Theatertipps zum Wochenende

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Theatertipps zum Wochenende

Von |2017-11-21T21:53:21+00:0021 November 2017|Kategorien: Theater|Tags: , , |

Am Freitag ist es soweit: der mit Spannung erwartete Ballettklassiker „Der Nussknacker“ in der Choreografie von Birgit Scherzer hat um 19.30 Uhr Premiere im Großen Haus der Bühnen der Stadt Gera. Die Tänzerinnen und Tänzer des Thüringer Staatsballetts werden vom Philharmonischen Orchester Altenburg-Gera unter Leitung von Thomas Wicklein begleitet. Auch der Kinderchor unter der Leitung von Chordirektor Holger Krause und Mitglieder des Kinder- und Jugendballetts unter der Leitung von Claudia Kupsch sind an der Inszenierung beteiligt. Für die Ausstattung der Bühne zeichnet Manfred Gruber verantwortlich. Die Kostüme entwarf Gera Graf. Für die Premiere und auch die nächste Vorstellung am Sonntag um 14.30 Uhr können Interessenten nur noch auf nicht abgeholte Reservierungen hoffen.
Die Geschichte des Nussknackers, der zum Leben erwacht, basiert auf einem Märchen des deutschen romantischen Schriftstellers E. T. A. Hoffmann. Am Weihnachtsabend erhält das junge Mädchen Clara von ihrem Patenonkel Drosselmeier einen Nussknacker als Geschenk, den sie sofort lieb gewinnt. In der Nacht träumt Clara von ihrem Nussknacker, der mit einem Heer von Spielzeugsoldaten in die Schlacht gegen seinen Feind ziehen muss, den Mäusekönig. Mit Claras Hilfe gelingt es dem Nussknacker, den Mäusekönig zu besiegen. Er nimmt das Mädchen daraufhin mit auf eine wundersame Reise durch das Land des Schnees bis hinein ins Königreich der Süßigkeiten, wo die Zuckerfee ihre Gäste bereits erwartet …
1892 vom Mariinski-Ballett in St. Petersburg zu Peter Tschaikowskis berühmter Musik uraufgeführt, hat das fantasievolle Märchenballett im Laufe des 20. Jahrhunderts weltweit die Herzen des Publikums erobert und bleibt bis heute eines der beliebtesten und am häufigsten aufgeführten Ballette aller Zeiten.


Das Puppentheater nimmt im November seine erfolgreiche Inszenierung „Gefährliche Liebschaften“ von Fabian Joel Walter nach dem Briefroman von Choderlos de Laclos wieder auf. Am 24. und 25. November um 19.30 Uhr öffnet sich im Puppentheater Gera der Vorhang für dieses nach wie vor aktuelle Sittenbild einer ganzen Epoche, das hier mit all seinen Feinheiten und Gemeinheiten in der Verbindung von Schauspiel, Puppenspiel und Musik auf die Bühne kommt. Der berühmte Briefroman aus dem Jahr 1782 hält bis heute einer Gesellschaft den Spiegel vor, die das Gefühl als lästiges Übel verachtet und Hinterlist und Heimtücke für Kavaliersdelikte hält, solange sie nicht nachgewiesen werden können.
Wie ein Seziermesser schält die Inszenierung von Tim Heilmann Schicht für Schicht von den Figuren, bis die Partie aus Verführung und Vernichtung zu ihrem finalen Höhepunkt ansetzt… Es agiert die Schau- und Puppenspielerin Sabine Schramm. Der Cellist Lukas Dreyer spielt live Musik von Johann Sebastian Bach. Das Kind ist Katharina Hanciu.
Es ist eine zynische Schachpartie voller Intrigen, bei der es am Ende keine Sieger geben kann. Die genauso hinterhältige wie in der Öffentlichkeit als unbescholten geltende Marquise de Merteuil und der Frauenherzen brechende Vicomte de Valmont verbindet das Band der Verachtung aller. Beide haben es sich zum Lebensinhalt gemacht, mit den Waffen der Verführung ihre Mitmenschen in den nihilistischen Abgrund zu stürzen.
Das aktuelle Objekt ihrer Zerstörungslust ist Madame de Tourvel. Deren Tugend und unerschütterlicher Glaube an den Anstand sind die Mauern der Bastion, die Valmont einnehmen muss, um sich als Meister seiner Kunst zu beweisen. Als Lohn winkt eine Liebesnacht mit seiner vertrauten Marquise. Doch je mehr das Opfer ins Schwanken gerät, desto unsicherer werden die beiden Intriganten. Sind sie tatsächlich so gefühlskalt, wie sie zu sein vorgeben? Ist es wirklich ein Spiel, bei dem nur die anderen verlieren können?

