Zwötzener Geschichtsverein auf Spurensuche

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Zwötzener Geschichtsverein auf Spurensuche

Von |2017-08-17T21:13:18+00:0017 August 2017|Kategorien: Allgemein|Tags: , , |

„Hoffentlich findet sich bald eine Feder, welche die Ortsgeschichte von Zwötzen ergänzt und fortsetzt.“ Als der um die Geschichte Zwötzens verdiente Lehrer und Heimatforscher Bruno Geweniger diesen Satz dem Vorwort seiner im Oktober 1911 erschienenen „Festschrift zur Einweihung der neuen Schule zu Zwötzen (Elster)“ voranstellte, konnte er nicht wissen, dass sich ein Jahrhundert später Nachfolgerinnen und Nachfolger zur Fortschreibung seines Werkes zusammenschließen würden. Gegründet hatte sich die aus zunächst sechs Mitgliedern bestehende Arbeitsgruppe zur Erarbeitung der Ortschronik zwei Jahre vor dem 700. Jubiläum der Ersterwähnung des Ortes. Pünktlich zum großen Fest konnten die engagierten Zwötzener schließlich ein fast dreihundertseitiges Buch mit dem Titel „Zwötzen 1314-2014. Beiträge zur Geschichte“ vorlegen, das sich von Anfang an großer Beliebtheit erfreute und mittlerweile im Buchhandel vergriffen ist. Fasziniert von der Vielseitigkeit der Geschichte des eigenen Wohnortes beschlossen die Mitglieder der einstigen Arbeitsgruppe zum 23. Februar 2015 den „Geschichtsverein Zwötzen e. V.“ ins Leben zu rufen.

Mit Sonja Walther, Gerald Zschiegner, Elke Weise, Horst Weibrecht und Uwe Lehmann nutzte die Hälfte der inzwischen zehn Mitglieder des Vereins am Mittwoch, dem 16. August 2017, die Gelegenheit, um sich im Stadtarchiv Gera über weitere Rechercheansätze zur Erforschung noch unbekannter Episoden ihrer Ortsgeschichte zu informieren. In einem einführenden Vortrag stellte Archivleiterin Christel Gäbler die für dieses Anliegen relevanten Bestände des Stadtarchivs Gera vor, verwies auf ergänzendes Archiv- und Sammlungsgut in benachbarten Einrichtungen, wie dem Stadtmuseum Gera oder dem Landesarchiv Thüringen – Staatsarchiv Greiz und skizzierte abschließend exemplarisch einige spannende Facetten der Gemeindegeschichte.


Anhand des Bürgerbuches der Gemeinde konnte nicht nur der Zuzug industriell dringend benötigter Arbeitskräfte exemplarisch nachvollzogen werden. Sondern die steigende Zahl der Inhaber des Zwötzener Bürgerrechtes spiegelt indirekt gleichsam das Bevölkerungswachstum sowie den wachsenden wirtschaftlichen Reichtum der Gemeinde ab der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wider. Aber auch die Auswanderung von über 30 Einwohnern in den Jahren 1906 bis 1913 nach Nord- und Südamerika erfasste das Dorf an der Elster. Zahlreiche weitere Themen der Gemeindegeschichte harren noch der Wiederentdeckung.

In konstruktiven Gesprächen und der Erläuterung der einen oder anderen Begebenheit aus der Vergangenheit Zwötzens konnte im beiderseitigen Einverständnis die Wichtigkeit des kollegialen Austausches zwischen Geschichtsverein und Stadtarchiv hervorgehoben werden.
Wer Interesse an der Mitarbeit im Zwötzener Geschichtsverein hat, sollte nicht zögern und sich unter der E-Mail-Adresse geschichtsverein.zwoetzen@t-online.de an den Verein wenden oder über das Stadtarchiv Gera (0365/838-2140 bis -2143) den Kontakt mit den Mitgliedern herstellen. Für Geschichtsinteressierte ist auf das Mitteilungsheft „Der Anker“ sowie die Sonderhefte der gleichnamigen Broschüre zu verweisen, die in unregelmäßigen Abständen erscheinen und unbekannte Aspekte aus der Ortsgeschichte Zwötzens beleuchten.

Über den Autor:

Projektleiter bei Plakatwerbung in Gera und gera.digital (was geht in gera), Geschäftsführer bei Plakatzentrale - Pohland & Vollhardt GbR

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