Theatertipps zum Wochenende 9. – 11. Februar

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Theatertipps zum Wochenende 9. – 11. Februar

Von |2018-02-06T17:27:59+00:006 Februar 2018|Kategorien: Theater|Tags: , |

Zwei Musiktheater-Premieren stehen an diesem Wochenende in Gera auf dem Spielplan: am Freitag, 9. Februar, um 19.30 Uhr, öffnet sich im Großen Haus der Vorhang für Mozarts Singspiel „Die Entführung aus dem Serail“ in der Regie und Ausstattung von Kobie van Rensburg und am Samstag, 10. Februar, ebenfalls um 19.30 Uhr hat Udo Zimmermanns „Weiße Rose“ Premiere in der Bühne am Park. Karten sind noch erhältlich.
Kaiser Joseph II. gab 1782 die Komposition der „Entführung aus dem Serail“ in Auftrag, um der italienischen Oper eine genuin deutsche entgegenzusetzen. Mozarts Musik besitzt volkstümlichen Charakter und ihr Grundtenor ist überwiegend spielerisch und heiter. Eine Besonderheit stellte damals die „türkische“ Musik dar, die Mozart der Janitscharenmusik entlehnte und v. a. den orientalischen Figuren zur Seite stellte. Im Mittelpunkt des zutiefst humanistischen Werks stehen große Themen wie Liebe, Treue, Eifersucht sowie das Ringe mit Vorurteilen. Mit modernen technischen Videomitteln gelingt es Kobie van Rensburg, das traditionelle Prospekttheater ins Heute zu übertragen. Seine Inszenierungen bestechen durch fundiertes musikalisches Wissen, aus dem sie erwachsen und durch aufwändige Videografie, die szenische und dramaturgische Aufgaben erfüllt. Das Philharmonische Orchester Altenburg-Gera spielt unter der Leitung seines Generalmusikdirektors Laurent Wagner.
Konstanze, ihre Bedienstete und Freundin Blonde sowie deren Freund Pedrillo fallen auf einer Seereise Piraten in die Hände, die sie auf einem Sklavenmarkt verschachern. So geraten sie ins Haus des Paschas Bassa Selim. Dieser verliebt sich sogleich in Konstanze und umwirbt sie mit großem Einsatz. Blonde überlässt er seinem Aufseher Osmin, der mit allen Mitteln um ihre Liebe ringt. Belmonte, Konstanzes Verlobter, findet nach abenteuerlicher Suche das Serail. Sein Diener Pedrillo, der beim Bassa mittlerweile als Gärtner tätig ist, schleust ihn in den Harem.
Sie schmieden einen Plan, um die stolzen Frauen aus ihren amourösen Verstrickungen zu befreien. Doch die Entführung scheitert und das Leben der vier Unglücklichen liegt in der Hand des Bassas….



 

