Vier Konzepte für Freifläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum Gera von EUROPAN 13 in Berlin prämiert

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Vier Konzepte für Freifläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum Gera von EUROPAN 13 in Berlin prämiert

Von | 2015-12-08T15:39:49+00:00 8 Dezember 2015|Kategorien: Allgemein|Tags: , , , |

Arbeiten ab 19. Januar im KuK öffentlich ausgestellt – morgen IBA-Chefin in Geraer Stadtratsausschüssen – Initiativkreis „Geras neue Mitte“ gebildet

Die Preisträger im Wettbewerb EUROPAN 13 stehen seit Freitag fest. Vier Konzepte für die Gestaltung der Freifläche vor dem Kultur- und Kongresszentrum Gera erhielten in Berlin Auszeichnungen. Der mit 12.000 Euro dotierte erste Preis ging an die Arbeit „Kolonisierung der Stadtmitte“ vom Architektenbüro Marc Torras Montfort/Spanien und Annelie Seemann/Berlin. Sie skizziert ein Konzept, bei dem aus zeitweiligen Aktivitäten etwas Dauerhaftes entstehen soll. Befördern soll dies eine die Fläche überspannende Licht- und Rauminstallation. Sie teilt die Fläche einerseits in vielfältig nutzbare Segmente ein und verknüpft zugleich die Mitte mit den angrenzenden Straßen und Räumen. Die bundesweite Fachjury urteilte: ein kluger Beitrag, um kurzfristig einen Anfang zu organisieren – aus dem sich Dauerhaftes entwickeln könne.Den zweiten Preis im Form eines Ankaufs mit einem Preisgeld von 6.000 Euro erhielt „Connected_urbis“ – die Idee der digital vernetzten Stadt, vom Architekten und Stadtplaner Gautier Duthoit aus Gresswiller in Frankreich. Er möchte Bebauungsvorschläge über digitale Medien mit der Bevölkerung diskutieren. In einem „Viertelhaus“ im Gebiet soll der intensive Beteiligungsprozess organisiert werden.

Die Geraer Vertreter und IBA-Projektleiter Dr. Bertram Schiffers (4.v.r.) dankten allen Teilnehmern am Wettbewerb und Europan-Geschäftsführerin Ulrike Poeverlein (4.v.l.) sowie Chef-Juror Prof. Dr. Michael Koch (2. v.r.) für ihre Arbeit für Gera. Foto: Matthias Lindner

Die Geraer Vertreter und IBA-Projektleiter Dr. Bertram Schiffers (4.v.r.) dankten allen Teilnehmern am Wettbewerb und Europan-Geschäftsführerin Ulrike Poeverlein (4.v.l.) sowie Chef-Juror Prof. Dr. Michael Koch (2. v.r.) für ihre Arbeit für Gera. Foto: Matthias Lindner

Den Preis einer Ankerkennung erhielt die Arbeit „Eine Goldene Mitte für Gera“ der Dresdner Architekten und Landschaftsplaner Franziska Schieferdecker, Friedemann Rentsch, Wolfgang Hilgers, Filip Staszkiewicz. Die Jury lobte das pragmatische Herangehen an die Flächenentwicklung. Eingeteilte Felder können mit relativ wenig Aufwand gestaltet werden – zum Beispiel mit kulturellen Events, mit Stadtmobiliar, mit einem Sonnenblumenfeld. Aus zeitweiligen Lösungen könne Dauerhaftes erwachsen.

Eine Anerkennung erhielt außerdem die Arbeit von Architekt Timothy Vanagt, aus dem belgischen Antwerpen: „Das ist Gera“. Dabei umrahmen hoch geschwungene Bögen auf Pfeilern wie ein Arkaden-Gang die öffentliche, vorwiegend grüne Fläche. Die Baukörper dienen zugleich als Raum für Ateliers, Start-ups oder einen Kindergarten. Die Jury wertete dies als „überraschenden Beitrag zur Aktivierung der großen Brache im Zentrum“, die ein „außergewöhnliches Image für Geras neue Mitte“ erzeugen könne.

Zur Preisverleihung in Berlin nahmen neben weiteren Geraern auch Volker Tauchert als Vorsitzender von Ja – für Gera e.V. und Claudia Baumgartner als Dezernentin Bau und Umwelt sowie Dr. Bertram Schiffers als Projektleiter der IBA Thüringen teil. Sie alle dankten den Teilnehmern am Wettbewerb, der EUROPAN-Geschäftsführerin Ulrike Poeverlein und den Juroren für ihre Arbeit für Gera. Die Auswahl an Arbeiten stellt eine gute Grundlage für die Geraer Fläche dar. Gemeinsam hatten IBA Thüringen, Ja – für Gera und Stadtverwaltung die Teilnahme an Europan 13 vorbereitet. Ziel war es, genau diese jetzt vorliegenden konkreten und möglichst außergewöhnlichen Konzepte für die Gestaltung der Fläche vor dem KuK zu erhalten. Jetzt sollen „Nägel mit Köpfen“ gemacht werden, um mit Neuartigem im Jahr 2023 ein Projekt zur Internationalen Bauausstellung in Thüringen zu werden. Die IBA nominierte das Gemeinschaftsvorhaben von Stadt und Verein unter dem Titel „Vernetzte Stadt – Starke Mitte“ bereits als IBA-Kandidat.

Ab 19. Januar werden die vier prämierten EUROPAN-Arbeiten im KuK ausgestellt. Neben diesen sind alle weiteren 20 Arbeiten zu sehen, die im Wettbewerb von Nachwuchsarchitekten und –planern aus ganz Europa eingereicht wurden. Die Geraer werden um ihre Meinung gebeten. Wie genau dieser Beteiligungsprozess organisiert wird, berät unter anderem der vorige Woche gegründete erweiterte Initiativkreis „Geras neue Mitte“. Dieser Kreis steuert das gemeinsame Vorgehen von Verein, Stadt und IBA für die Gestaltung der Fläche und insbesondere die Beteiligung der Geraer. Die Mitglieder setzen sich zusammen aus freiwilligen Geraern sowie Vertretern der Stadt, des Vereins Ja – für Gera und der IBA. Sie hatten sich während des Internationalen Forums der IBA Thüringen am 21. und 22. November in Gera gefunden. Eines der ersten Ergebnisse dieser Initiativkreis-Arbeit ist der Arbeitstitel „Geras neue Mitte“ für das bisher als „Fläche vor dem KuK“ beschriebene Areal.

Zur Bewertung der Europan-Ergebnisse und zum Ausblick auf die weitere Zusammenarbeit der IBA mit den Geraern informiert morgen (Dienstag, 8.12.), ab 17 Uhr im Raum 200 im Rathaus die IBA-Geschäftsführerin Dr. Marta Doehler-Behzadi während der gemeinsamen Sitzung des Stadtratsausschusses für Bau, Umwelt, Liegenschaften und Verkehr sowie des Ausschusses für Wirtschaft und Stadtentwicklung. Die Sitzung ist öffentlich, alle Interessierten sind herzlich willkommen.

Mehr Informationen zu EUROPAN mit allen Preisträgerarbeiten unter www.europan.de/europan13/e13-gera.html sowie zum IBA-Vorhaben Geras unter www.gera.de/isekgera.2030 im Menü „ISEK-Projekt IBA-Experimente“, www.ja-fuer-gera.de; iba-thueringen.de.