglied des Thüringer Opernstudios)
Der Opern-, Kinder- und Jugendchor singt in der Einstudierung von Holger Krause. Es tanzt das Kinder- und Jugendballett von Theater&Philharmonie Thüringen.
Die Aufführung erfolgt in französischer Sprache mit deutschen Übertiteln.

Premiere ist am Freitag,  13. April, um 20:00 Uhr auch in der Tonhalle. Das Mehrgenerationen-Ensemble der TheaterFABRIK zeigt in der Inszenierung von Nanna Przetak „Der Meister und Margarita“, ein diabolisch-groteskes Spiel nach Michail Bulgakow. In seinem poetischen und theatralisch-effektvollen Werk erzählt Bulgakow die Faust-Geschichte neu. Denn der Teufel ist in Moskau und bringt den jungen Dichter Ivan dazu, an sich selbst, seinen literarischen Fähigkeiten und schließlich an der ganzen Welt zu zweifeln. In einer absurd-komischen Mischung aus christlicher Mystik und entlarvender Menschenkenntnis trifft Ivan in der Nervenheilanstalt auf den „Meister“, die unglückliche Margarita geht einen Pakt mit dem Teufel ein, um ihre Liebe wiederzufinden und zu guter Letzt werden wir Zeuge einer etwas anderen Geschichte um Pontius Pilatus, der doch so gern mit dem Verurteilten Jeschua geredet hätte …
Am Samstag und Sonntag 20 Uhr folgen gleich die nächsten Vorstellungen.

Ausverkauft ist der Heinz-Erhardt-Abend „Fährt der alte Lord mit der Made fort“  am Samstag, 14. April, um 20 Uhr im Chorprobesaal. Interessenten bleibt nur die Nachfrage an der Abendkasse.

Es wird leidenschaftlich im 259. Foyerkonzert, das nun am Sonntag, 15. April, um 11:00 Uhr im Konzertsaalfoyer der Bühnen der Stadt Gera nachgeholt werden kann: An diesem Vormittag werden die vertrauten Bahnen der traditionellen Kammermusik verlassen und neue, aufregende Wege beschritten. Die musikalische Reise geht nach Lateinamerika, wobei der Schwerpunkt ganz klar auf Argentinien liegen wird. Im Zentrum steht der Tango in all seiner vielschichtigen Bandbreite: „Tango ist die Luft, das Leben, die Liebe oder die Trauer. Tango ist alles.“ (Carlos Matheos) Der Tanz wird dabei in seinen unterschiedlichen Ausprägungen zu erleben sein; es kommen sowohl traditionelle Klänge zu Gehör als auch moderne, wie z. B. die des Tango-Reformers Astor Piazzolla. Ebenso werden Boleros und Milongas, die ihren Ursprung in Spanien haben, zu erleben sein. So erklingen im 259. Foyerkonzert feurige lateinamerikanische Melodien und heiße Rhythmen. Es musizieren Miriam Zubieta (Sopran), Rainer Ossott (Horn, Cuatro), Johannes Neupert (Violine), Jesús Antonio Clavijo Rojas (Violoncello), Thomas Müller (Kontrabass), Karin Müller (Akkordeon) und Aska Carmen Saito (Klavier).

Letzte Gelegenheit Peter Tschaikowskis eher selten gespielte Oper „Masepa“ im Großen Haus Gera zu erleben, ist am Sonntag, 15. April, um 14.30 Uhr. Ab 29. April wird Kay Kuntzes Inszenierung im Landestheater Altenburg gezeigt. Das Libretto schrieben Tschaikowski und Viktor Burenin nach dem Gedicht Poltawa von Alexander Puschkin.
Masepa, Oberbefehlshaber der ukrainischen Kosaken, liebt Maria. Deren Eltern, der vermögende Gutsherr Kotschubej und seine Frau Ljubow, reagieren entsetzt auf diese Nachricht und versuchen die Beziehung zu unterbinden, ist Maria doch wesentlich jünger als Masepa und obendrein dessen Patentochter. Auch Masepas Hinweis, die Liebe beruhe auf Gegenseitigkeit und Maria sei vielleicht von ihm schwanger, nutzt nichts. Die Eltern stellen Maria vor die Wahl: Bleibt sie bei ihrer Familie und auch bei ihrem Jugendfreund Andrej oder entscheidet sie sich für Masepa und wird dafür von ihrer Familie verstoßen? Marias Flucht mit Masepa setzt eine schier endlose Spirale von Intrigen, Gewalt, privaten und politischen Machtspielen, Verrat, Verletzungen und Tod in Gang. Trotz der unzähmbaren Brutalität, die ihn bis zur Selbstvernichtung führt, wirbt Masepa um Verständnis, dass seine Liebe zu Maria echt und gut ist. Zurück bleibt Maria, die in geistiger Umnachtung ein berührendes Wiegenlied anstimmt.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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