Die zweite Vorstellung ist gleich am Sonntag um 14.30 Uhr.
Zum 75. Gedenkjahr an die Widerstandsbewegung gegen den Nationalsozialismus in Deutschland hat Theater&Philharmonie Thüringen Udo Zimmermanns Szenen für 2 Sänger und 15 Instrumentalisten „Weiße Rose“ in der Neufassung von 1985 in den Spielplan genommen. Das Libretto schuf  Wolfgang Willaschek.
Die musikalische Leitung übernimmt Takahiro Nagasaki. Regie führt Juliane Stephan. Bühne und Kostüme entwirft Ronald Winter. Als Hans und Sophie Scholl sind zwei junge Sänger aus dem Thüringer Opernstudio zu erleben: Florian Neubauer und Emma Moore.
Ab Sommer 1942 verbreitete die studentische Widerstandsgruppe „Weiße Rose“ im süddeutschen Raum Flugblätter gegen Hitler und das nationalsozialistische Regime. Sie forderte darin zunächst zum passiven Widerstand auf, aber schon bald auch zum Sturz der Regierung. Die Flugblätter waren mehr als nur ein Aufstand des Gewissens. Sie waren politisch hoch motiviert und entstanden aus der Überzeugung heraus, dass man nicht mehr schweigend zuschauen dürfe, sondern Widerstand gegen das verbrecherische System leisten müsse. Die fünf Münchner Studentinnen und Studenten sowie ihr Professor bezahlten diese Überzeugung mit ihrem Leben. Sie wurden 1943 zum Tode verurteilt und hingerichtet.
Die erfolgreiche Premiere des Puppentheaters vom vergangenen Wochenende steht wieder am Samstag, 10. Februar, um 19.30 Uhr und am Sonntag, 11. Februar, um 14.30 Uhr auf dem Spielplan im Haus am Gustav-Hennig-Platz. „Jedermann“ nannte Hugo von Hofmannsthal sein Mysterienspiel vom Sterben des reichen Mannes, das durch die Salzburger Festspiele international Bekanntheit erlangte. Nun unternimmt es Marcella von Jan, eine exzellente Puppenspielerin, die moralische Geschichte allein auf die Bühne zu bringen. Am Cello unterstützt sie Matthias von Hintzenstern auch mit Obertongesängen. Der reiche Herr Jedermann führt ein frevelhaftes Leben. In seiner Todesstunde verlassen ihn alle…. Seine guten Taten sind zu schwach, um mit ihm vor Gott zu treten. Hofmannsthal wollte diese Geschichte aus dem 15. Jahrhundert wieder zum Leben erwecken und ihre zeitlose Wahrheit vor Augen führen.
„Lollipop & Lipsischritt“ ist der Theaterball 2018 am 24. Februar in Gera überschrieben. Da wäre es gut, wenn man Lipsi tanzen könnte, dachte sich Marketingleiterin Barbara Altenkirch, in deren Händen die organisatorische Seite des Balls liegt. Davon ausgehend, dass das bei der Mehrzahl der Ballbesucher nicht der Fall sein dürfte, hat sie Abhilfe geschaffen: Es ist ihr gelungen, den Chef des Tanzkreises Brillant Ingo Ronneberger als Tanzlehrer zu gewinnen. Am Sonntag, 11. Februar,  um 11 Uhr erwarten die beiden Tanzlustige im Probesaal in der Bühne am Park. Dann heißt es die Straßenschuhe abstreifen und in Schläppchen, Gymnastikschuhe oder ähnliches schlüpfen und trainieren mit einem absoluten Spezialisten!!! Spaß wird garantiert, wie das schon 2016 der Fall war, als gemeinsam Charleston geübt wurde, und das bei freiem Eintritt!
Übrigens sind noch einige Karten für den Theaterball erhältlich.



Literatur in den Häusern der Region  ist am 10. Februar in Altenburg, dem Altenburger Land und Gera angesagt. Beginn ist 19.30 Uhr, Einlass ab 19.00 Uhr.
Wer als Gast eine Lesung besuchen möchte, sucht sich den Schauspieler mit dessen Buchauswahl aus und erfährt beim Kauf der Karte für 5,- Euro an der Theaterkasse, wo sie stattfindet.
Es lesen:
Johannes Emmrich         –              „Die Schachnovelle“ von Stefan Zweig
Manuel Struffolino        –              „Panikherz“ von Benjamin von Stuckrad-Barre
Ines Buchmann                                „Die Schneegans“ von Paul Gallico
Danijel Gavrilovic           –              „Eine deutsche Leidenschaft namens Nudelsalat“ von Rafik Schami
Bruno Beeke                     –              „Stierblutjahre. Die Boheme des Ostens.“ von Jutta Voigt
Thomas C. Zinke              –              „Ein gutes Wort ist nie verschenkt! Ein Robert Gernhardt-Abend.“
Ioachim Zarculea            –               „Die Hamletmaschine. Ein Heiner-Müller-Abend“
Alexandra Sagurna         –              „Das kunstseidene Mädchen“ von Irmgard Keun
Ulrich Milde                      –              „Deutschland. Ein Wintermärchen“ von Heinrich Heine
Thorsten Dara                  –              „Durst“ von Flann O`Brien
Maximilian Popp            –              „Der kleine Prinz“ von Antoine de Saint-Exupéry
Michaela Dazian              –              „Eines Tages Baby“  von Julia Engelmann
Mechthild Scrobanita   –              „Frida Kahlo – ein leidenschaftliches Leben“ von Hayden Herrera
Nolundi Tschudi              –              „Metaphysik der Röhren“ von Amélie Nothomb
Manuel Kressin               –               „Ein Alptraum für fünf Dollar“  von Pierre Bellemare
Auch in diesem Jahr lädt das Paul-Gustavus-Haus, Wallstraße 29 Altenburg, alle BersucherInnen der Literatursalons ab 21 Uhr zum gemeinsamen Ausklang des Abends ein. Das ist eine einmalige Gelegenheit, sich mit den anderen BesucherInnen über Erfahrungen aus den Literatursalons auszutauschen und mit dem Ensemble in gemütlicher Atmosphäre ins Gespräch zu kommen.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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