Für Kinder ab 6 Jahren spielt Marcella von Jan am Sonntag um 16 Uhr „Hat Opa einen Anzug an?“ nach dem Kinderbuch von Amelie Fried. Die Geschichte um den Tod eines geliebten Opas kann eine Hilfe für alle sein, die den Verlust eines geliebten Menschen erfahren haben und gemeinsam verarbeiten müssen.


Am Samstag um 19.30 Uhr gilt das Angebot TheaterJOKER in der Bühne am Park für die Aufführung der beiden hebrbräischen Kammeropern „Saul in Ein Dor“ und „Die Jugend Abrahams“ . D. h. jede Karte ist für 8,- Euro zu haben! 30 Minuten vor der Vorstellung sind die Besucher zu einer Einführung mit Chefdramaturg Felix Eckerle im Obergeschoss der Bühne am Park eingeladen.
„Saul in Ein Dor“ wurde 1955 uraufgeführt. Die Opera Concertante mit Musik schildert die Begegnung des ersten Königs Israels mit der Wahrsagerin von Ein Dor, die ihm ein tragisches Schicksal prophezeit. Der Komponist Josef Tal (1910-2008) musste 1934 vor dem Nazi-Terror nach Palästina fliehen und avancierte dort nach dem II. Weltkrieg zu einem Mitbegründer der israelischen klassischen Musik.
Die symbolisch aufgeladene Geschichte über die Jugend des Stammvaters Israels Abraham und dessen Streben nach Welterkenntnis diente Michail Gnesin (1883-1957) als Inspirationsquelle für seine Kammeroper. 1922 komponierte er den größten Teil des Werks in Palästina und beendete den Klavierauszug der Oper Anfang Januar 1923 in Moskau. Jascha Nemtsov hat das Manuskript dieser bislang nicht aufgeführten, ersten explizit jüdischen Oper in hebräischer Sprache in einem Moskauer Archiv wiederentdeckt.
Die Musikalische Leitung hat Generalmusikdirektor Laurent Wagner; am Klavier Yuka Beppu. Regie führt Michael Dissmeier. Für Bühne und Kostüme zeichnet Hilke Förster verantwortlich. Wissenschaftliche Beratung: Prof. Dr. Jascha Nemtsov von der Hochschule für Musik „Franz Liszt“ Weimar.
Neben den beiden Sängern aus dem Musiktheaterensemble János Ocsovai (Saul/ Abraham)
und Alejandro Lárraga Schleske (Samuel/ Terach, Abrahams Vater) agiert als Gast die in Israel geborene Mezzosopranistin Ayala Zimbler-Hertz (Die Frau). Den Part des Sprechers hat der Schauspieler Peter Prautsch. Mitglieder der jüdischen Gemeinde Erfurt übernehmen Aufgaben als Statisten.

Das Stillmark-Quartett lädt am Sonntag, 26. November, um 11:00 Uhr ins Konzertsaalfoyer ein. Johannes Neupert und Tino Purschke (Violine), Andreas Schenk (Viola) und Claudia Stillmark (Violoncello) gestalten das 255. Foyerkonzert. Dabei wird zunächst ein Quartett von Mozart erklingen, aus einer Zeit als diese Musikform noch halb in den Kinderschuhen steckte. Das Streichquartett in A-Dur, entstanden zwischen 1782 und 1785, ist Teil eines Quartettzyklus, den Mozart seinem Zeitgenossen Joseph Haydn, dem Gründervater dieser Gattung, widmete. In die darauffolgende endlose Liste von Komponisten, die sich ebenfalls am Streichquartett ausprobierten, reihte sich mehr als ein Jahrhundert später Claude Debussy mit einem einzigen Werk ein. In g-Moll erschuf der berühmte französische Komponist das Bild eines „prächtigen, kunstvoll gemusterten Teppichs in exotischen Farben“.

Foto: Sabina Sabovic

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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